1. tz
  2. Sport
  3. 1860 München

Matthäus analysiert das Löwen-Drama: „Unter aller Sau“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Gregory Straub

Kommentare

Lothar Matthäus.
Lothar Matthäus. © picture alliance / sampics / Ste

Lothar Matthäus hat im Interview mit Sport1 über den Absturz der Löwen gesprochen. Seine Analyse ist schonungslos - und dürfte vielen Sechzger-Fans wehtun.

Zunächst war Lothar Matthäus etwas aufgebracht, als er bei Sport1 zum Interview vor dem Mikrofon stand. Denn der Rekordnationalspieler wurde als erstes zu einer Einschätzung über die Randale während des Relegations-Rückspiels der Sechzger gegen Jahn Regensburg in der Allianz Arena gebeten. „Unter aller Sau“ sei das gewesen, sagte Matthäus, der dabei direkt in die Kamera blickte und an die Löwen-Fans gerichtet schimpfte: „Der verdiente Absturz in die 3. Liga. Trotz alledem: Tolle Fans - eigentlich. Denn was Ihr Euch da geleistet habt, das war unter aller Sau, das geht nicht, das gehört nicht in ein Stadion, das verurteile ich. Frust ja, man soll schimpfen, man kann seinen Frust haben, man kann enttäuscht sein. Aber das was da im Stadion passiert ist, das geht auf keinen Fall.“

Dennoch outet sich der frühere Kapitän des FC Bayern durchaus als Sympathisant der Blauen. „Ich habe in den letzten zehn, 15 Jahren mit den Löwen-Fans mitgelitten. Der Verein hat so viel Potenzial, eigentlich auch ein tolles Stadion. Wenn der Verein in der Bundesliga spielt, ist das genau das richtige Stadion. Die Fangemeinschaft ist riesig, Sponsoren sind da. Auch der Name 1860 - das ist doch nicht der Name für einen Zweitligaverein. Vom Gesamten her gehört Sechzig eigentlich in die Bundesliga, aber dafür hätte man fähige Leute in der Verantwortung gebraucht - und die waren in den vergangenen zehn, 15 Jahren eher selten“, lautet die Einschätzung des heutigen Sky-Experten. 

Matthäus‘ Blick zurück: „Bei Sechzig lief gar nichts mehr in die richtige Richtung. Es hat nicht gar nicht mehr dieses kurze Zucken nach oben gegeben, es ist eigentlich die ganze Zeit nur bergab gegangen.“ Auch die Personalentscheidungen von Hasan Ismaik in der Winterpause findet Matthäus dubios - mindestens: „Man verpflichtet einen Trainer, der zwar international Erfolge gefeiert hat, aber auf einmal soll er in der zweiten Liga gegen den Abstieg spielen, das habe ich nicht verstanden. Vitor Pereira hatte sicher keinen Einblick in die zweite Liga. Auch die Verpflichtung von Ian Ayre war ein Hirngespinst. Man hätte eingefleischte Löwen nehmen sollen, ehemalige Spieler, die ein Herz haben für diesen Verein, die diesen Verein in- und auswendig kennen, die diesen Verein leben. Ich glaube, das hat man verpasst.“ 

Am Ende seiner Analyse dann der Satz, auf den alle Löwen-Fans sicherlich gerne verzichten würden, doch Matthäus legt den Finger in die Wunde: „Ich habe es immer wieder gesagt: Sie müssten sich eigentlich eine Straße weiter umschauen, wie beim FC Bayern erfolgreich gearbeitet worden ist. Aber anscheinend haben sie diesen Blick zur Säbener Straße nicht gehabt.“

Alle Entwicklungen zu den Löwen lesen Sie in unserem Live-Ticker zu 1860 München.

Auch interessant

Kommentare