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TSV 1860 München: Nach Magdeburg-Pleite - Konsequenzen für Günther Gorenzel?

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Von: Ludwig Krammer

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Sportchef des TSV 1860 München: Günther Gorenzel.
Sportchef des TSV 1860 München: Günther Gorenzel. © sampics / Stefan Matzke

„Näher zusammenrücken“, hieß die Devise, die Günther Gorenzel für das Magdeburg-Spiel ausgegeben hatte. Die Umsetzung des TSV 1860 wird er sich anders vorgestellt haben.

München - Während sich die Mannschaft beim 2:5 (0:5) gegen den Tabellenführer 45 Minuten lang der Lächerlichkeit preisgab (Torwart Marco Hiller ausgenommen), rückten zuerst Präsident Robert Reisinger und Finanzgeschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer auf der Tribüne ganz nah zusammen. Nach intensivem Austausch ging es in der Halbzeitpause einige Meter rüber nach rechts, wo Ismaik-Vertreter Anthony Power Platz genommen hatte. Kopf an Kopf diskutierten Reisinger und Power; der Ernst der Lage ließ die Gräben zwischen den Gesellschafter-Lagern verschwinden.

Gorenzel nach 1860-Pleite vor dem Aus: Ismaik erwähnt ihn in Beitrag gar nicht mehr

Vorläufiges Ergebnis: Michael Köllner (Vertrag bis 2023) darf bleiben, bei Gorenzel stehen die Zeichen auf Trennung. „Der Trainer steht nicht zur Disposition“, hatte Reisinger nach Schlusspfiff kundgetan. Seine Begründung auf tz-Nachfrage: „Es liegt nicht am Trainer. Ich erwarte von der Mannschaft eine Reaktion in den beiden Auswärtsspielen gegen Dortmund II und Würzburg.“

Bei Hasan Ismaik las sich das auf seinen Social-Media-Kanälen ähnlich: „Dieser heutige Tag, aber auch die Entwicklungen der letzten Monate im sportlichen Bereich müssen aufgearbeitet werden. Trotzdem will ich betonen, dass Michael Köllner und auch die Mannschaft bei mir nicht zur Diskussion stehen.“ Bislang hatte Ismaik stets von der sportlichen Leitung gesprochen. Nun wurde Gorenzel nicht mehr erwähnt.

Nach tz-Informationen dürfte es darauf hinauslaufen, dass Gorenzels Vertrag bei 1860 zum Ende des Jahres gekündigt wird, um zu verhindern, dass er sich zum Saisonende um ein weiteres Jahr verlängert. Bei Köllner bleiben die nächsten Spiele abzuwarten. Er werfe „die Flinte nicht ins Korn“, sagte der Coach. Nun seien „Taten“ gefragt.

TSV 1860: Bittere Pleite gegen den Tabellenführer: „So eine Halbzeit kann man nicht akzeptieren“

Die gab es am Samstag abgesehen von der Ergebniskosmetik durch Greilinger (71.) und Biankadi (87.) nicht zu verzeichnen. Nach dem Zusammenbruch in Osnabrück und der katastrophalen ersten Halbzeit gegen Mannheim (beide 1:3) war Magdeburg eine weitere negative Steigerung. Quirin Moll verlor beim ersten Gegentor den Ball aus den Augen und wurde zum unfreiwilligen Vorlagengeber für Krempicki (5.). Vor dem 0:2 ließ sich Kapitän Mölders von Müller mit einer simplen Körpertäuschung verladen (14.). Absoluter Tiefpunkt: der dreifache Aussetzer von Dressel, Moll und Deichmann bei Krempickis Drehung vor dem 0:3 (17.). Die Greilinger-Vorlage für Schuler (29.) und der von Atik verwandelte Foulelfmeter (43., Verursacher Neudecker) sorgten für den höchsten Halbzeit-Rückstand in der blauen Punktspiel-Statistik.

Und auch der von Dennis Dressel verschossene Elfmeter beim Stand von 0:1 ließ tief blicken. Köllner hatte den Sechser als Schützen vorgesehen. „Dann ist ihm das Herz in die Hose gerutscht.“ Dass die von Gorenzel in die Pflicht genommenen Achsenspieler Salger, Neudecker und Mölders allesamt außen vor waren, spricht nicht für eine funktionierende Hierarchie. „So eine erste Halbzeit kann man nicht akzeptieren. Das war überhaupt nicht drittligatauglich“, sagte Köllner konsterniert. Gorenzels Antwort auf die Trainerfrage: „Sie werden sicher verstehen, dass ich momentan nicht über Michael Köllner, sondern mit Michael Köllner spreche. Das ist entscheidend, um diese Dinge in den Griff zu bekommen.“

In Gorenzels Händen wird nach den jüngsten Entwicklungen nicht mehr allzu viel liegen.

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