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Wolf-Vertrag: Es geht nur noch um Nuancen

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Mit vollem Einsatz dabei: Marius Wolf.

München - Augsburg und Werder Bremen wollen ihn. Doch im Fall von Marius Wolf sieht es für die Löwen nun gut aus.

„Blaue Woche“ nennt der TSV 1860 seine Aktionswoche zum Thema Umweltschutz, und was am Dienstag mit einem Radl-Corso der Profis begann, wurde am Mittwoch mit der Einweihung einer „E-Tankstelle“ auf dem Vereinsgelände fortgesetzt. „In einer fortschrittlichen Stadt wie München streben wir einen Stempel für Nachhaltigkeit an“, sagte der Geschäftsführer, der weitere Maßnahmen ankündigte: Heute wird es um das Thema Druckerpapier gehen, morgen um einen Aufruf, das Heimspiel gegen Union Berlin ökologisch verträglich zu besuchen – mit dem Radl oder mit Fahrgemeinschaften.

Und nachdem Rejek von einer Rundfahrt mit dem leise schnurrenden Ökostrom-Sponsorfahrzeug zurückkam, nahm er auch Stellung zu anderen wichtigen Themen. Unter anderem zu den ganz und gar nicht ökologischen Pyro-Zündeleien von 1860-Fans – und zu Senkrechtstarter Marius Wolf, von dem der Verein sich einen nachhaltigen Nutzen verspricht. Obwohl der Vertrag des 20-Jährigen am Saisonende ausläuft.

„Wir sind da in Gesprächen, und natürlich ist es das Ziel, mit dem Marius langfristig weiterzuarbeiten“, sagte Rejek, der ja hierarchisch eine Stufe über dem verhandlungsführenden Sportchef Necat Aygün steht. Über die Chancen, mit dem begehrten Junglöwen zum Abschluss zu kommen, sagte der Haupt-Geschäftsführer: „Der Spieler hat bei uns noch einen Vertrag. Beide Parteien sind sich – glaub’ ich – einig über ein Miteinander. Jetzt müssen wir noch in Nuancen besprechen, wie wir das machen.“ Natürlich geht es ums Geld, aber Rejek bringt noch ein paar ideelle Argumente in den Poker ein: „Er wird immer besser, aber ich glaube, 1860 als Verein bietet ihm eine gute Perspektive, sich zu präsentieren. Er fühlt sich hier wohl, er hat das Vertrauen, und das braucht er auch, um den nächsten Schritt zu machen.“

Da sprach noch Zuversicht aus Rejeks Stimme – beim nächsten Thema jedoch verfinsterte sich seine Miene. Es ging um die drastische Strafe, die dem Verein droht, nachdem sich in Nürnberg mal wieder einige Fans daneben benommen haben. Stichwort Pyros. Als Löwe ist man bekanntlich Wiederholungstäter, wurde erst vor kurzem zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. „Ich hab mich maßlos geärgert, weil ich dahinter überhaupt keinen Sinn und Zweck erkenne“, grollte Rejek: „Ich bin enttäuscht von den Fans, die das gemacht haben.“

Der DFB hat bereits eine Stellungnahme angefordert, Im schlimmsten Fall droht den Löwen schon in Kürze ein sog. Geisterspiel. Sprich: Dann wären einmalig nur 12 000 Zuschauer zugelassen – Bannerverbot inklusive. „Das wirft kein gutes Licht auf den Verein“, schimpfte Rejek: „Man tritt sich wieder selber ins Knie. Ich versteh’s einfach nicht, weil Pyros total unnötig sind – eine dumme Form von Fan-Reaktion.“

Fest steht, dass das Heimspiel gegen Union Berlin noch nicht von einer Sanktion betroffen sein wird. Rejeks Idealvorstellung sähe so aus: Alle Fans kommen am Sonntag mit dem Radl, geben brav ihre Feuerwerkskörper am Eingang ab – und werden dann Zeuge, wie Wolf öffentlich seine Vertragsverlängerung verkündet. Träumen darf man ja noch.

Uli Kellner

Bilder: Die Löwen sind mim Radl da!

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