Ex-Löwe blickt zurück

Schwabl über 1860-Zeit: "Du spielst nicht. Punkt"

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Ex-Löwe Markus Schwabl im Duell mit Kölns Helmes.

München - Ex-Löwe Schwabl kickt seit August wieder bei der SpVgg Unterhaching. Vor der Partie am Samstag gegen Stuttgart II traf die tz den 24-Jährigen und sprach mit ihm über seine Zeit beim TSV 1860.

Im Juli 2013 zog es Markus Schwabl von der SpVgg Unterhaching zum TSV 1860. Doch die Einsatzzeiten bei den Löwen waren rar. Seit August ist der Abwehrspieler in der Vorstadt zurück. Vor der Partie am Samstag (14 Uhr, br.de) gegen Stuttgart II traf die tz den 24-Jährigen.

Mit welchen Träumen haben Sie Haching damals verlassen?

Schwabl: Als ich das Angebot von Sechzig bekommen habe, war für mich klar, dass ich den Sprung in die zweite Liga probieren möchte. Gerade bei einem Verein, der auf dem Papier jedes Jahr um den Aufstieg mitspielt. Dass ich in den ersten 25 Partien nicht berücksichtigt werden würde, hätte ich nicht gedacht.

Irgendwann kamen Sie dran. 

Schwabl: Ja, und bei meinen ersten drei Einsätzen habe ich dann bewiesen, dass ich auch gegen Klubs aus Köln und Kaiserslautern mithalten kann.

Überwiegen die positiven oder negativen Erinnerungen?

Schwabl: Die Kollegen waren super! Mit Yannick Stark, Daniel Adlung, Vitus Eicher und Ju Weigl habe ich heute noch engen Kontakt. Sportlich ist es ein bisschen bitter gelaufen, im Großen und Ganzen schaue ich aber ohne Groll zurück.

Was haben Sie mitgenommen?

Schwabl: Je höher es im Profibereich nach oben geht, desto härter wird das Geschäft. Es ist nicht überall wie in Haching, wo zum Wohle des Spielers gehandelt und viel erklärt wird. Bei Sechzig wurde nur gesagt: ‚Du spielst nicht. Punkt.‘

Verfolgen Sie die Löwen noch?

Schwabl: Klar! Und es tut weh, wenn man sieht, wie die Mannschaft in Aue 1:4 verliert. Bei Sechzig hast du einen Kader, der zu den drei besten der Liga gehört. Aber es gibt den Druck vom Umfeld, den Fans und der Presse, dass du aufsteigen musst. Mittlerweile ist alles verkrampft.

Die Löwen sind Vorletzter, Unterhaching 14. in Liga drei. Sehen Sie die SpVgg erneut als Sprungbrett?

Schwabl: Mein Ziel ist es, dass ich noch mal in die zweite Liga komme, weil ich gesehen habe, dass ich da mitspielen kann. Vielleicht klappt das ja irgendwann mit Haching.

Gab es mal die Überlegung, einen anderen Beruf zu wählen?

Schwabl: Na, keine einzige Sekunde! Ich bin stolz, dass mein Papa (Ex-Löwe und SpVgg-Präsident) über 300 Bundesligaspiele gemacht hat. Und ich bin mit 24 nicht mehr „Sohn von…“, sondern eine eigene Persönlichkeit.

Interview: Sina Ojo

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