Löwe über das Duell mit seinem Ex-Klub

Biankadi: FC Bayern II im Abstiegskampf: „Damit hat niemand gerechnet“

Eine wichtige Kraft für die Löwen: Offensivmann Merveille Biankadi (25). 
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Eine wichtige Kraft für die Löwen: Offensivmann Merveille Biankadi (25). 

Es hat ein bisschen gedauert, bis sich Merveille Biankadi sportlich etablieren konnte beim TSV 1860. Inzwischen ist der 25-jährige Offensivmann kaum mehr wegzudenken aus Michael Köllners Startelf.

München– Das Interview zum kleinen Derby zwischen dem TSV 1860 München und dem FC Bayern II*, bei dem sich für Biankadi ein Kreis schließt.

Merveille, gegen Bayern II feierten Sie am 9. Januar Ihren Einstand bei den Löwen und machten mit dem Tor zum 2:0 in der Nachspielzeit den Deckel drauf. Gute fünf Monate später gibt’s am Sonntag das Wiedersehen. Lassen sich der Biankadi von damals und heute noch vergleichen?

Nein, damals bin ich aus einer langen Zeit ohne Spielpraxis gekommen und hab gemerkt, dass zwischen fit und spielfit ein enormer Unterschied ist. Ich bin richtig ins Loch gefallen und hab Wochen gebraucht, bis ich mich stabilisiert hatte. Aber seit einiger Zeit fühl ich mich jetzt in der Verfassung, dass ich Vollgas geben kann, auch wenn zu 100 Prozent sicher noch einiges fehlt.

Können Sie das konkretisieren?

Es geht vor allem um die Selbstverständlichkeit beim Torabschluss, die ich vor zwei Jahren bei Hansa Rostock hatte. Da will ich wieder hinkommen, erst dann bin ich zufrieden. Ich bin mein größter Kritiker.

Zwei Spieltage vor Schluss hat 1860 das Endspiel um Platz 3 bereits sicher. Eine komfortable Situation vor dem kleinen Derby.

Dass wir immer noch oben dabei sind, ist natürlich super für uns. Jetzt wollen wir in den zwei Spielen gegen Bayern und Ingolstadt noch mal alles raushauen, was geht. Der Rest liegt nicht in unserer Macht.

Was hätten Sie im Januar für die größere Überraschung gehalten: 1860 ganz vorn dabei – oder Bayern ganz unten?

Bayern so tief unten drin, damit hat wohl niemand gerechnet. Sie waren in der vergangenen Saison Meister und haben einen starken Kader, daher ist es schon sehr überraschend, dass sie gegen den Abstieg spielen.

Haben Sie als ehemaliger Bayern-Jugendspieler noch einen emotionalen Bezug zur Säbener Straße?

Nein, ich bin jetzt seit zehn Jahren weg von da drüben, es gibt niemanden, den ich da aktuell noch kenne. Von daher null Bezug.

Mit Eintracht Braunschweig sind Sie in der vergangenen Saison direkt aufgestiegen, nach aktuellem Tabellenstand wären die Ex-Kollegen der Gegner in der Relegation. Vermutlich kein Wunschszenario ...

Ich wünsche es den Jungs bei der Eintracht, dass sie 15. werden und um die Relegation herumkommen. Ich hatte eine gute Zeit dort, und meine Beziehung zu Braunschweig ist immer noch sehr eng. Wir waren eine verschworene Gemeinschaft letztes Jahr, vergleichbar mit jetzt bei Sechzig.

Bei Ihrer Vorstellung im Januar scherzten Sie über Ihren Bruder, den Sie als Bayern-Fan noch umdrehen müssten. Geschafft?

Nein, der ist hartnäckig. Immerhin sieht er sich jetzt regelmäßig unsere Spiele an. Ich gehe jetzt mal schwer davon aus, dass er am Sonntag auf der Seite seines Bruders ist. Sonst gibt’s einen Klaps!

(Interview: Ludwig Krammer)

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