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TSV 1860: Köllners Umstellungen verpuffen – Endspiel gegen Essen?

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Von: Jacob Alschner

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Kriegt er noch mal die Kurve? Nach drei Niederlagen hintereinander steht 1860-Trainer Michael Köllner am Montag gegen Essen unter Erfolgsdruck.
Kriegt er noch mal die Kurve? Nach drei Niederlagen hintereinander steht 1860-Trainer Michael Köllner am Montag gegen Essen unter Erfolgsdruck. © imago

Selbst die 1500 mitgereisten 1860-Fans wussten nicht so recht, wie sie reagieren sollten nach der 0:2-Niederlage am Mittwoch beim SC Freiburg II.

Freiburg – Laut forderten sie erst: „Wir wollen euch kämpfen sehen!“ Die Mannschaft stand währenddessen stramm. Danach wurde es versöhnlicher. „Einmal Löwe, immer Löwe“ schallte es durchs Dreisamstadion.

Erstmals in der Ära Michael Köllner haben die Löwen drei Spiele hintereinander verloren. Und wehe, diese Serie wächst am Montag gegen Essen (19 Uhr) weiter an. Dann dürfte die Stimmung umschlagen. Womöglich auch in der Chefetage der Giesinger, die darüber entscheiden müsste, ob und wie lange Köllner noch Löwen-Trainer bleibt. Das Essen-Spiel ist auch sein Endspiel.

TSV 1860: Auf den Traumstart folgt der Krisen-Herbst

Vor der letzten Partie des Jahres steht der Trainer nach Informationen unserer Zeitung (noch) nicht zur Disposition. Intern heißt es, man wolle abwarten, wie sich die Mannschaft gegen Rot-Weiss präsentiert – und dann in die Analyse gehen. Wenn dann Zweifel am Trainer bestehen, müsste der Verein die Winterpause nutzen und schnell handeln, damit ein etwaiger Nachfolger die Zeit bis zum Rückrundenstart im Januar maximal ausnutzen könnte. Lange wollen und können die Vereinsverantwortlichen nicht mehr tatenlos zusehen – trotz aller bisherigen Verdienste Köllners.

Es ist schon erstaunlich: So gut der Saisonstart für 1860 auch lief – damals holte man aus sieben Spielen starke 19 von 21 möglichen Punkten –, so mangelhaft verläuft die Hinrunde seit September (nur zehn Punkte aus neun Spielen). Nun, seit Ende Oktober, reiht sich Pleite an Pleite.

TSV 1860: Köllner kritister den Rasen – verpokert sich aber selbst

Eine Ergebniskrise also? Wenn es nur das wäre . . .

Gerade die Auftritte in Bayreuth (0:1) und nun eben im Breisgau sind besorgniserregend. Sechzigs Spielwitz ist verflogen. Auch die Körpersprache stimmt nicht mehr, mühsam schleppten sich Teile der Mannschaft am Mittwoch über den Platz. Und wenn dann selbst eigentliche Führungsspieler wie Jesper Verlaat, der nach dem Schlusspfiff sogar um Verzeihung für sein schwaches Spiel bat, die Mannschaft nicht mal mehr durch Einzelaktionen wachrütteln können, heißt das nichts Gutes.

Es ist ein kollektiver Leistungsabfall, der am Ende zwangsläufig zuerst den Trainer treffen würde. Der schob die Niederlage auf den tiefen Rasen des Dreisamstadions, auf dem Freiburgs Talente aber erstaunlich gut zurechtkamen. Köllners Idee, durch sechs (!) Neue in der Startelf „Frische reinzubringen“ floppte so gewaltig, dass sich der Coach die Frage gefallen lassen muss, wieso er gerade in einem Spiel gegen den Tabellennachbarn nicht lieber auf Eingespieltheit setzte. Und auch, dass seine Mannschaft jegliche Robustheit in Zweikämpfen vermissen ließ, die bekanntlich aber das effektivste Mittel gegen technisch beschlagene zweite Mannschaften ist, ist am Ende dem Trainer anzukreiden.

TSV 1860: Endspiel gegen Essen

„Nächste Woche müssen wir kämpfen“ heißt es dann Woche für Woche – so auch in dieser. Hier allerdings stellen sich zwei Fragen. Wie genau soll so ein Kampf aussehen? Und: Wenn der Kampf immer auf die nächste Woche vertagt wird, bedeutet das ja indirekt, dass er in der Vorwoche ausgefallen ist. Wie kann das sein?

Fragen, die sich Spieler und Trainer gefallen lassen und auf die sie Antworten finden müssen. Gegen Essen haben sie letztmals vor der langen Winterpause die Gelegenheit dazu. Bleiben sie aus, müssen diese Antworten bald andere Personen finden. (jals)

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