1. tz
  2. Sport
  3. 1860 München

Köllner muss liefern – das sind die Baustellen in der Winterpause

Erstellt:

Von: Jacob Alschner

Kommentare

Zuletzt auf unterschiedlichen Wegen: Michael Köllner und die Profis des TSV 1860.
Zuletzt auf unterschiedlichen Wegen: Michael Köllner und die Profis des TSV 1860. Foto: Imago © Imago

Seit Dienstagabend herrscht also endgültig Klarheit: Michael Köllner bleibt Trainer des TSV 1860.

München – Die letzten Wochen verliefen zwar sportlich ungenügend für die Löwen, nur zwei Siege aus den letzten neun Pflichtspielen gelangen, fünf Partien gingen verloren. Aber: Der Trainer sollte trotzdem nicht geopfert werden. Im Verein traut man Köllner noch zu, die verunsicherte Mannschaft wieder in die Spur bringen zu können.

Doch dafür ist viel Arbeit nötig. Auch deshalb wurde der Trainingsbeginn nach dem Weihnachtsurlaub vom 02. Januar auf den 27. Dezember vorverlegt. Genug Zeit für Köllner also, die folgenden Baustellen zu bearbeiten:

Die Defensive: Trotz der nominell wohl besten Innenverteidigung der Liga, bestehend aus Abwehrchef Jesper Verlaat und seinem Juniorpartner Leandro Morgalla, hat Sechzig bereits 20 Gegentore schlucken müssen, gemeinsam mit Wehen-Wiesbaden die schlechteste Bilanz der Top-Sechs. Gerade bei Standards des Gegners geht es im Löwen-Strafraum oft drunter und drüber. „Wir sind in den fünf Spielen, die wir verloren haben, durch Standards auf die Verliererstraße gekommen“, hatte Sportchef Günther Gorenzel vor der Partie gegen Essen treffend analysiert. Auch gegen den RWE verhagelte ein später Standard-Treffer Sechzig den Sieg.

Der Spielmacher: Martin Kobylanski wurde als solcher geholt, hinkt den eigenen Ansprüchen aber hinterher. Dazu aber später mehr. Noch im Sommer hatte sich Köllner einen Achter gewünscht, bekam ihn aber nicht. Ob es am Geld lag? Wenn 1860 alles daransetzen will, in dieser Saison aufzusteigen, darf das keine Ausrede mehr sein. Hier muss Köllner fordern.

Der Sturm: In den letzten vier Spielen schoss 1860 ein (!) mageres Törchen und das (Vrenezis Elfmeter gegen Essen) auch noch vom Punkt. Sechzigs Harmlosigkeit ganz vorn ist ein generelles Problem, das durch das Leistungsloch des Vorjahres-Bombers Marcel Bär noch verstärkt wird. Der wurde mit viel Risiko schon im Oktober beim 0:1 gegen Bayreuth wieder in die Mannschaft geworfen, ist aber noch nicht in Form. Köllner selbst räumte sinngemäß ein, dass sich Bärs Mitspieler auf seine Tore verlassen und selbst einen bis zwei Gänge zurückschalten. Bleibt abzuwarten, ob Köllner Bär sein altes Selbstvertrauen wieder einhauchen kann. Auch Stefan Lex ist nicht in Form und als schwacher Kapitän keine wirkliche Hilfe. Wo es schon an den spielerischen Ideen mangelte, waren somit selbst Siege über die Mentalität nicht mehr möglich.

Eine sportliche Lage, die besorgniserregend ist. Und die zusehends für miese Stimmung in Mannschaft unddem gesamten Verein sorgt. Kobylanski und Joseph Boyamba, zwei Wunschspieler des Cheftrainers im Sommer, standen gegen Essen nicht einmal mehr im Kader. Möglich, dass sie sich im Winter einen neuen Verein suchen. Ansonsten droht Stunk, der sich gerade noch in Grenzen hält. Das beste Gegenmittel: Siege ab dem 14. Januar. Denn auch wenn die e.V.-Seite um Präsident Reisinger den Trainer noch nicht vom Hof jagen wollte: Zweifel sind da, Köllner steht unter Druck. (Jakob Alschner)

Auch interessant

Kommentare