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Köllner trifft sich mit Wechselkandidaten: „Ich bettele nicht, aber . . .“

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Von: Uli Kellner

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Bahnt sich da ein Transfer an? Coach Köllner im Dialog mit Sportchef Gorenzel. sampics
Bahnt sich da ein Transfer an? Coach Köllner im Dialog mit Sportchef Gorenzel. sampics © Stefan Matzke

Der TSV 1860 München verfügt für die Rückrunde über einen äußerst kleinen Kader. Coach Michael Köllner äußert sich im Trainingslager zu möglichen Neuzugängen.

Belek – Es ist eine starke erste Elf, die Michael Köllner in Belek taktisch für die Rückrunde rüstet. Hiller im Tor, eine Dreier- und eine Viererkette davor, Neudecker auf der Zehn, Lex und Bär im Sturm – fertig ist ein Team, dem es jederzeit zuzutrauen wäre, die sieben Punkte auf die Aufstiegsplätze aufzuholen.

Problematisch wird es, wenn man schaut, wie die B-Elf, der Sparringspartner in den Belek-Einheiten, bestückt ist. Erfahrenster Spieler ist Quirin Moll, 30, dem Trainer Michael Köllner „erschreckende“ Auftritte in der Hinrunde attestiert. In den blauen Leiberln mischen mit: Jungprofis wie Mannhardt, Cocic, Gresler und Köllner-Stiefsohn Freitag. Kurzfristig durfte sogar der 17-jährige Morgalla mit ins Profitrainingslager fliegen. Jedem der gut 60 Fans auf der Tribüne ist klar: Viele Ausfälle verzeiht der Kader nicht mehr, wenn man bedenkt, dass die Löwen noch in drei Wettbewerben vertreten sind und mindestens 20 Pflichtspiele auf Lex und Co. warten.

„Ich habe mich weder dafür noch dagegen entschieden.“

Michael Köllner über mögliche Neuzugänge.

Ein Kader, der ohnehin auf Kante genäht ist, ist zuletzt auf schmerzliche Weise geschrumpft. Sascha Mölders ist ein Fall für die Geschichtsbücher, Daniel Wein trägt einen klobigen Spezialschuh, der seine Stressverletzung schonen soll. Bei Merveille Biankadi ist nach vierwöchiger Pause klar, dass Wehen für ihn zu früh kommt. Nicht zu vergessen Corona-Dauerpechvogel Kevin Goden.

Ein Zeichen für den Ernst der Lage ist, dass der grundsätzlich bescheidene Köllner erstmals nicht mehr ausschließt, dass personeller Handlungsbedarf entstehen könnte. Angesprochen auf mögliche Neuzugänge sagte er: „Ich habe mich weder dafür noch dagegen entschieden.“ Aber, führt er aus: „Wenn die absolute Notwendigkeit entstehen würde, wäre die Vereinsführung sicher bereit dafür. Eine Notwendigkeit besteht, wenn etwas Außergewöhnliches auf den Markt kommt. Oder wenn sich ein Spieler verletzten würde oder nicht fit wird.“

Michael Köllner: Transfer muss zu 100 Prozent passen

Es ehrt Köllner, dass er weiterhin größtmögliches Verständnis für die angespannte Finanzlage seines Vereins aufbringt („Es ist nicht meine Aufgabe zu betteln“). Für den Fall der Fälle will er aber vorbereitet sein. „Ich beschäftige mich am Ende auch mit Neuzugängen“, verrät er: „Ich habe mich in den letzten Tagen mit dem einen oder anderen unterhalten oder getroffen. Das ist letztlich auch meine Aufgabe. Wenn sich morgen ein Stürmer einen Kreuzbandriss zuzieht, kann ich schlecht sagen: Geht mir noch zwei Wochen Zeit. Passiert es am 27. Januar, muss ich am selben Abend den neuen Spieler haben.“ Bekanntlich schließt das Transferfenster vier Tage später.

Laut Spielplan hat 1860 bis dahin fünf Pflichtspiele absolviert. Der Optimist Köllner hofft, dass ihm die Mannschaft signalisiert: Wir brauchen keine Verstärkungen. „Wichtig bei allen Transferaktivitäten ist“, sagt Köllner: „Du musst die Gruppe stark halten. Ich weiß einfach nicht: Was würde es mit der Mannschaft machen, wenn wir, wie es so schön heißt, einen neuen Alphalöwen holen? Was würde es mit Marcel Bär machen, was mit Stefan Lex, was mit Biankadi oder Tim Linsbichler? Deswegen muss man schauen: Was gibt es im Winter auf dem Markt? Gibt es eine gute Leihoption? Oder kann man vielleicht sogar einen Spieler im Vorgriff verpflichten? Wir beschäftigen uns mit dem Thema, keine Frage. Wichtig ist aber immer: Es muss zu 100 Prozent passen.“ (Uli Kellner)

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