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Köllner bleibt! Löwen-Dompteur motivierter denn je – „Hatte noch nie so viel Verantwortung“

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Von: Uli Kellner

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Immer für einen Spaß zu haben: Löwen-Trainer Michael Köllner.
Hat fleißig mitgeplant und will die neue Saison beim TSV 1860 auch erleben: Michael Köllner. © sampics / Stefan Matzke

Michael Köllner bleibt beim TSV 1860 München. Der Trainer vermeidet ein klares Ja-Wort, verkündet seinen Verbleib auf seine Weise. Und will zwei Spieler.

München – Zum Schluss kam auch noch Fredi Heiß um die Ecke. Meisterlöwenkapitän, Ex-Präsident Karl Auer und Kult-Stadionsprecher Stefan Schneider. Wenn Michael Köllner irgendwo Hof hält wie am Montag beim „Hochreiter“ am Viktualienmarkt, dann bleiben sie alle stehen – und für jeden hat der Löwen-Trainer ein freundliches Wort übrig. Doch bleibt er überhaupt? Am Freitag ist der erste Leistungstest der geplanten Aufstiegssaison angesetzt – und noch immer hat sich der Trainer nicht öffentlich zu seinem bis 2023 laufenden Vertrag bekannt.

TSV 1860: Köllner verkündet Verlängerung auf seine eigene Art - „klar, dass ich‘s selber erleben möchte“

„Ja, ich mache weiter“, hätte er einfach sagen können, doch Köllner wählte einen anderen Weg: Er lud sämtliche die Löwen begleitenden Reporter, Blogger und Fotografen zu einem Weißwurstfrühstück ein, gab sich dort entspannt mit Türkei-Bräune im Gesicht – und drückte mit jeder Faser seines Körpers aus, dass er motivierter denn je ist, die Löwen in die 2. Liga zu führen. Ein explizites Bekenntnis ließ er sich auch auf Nachfrage nicht abringen, aber indem er auf seinen (großen) Beitrag zum aufgerüsteten Kader verwies, drückte er nichts anderes aus. Wörtlich sagte Köllner: „Es ging mir darum, dass ich mich einbringen konnte. Ich glaube, ich habe noch nie so viel Verantwortung für einen Kader übernommen wie in diesem Sommer. Und wenn die Dinge am Ende funktionieren, dann ist es doch klar, dass man gerne der Trainer dieser Mannschaft ist. Wenn ich sage: Diesen Spieler brauche ich und das möchte ich so und so haben, dann ist es doch klar, dass ich’s am Ende auch selber erleben möchte.“

Übersetzt: Köllner hat keine Lust mehr, seinen Kopf für ein Team hinzuhalten, das er übernommen hat wie in seinem ersten Dreivierteljahr bei 1860. Oder in dem viele andere ihre Vorstellungen eingebracht haben wie in den letzten beiden jeweils auf Platz vier beendeten Spielzeiten. Ohne ein negatives Wort über Sportchef Günter Gorenzel zu verlieren, sagte Köllner durch die Blume: Das jetzt, das ist zum ersten Mal meine Mannschaft! Eine, bei der in der Analyse „alle Steine umgedreht“ worden und sämtliche Bremsklötze entfernt worden seien.

Köllner will noch mehr Transfers: „Wunsch ist, dass wie noch zwei offensive Mittelfeldspieler verpflichten“

Wobei Köllner in seinem Eifer Wert darauf legt, dass sein Werk noch immer nicht zu Ende modelliert sei. „Mein Wunsch ist, dass wir noch zwei offensive Mittelfeldspieler verpflichten“, sagte er. Das Portal dieblaue24 bringt Joseph Boyamba von Waldhof Mannheim ins Spiel. Den aktuellen Kader vergleicht Köllner vom Leistungsstand her mit jenem der zurückliegenden Saison – „bei unveränderten wirtschaftlichen Voraussetzungen“. Aber künftig, das betonte er immer wieder, soll 1860 ja in der Liga den Ton angeben.

„Das Ziel Aufstieg ist möglich, wenn auch die nächsten beiden Transfers sitzen“, sagte der angriffslustige Coach. Und nicht zu vergessen: Ein Co-Trainer fehlt ja auch noch noch, nachdem zuletzt zwei Wunschkandidaten absagten (Leo Hasse, Nate Weiss). Absagen übrigens, wie sie Köllner auf dem Spielermarkt bislang nicht hinnehmen musste. „Alle Spieler, die wir wollten, haben wir bekommen“, sagte er – und fand diesen Umstand nicht mal erstaunlich. Denn: Die Strahlkraft von 1860 sei immens – und endlich zögen intern alle an einem Strang.

TSV 1860: Michael Köllner fühlt sich wohl wie noch nie - „Nicht irgendeine One-Man-Show“

Köllner machte deutlich, dass er als Löwe noch nie so ein gutes Gefühl hatte wie aktuell: „In allen Gesprächen ist der Eindruck entstanden, dass wir alle hier das Gleiche wollen. Jeder hat in seinem Bereich alles dafür getan, dass wir jetzt so weit sind bei der Kaderplanung. Am Ende war es ein Gemeinschaftsprozess – und nicht irgendeine One-Man-Show.“ Die Fans, die auch am Viktualienmarkt Selfies einforderten, nahmen es womöglich anders wahr, aber dieses bisschen Personenkult – damit wird Köllner auch noch fertig. (Uli Kellner)

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