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Mölders hat prominente Vorgänger – unschöne Abschiede haben bei den Löwen Tradition

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Von: Ludwig Krammer

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Benjamin Lauth vom TSV 1860 München liegt im Tornetz
Benjamin Lauth verließ den TSV 1860 im Unfrieden. © Frank Leonhardt/dpa

Die Zeichen stehen zwischen dem TSV 1860 und Sascha Mölders auf Trennung. Es wäre nicht die erste schmerzhafte „Scheidung“ zwischen Klub und einem Löwen-Star.

München – Das Mölders-Beben und die Folgen. Auch am Mittwoch (8. Dezember), zwei Tage nach der Suspendierung des Kapitäns, die von den Verantwortlichen des TSV 1860 aus arbeitsrechtlichen Gründen so nicht genannt wird, blieb eine Klärung aus. Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel befinde sich mit Mölders’ Berater Serafino Luzzi weiterhin in Gesprächen über eine Vertragsauflösung, hieß es aus Klubkreisen.

Zum Individualtraining erschien Mölders nicht. Nach Informationen unserer Zeitung ist der Kapitän so lange freigestellt, bis eine Lösung gefunden ist. Stillhalten ist das oberste Gebot auf beiden Seiten. Jedes klare öffentliche Wort könnte Geld kosten.

Mölders-Aus bei 1860 München? Klare Anzeichen für dauerhafte Trennung

Die hinter vorgehaltener Hand geäußerten Vorwürfe gegen Mölders (Drohungen gegen Mitspieler, keine Kompromissbereitschaft bei Einsatzzeiten, etc.) sind belastend genug, um zumindest Teile der Fans runter von den virtuellen Barrikaden zu bekommen. Wie am Mittwoch (8. Dezember) durchsickerte, sollen sich auch die Ultras gegen Mölders ausgesprochen haben. Ein versöhnlicher Abschied erscheint undenkbar.

Schmerzhafte Scheidungen von Fan-Lieblingen haben Tradition bei 1860. Mit der „Wampe von Giesing“ dürfte nun ein weiteres Kapitel hinzukommen. Wir zeigen Ihnen eine Auswahl der bitteren blauen Abgänge.

TSV 1860 München: Unschöne Trennungen – Lauth, Häßler, Max, Kiraly und Schwabl gingen im Streit

Benny Lauth: Der Abschied des Stürmers hatte 2014 einen faden Beigeschmack. Sportchef Gerhard Poschner sah bei seinem Neuaufbau keine Verwendung mehr für Lauth. Mit 32 Jahren war Schluss für den Ex-Nationalspieler. Bennys Kommentar: „Ich dachte, dass man sich vorher noch einmal austauscht. Dass es von Anfang an ‚Nein‘ zu einem neuen Vertrag heißt, hat mich dann doch überrascht.“

Thomas Häßler: Der Weltmeister von 1990 musste 2003 bei den Löwen weichen. „Im Mai wird Häßler 37, da ist die Zeit vorbei für den Hochleistungssport“, sagte Präsident Karl-Heinz Wildmoser. „Der will 1,5 Millionen Euro für nichts.“ Unwürdig.

Martin Max: Auch der Mittelstürmer, mit 1860 zweimal Bundesliga-Torschützenkönig (1999/00, 19 Tore und 2001/02, 18 Tore), war Trainer Falko Götz und Präsident Wildmoser nach der Saison 2002/03 mit 34 Jahren zu alt für eine Verlängerung. Benny Lauth und Markus Schroth waren die neuen Helden, Max ging nach Rostock. Und half mit, die Löwen mit drei Toren in beiden direkten Duellen zum Abstieg zu schießen.

Gabor Kiraly: Noch ein Poschner-Opfer. Der Kult-Keeper wurde 2014 nach einem Streit mit Gary Kagelmacher suspendiert, weil er den Uruguayer unsanft am Zopf gezogen hatte. Kolportierer Hintergrund: Dem frisch aus Bielefeld verpflichteten Stefan Ortega war ein Stammplatz zugesichert worden.

Manni Schwabl: Nach der erfolgreichen Saison 1996/97 (Einzug in den UEFA-Cup) wurde dem Kapitän die selbst geplante Saison-Abschlussfeier zum Verhängnis. „Wir Spieler hatten bereits eine interne Feier organisiert und nahmen nur kurz an der offiziellen (von Wildmoser angesetzten, Anm. d. Red.) Vereinsfeier teil. Daraufhin wurde ich gefeuert“, fasste Schwabl die sogenannte „Feten-Affäre“ zusammen. Immerhin gab’s damals noch was zu feiern bei 1860…

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