Dann könnte Magath für Poschner kommen

Münchner Firma plant, Ismaiks Anteile zu kaufen

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Sagt er den Löwen bald Bye-bye? Hasan Ismaik (oben).

München - Steht Hasan Ismaiks Aus beim TSV 1860 bevor? Ein Münchner Unternehmen plant, seine Anteile zu kaufen. Dann wäre der Weg frei für Felix Magath.

Die Sätze vom 13. Juli 2013 klingen heute wie blanker Hohn. Damals, als sich Gerhard Mayrhofer im Zenit zum Präsidenten des TSV 1860 wählen ließ, gab er u. a. Folgendes zum Besten: „Ich möchte, dass wir wieder die stolzen Sechziger werden. Wir zerfleischen uns durch Personalien, das macht keinen Sinn.“ All das war auf die Verantwortlichen in der Zeit vor ihm gemünzt, und jetzt? Geht es beim TSV 1860 drunter und drüber wie nie zuvor. Der Verein blockiert sich durch personelle Geflechte mehr denn je, bringt keine Entscheidung durch, wenn der Investor in Abu Dhabi den Daumen nach unten senkt und „No“ sagt. Wie im Fall des Geschäftsführers Sport, Gerhard Poschner, dessen Ablösung Präsidium und Verwaltungsrat gerne vornehmen würden, aber mit diesem Vorhaben am Veto von Hasan Ismaik scheitern.

Jetzt allerdings könnte eine Lösung in Sicht sein. Nach tz-Informationen soll ein börsennotiertes Münchner Unternehmen bereit sein, Hasan Ismaiks Anteile von 60 Prozent Gesellschafteranteilen, davon aber wegen der 50 + 1-Regel nur 49 Prozent stimmberechtigte, an der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA zu übernehmen. Für eine Summe von geschätzten 14 Millionen Euro. Das Unternehmen sei schon vor einem halben Jahr an einer Übernahme interessiert gewesen, heißt es, wegen der unsicheren Zukunft – die drohende Abstiegsgefahr – wurde die ganze Angelegenheit allerdings erst mal wieder auf Eis gelegt. Inzwischen aber soll es bereits wieder intensive Bemühungen und Gespräche geben, um die Anteile zu erwerben.

Die große Frage: Ist Ismaik einverstanden? In der Vergangenheit hieß es ja immer wieder mal, dass er einen Käufer suche und sein Engagement beim TSV 1860 beenden wolle. Nicht zuletzt deshalb, weil es eigentlich nie eine gedeihliche Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen im Verein gegeben hat.

Wenn Ismaik mit einem Verkauf einverstanden sein sollte, dann würde der beabsichtigten Trennung von Gerhard Poschner nichts mehr im Wege stehen, noch dazu, weil mithilfe des neuen Partners dann offenbar eine Personalie Wirklichkeit werden soll, die schon länger an der Grünwalder Straße gehandelt wird: Felix Magath (61). In Personalunion als Cheftrainer und Sportchef. Der zweifache Double-Gewinner (mit dem FC Bayern) und Meistermacher beim VfL Wolfsburg wohnt in München und hat kürzlich Austria Wien abgesagt.

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Die Frage ist nur, wie schnell sich alles realisieren lässt. In 17 Tagen steht beim TSV 1860 bereits das erste Training auf dem Programm, und einen Tag vorher, am 21. Juni steigt die Mitgliederversammlung, auf der der neue Verwaltungsrat gewählt werden muss.

Präsident Gerhard Mayrhofer steht nicht zur Wahl, aber es soll von diversen Mitgliedern ein Misstrauensvotum gegen den 53-Jährigen angestrengt werden. Um das durchzusetzen, benötigt man die Unterschriften von 2,5 Prozent der gesamten Mitgliederzahl. Also rund 500 Personen. 

tz 

 

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