Stadion wird Thema

Neuer Oberlöwe Cassalette: "Allianz Arena ist nicht unsere Heimat"

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Peter Cassalette (l.) ist neuer Löwen-Präsident.

München - Die Löwen haben einen neuen Präsidenten. In der Rede vor seiner Wahl hat Peter Cassalette erklärt, was er für die Zukunft alles vorhat.

Ticker der 1860-Mitgliederversammlung zum Nachlesen

Um 15.07 Uhr am Sonntag brandete Applaus auf ihm kühlen Hauptraum des ­„Zenith“. Dort im Norden Münchens, wo üblicherweise Konzerte jeglicher Couleur stattfinden, hatten die Mitglieder des TSV 1860 soeben ihren neuen Präsidenten gewählt. 306 von 462 anwesenden Mitgliedern (66 Prozent) stimmten für den vom Verwaltungsrat vorgeschlagenen Peter Cassalette. Sein Amtsvorgänger Gerhard Mayrhofer war unter den 43 Mitgliedern, die sich der Stimme enthielten.

Cassalette (62), gebürtiger Münchner und als gelernter Reiseverkehrskaufmann u.a. für das Touristikunternehmen FTI & die Allianz tätig und inzwischen in passiver Altersteilzeit, wird die Löwen bis zum kommenden Sommer als Präsident vertreten und damit die Amtszeit des zurückgetretenen Mayrhofer vollenden. Bei der dann anstehenden ordentlichen Mitgliederversammlung wird erneut gewählt.

„Ich nehme die Wahl gerne an mit Stolz und voller Ehrgeiz für die Zukunft“, sagte Cassalette, der sich als erste Aufgabe mit allen Abteilungsleitern im Verein austauschen wird und als Vertreter der Profi-KGaA am heutigen Montag Kontakt zu Hauptgesellschafter Hasan Ismaik aufnehmen will.

Komplettiert wird das Präsidium von Schatzmeister Heinz Schmidt und den beiden weiteren Vizes Hans Sitzberger und Peter Helfer, die am Sonntag mit 67 bzw. 64 Prozent der Stimmen gewählt wurden.

In seiner 17-minütigen Rede hatte Cassalette zuvor noch einmal die dringlichsten Aufgaben seiner angestrebten Präsidentschaft skizziert. Punkt 1: „Ich möchte mich für alle Abteilungen einsetzen und als Präsident ein Repräsentant des Gesamtvereins sein.“

Punkt 2: „Ich setze mich dafür ein, dass weiterhin verdiente Spieler wie Bierofka, Winkler und zuletzt auch Necat Aygün in den Verein eingebunden werden.“

Punkt 3: „Ich will den Investor kennenlernen und hören, was ihn bewegt.“

Dieser Punkt dürfte die Fans der Profimannschaft am meisten interessieren. Denn wie hatte Cassalette vergangene Woche im tz-Interview betont: „1860 braucht einen verlässlichen Partner für die Zukunft, der auch mal wieder investiert – und nicht nur Lücken stopft.“

Vor der Gefahr des Drittliga-Abstiegs dürfe man nicht die Augen verschließen, sagte Cassalette, trotzdem rechne er mit dem Klassenerhalt: „Die sportliche Situation ist zwar leider noch enttäuschend, aber ich spüre Veränderung. Wir haben jetzt einen erfahrenen Trainer und einen erfahrenen Sportdirektor.“

Auch in der Stadionfrage will Cassalette die Weichen stellen: „Das Herz der Löwen, auch meines, hängt am Grünwalder Stadion. Haben wir eine Chance, da zumindest vorübergehend auch in der 2. Liga zu spielen? Gibt es die Chance, auch mit Unterstützung des Oberbürgermeisters und der Stadt, dort auf Zuschauerzahlen von 20 000 zu kommen?“ Diese Fragen will er bald beantworten können. Zudem gelte es zu klären, ob nicht langfristig ein eigenes Stadion besser sei. Denn: „Eines ist klar: Die Allianz Arena ist nicht unsere Heimat. Und egal ob in der 1. oder 2. Liga viel zu teuer.“ Cassalettes Anspruch für 2016: „Ich habe heute zwei Drittel der Stimmen bekommen, damit bin ich zufrieden, aber es ist Luft nach oben. Nächstes Jahr soll’s besser ausschauen, das möchte ich mir erarbeiten.“

lk

Bilder: Cassalette zum Löwen-Präsidenten gewählt

Bilder: Außerordentliche Mitgliederversammlung der Sechziger

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