TSV 1860 im Trainingslager

Neuer Stürmer? Poschner und Moniz spielen auf Zeit

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Löwen-Trainer Ricardo Moniz gestern Nachmittag bei der Ankunft in Waidring.

­Waidring - Die Löwen sind am Sonntag im Trainingslager eingetroffen. Von einem neuen Stürmer fehlt aber immer noch jede Spur. Poschner und Trainer Moniz spielen bei der Suche nach dem neuen Spieler bewusst auf Zeit.

Satte 25 Tore fordert Trainer Ricardo Moniz von seinem vordersten Angreifer. Viel Holz für jeden Stürmer – und dann ist da noch ein Problem: Noch ist dieser jemand gar nicht da… Die Torgefahr des Löwen-Aufgebots im Trainingslager im österreichischen Waidring hält sich also noch in sehr bescheidenen Grenzen. Nur zwei Profis laufen unter der Bezeichnung Stürmer, und beide haben in der abgelaufenen Saison kein einziges Tor erzielt: Bobby Wood (21 Einsätze) und Stephan Hain (neun Spiele).

Das Trainingslager-Hotel im österreichischen ­Waidring.

Der Letzte, der die Moniz-Marke in der Zweiten Liga schaffte (exakt 25), war 2011 Ex-Bayer Nils Petersen, der damals für Cottbus spielte. Derzeit bemüht sich Gerhard Poschner, einen Klassemann zu verpflichten. Aber stehen die guten Leute nicht alle schon unter Vertrag? Poschner sieht es genau andersrum. „Man muss einfach einen langen Atem haben“, sagt er und spielt bewusst auf Zeit. „Viele Stürmer, die derzeit aufgrund ihrer Qualität wahrscheinlich gar nicht realisierbar für uns wären, warten noch auf Angebote aus der Bundesliga. Aber irgendwann kommt die Zeit, wo das nicht geklappt hat.“

In dieses Raster fiele zum Beispiel ein Mann wie Ex-Nationalspieler Cacau, dessen Vertrag beim VfB Stuttgart nicht verlängert wurde. Der 33-Jährige kann auf immerhin 88 Bundesligatore verweisen.

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Poschner: "Ganz recht, dass wir (...) unser Pulver noch nicht verschießen"

Dominik Stahl (Kniestauchung) hatte bei der Anreise ins Trainingslager die Krücken im Gepäck.

Poschner: „Aber es gibt auch Stürmer, die bei ihren Vereinen unter Vertrag stehen, sich aber doch noch verändern wollen, weil ihre Positionen anders besetzt werden.“ Egal um welchen Fall es sich handelt, der TSV 1860 wolle dann jedenfalls im richtigen Moment auf den Plan treten. Poschner: „Mir ist es deshalb ganz recht, dass wir in dieser Angelegenheit unser Pulver noch nicht verschießen.“ Hektik sei überhaupt nicht angesagt, denn „wir machen nur Dinge, von denen wir 100 Prozent überzeugt sind.“ Dass die Angreifer, die noch aufschlagen sollen, ebenso aus dem Ausland stammen könnten wie die bereits verpflichteten Ilie Sanchez, Edu Bedia und Daylon Claasen, hält Poschner für durchaus denkbar. „Es ist doch egal, wo die Spieler herkommen. Wichtig sind nur zwei Gesichtspunkte: erstens die sportliche Qualität. Und zweitens die Mentalität.“

Torwart Gabor Kiraly mit für den Sommer verkürzter Schlabberhose.

Mit entsprechender Mentalität kann man auch in der Stürmerhistorie des TSV 1860 dienen: Rudi Völler (37 Tore in einer Zweitligasaion) oder Klaus Fischer (28 Tore in 60 Erstligaspielen) gingen für die Blauen auf Torjagd, die auch drei Mal einen Bundesliga-Torschützenkönig bejubeln durften: Rudi Brunnenmeier im Jahr 1965 und Martin Max, der das gleich zweimal schaffte (2000 und 2002). Weitere Namen? Benny Lauth schlägt mit insgesamt 85 Erst- und Zweitligatreffern zu Buche, Bernd Winkler rangiert hinter Brunnenmeier mit 66 Bundesligatoren klubintern auf Rang zwei, Angreifer wie Peter Pacult (18 Tore) und Franz Gerber (19) schossen den TSV einst in die Bundesliga. Stolze Marken. Marken, wie sie auch Moniz aufstellt.

tz

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