1860-Fan seit Kindertagen

Neu-Löwe Böhnlein: „Nur die rote Arena stört“

Fussball dritte Liga Vorbereitung Saison 2018/19Laktattest TSV 1860 Muenchen
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Kristian Böhnlein (2.v. re.) in der Vorbereitung der Löwen.

Wie ihm als Zuagroastem aus Oberfranken seine neue Heimat München gefalle? Kristian Böhnlein muss nicht lange überlegen. Es gefällt ihm gut - nur ein Detail stört ihn.

Die Mietwohnung in Nord-Schwabing sei sehr schön, sagt er. Mit einem Haken: „Das einzig Negative ist, dass ich abends vom Balkon aus direkt auf die rot beleuchtete Arena schauen muss…“

In der Tat kein erfreulicher Anblick für einen eingefleischten Blauen wie Böhnlein. Der Zugang von der SpVgg Bayreuth ist 1860-Fan seit Kindertagen. Vater Thomas und sein sechs Jahre älterer Bruder hätten ihn mit dem blauen Virus infiziert, erzählt der Mittelfeldspieler. „Mein erstes Spiel im Stadion hab ich 1998 erlebt. Das war das Debüt von Abedi Pele.“

Große, längst vergangene Zeiten. Doch der sportliche Niedergang der Löwen hat auch dafür gesorgt, dass sich für Böhnlein nun ein Traum erfüllt. Nach Stationen in der Jugend des HSV, bei Greuther Fürth II, Fohnlach und eben Bayreuth spielt der gebürtige Kronacher im reifen Alter von 28 Jahren erstmals als richtiger Profi. Sein eigentlicher Beruf als Kreditspezialist bei der Deutschen Bank in Bayreuth ruht für die kommenden zwei Jahre. Danach werde man weitersehen, sagt Böhnlein, der als Ausgleich zum Fußball mit einem Fernstudium liebäugelt.

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Aktuell gilt seine ganze Aufmerksamkeit den Löwen. „Sehr ehrgeizig, zweikampfstark, guter linker Fuß“, sagt er, wenn die Frage nach den persönlichen Stärken kommt. Auch Führungsqualitäten bringt Böhnlein mit. Drei Jahre lang war er Kapitän der Bayreuther, schaffte mit den Altstädtern den Klassenerhalt in der Relegation und half mit, die Löwen im Halbfinale des Toto-Pokals mit 2:1 nach Hause zu schicken.

„Das war schon ein Highlight“, erinnert er sich. „Wenn ich an die Sprechchöre der Sechzig-Fans denke, dieses ,Einmal Löwe – immer Löwe’, dann krieg ich immer noch Gänsehaut.“

Bald wird Böhnlein die Stimmung regelmäßig aufsaugen können – idealerweise auf dem Platz. Die Konkurrenzsituation (Wein, Moll, Berzel, Steinhart…) macht ihm keine Angst. „Niemand stellt sich hier hinten an“, sagt er, „jeder muss Verantwortung übernehmen.“ Eine Einstellung, wie sie Daniel Bierofka gefällt. Unterschätzen sollte diesen Böhnlein niemand. 

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