Derby-Debütant im Interview

Direkt Löwen-Shootingstar: Lang verrät besondere Geschichte hinter seinem 1860-Debüt - und Köllners Tipp

1860-Debütant Niklas Lang im Derby gegen Unterhaching in Aktion
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Hat den 1860-Fans sofort viel Freude bereitet: Derby-Debütant Niklas Lang.

Niklas Lang krönte sein erstes Profi-Spiel mit einer Glanzleistung im Derby. Mit uns spricht der 18-Jährige darüber, wie besonders sein Löwen-Debüt tatsächlich war.

München - Ein blitzsauberes Profidebüt beim Derbysieg gegen Haching, Lob von allen Seiten – besser hätte es nicht laufen können für Löwen-Youngster Niklas Lang, 18. Exklusiv in unserer Zeitung spricht der junge Starnberger über seine Vorbilder, Stärken und seinen größten Fan.

Niki, wann wussten Sie, dass es ernst wird mit dem Startelf-Einsatz gegen Unterhaching?
Lang: Es hat sich im Laufe der letzten Woche immer klarer abgezeichnet. Wie uns der Trainer dann beim Elf gegen Elf im Training zusammengestellt hat, das war schon ein deutlicher Fingerzeig. Am Donnerstagabend war ich noch extrem nervös, am Freitag ging’s dann, das hat mich selbst ein bissl gewundert. Und nach den ersten zehn Minuten im Spiel hab ich gar keine Aufregung mehr gespürt.
Was hat Ihnen Trainer Michael Köllner mit auf den Weg gegeben?
Lang: Dass wir beide wissen, was ich kann. Ich soll mir nix denken und mein Spiel machen. Das war die Botschaft.
War’s zum Einstieg vielleicht sogar eine Erleichterung, dass das Spiel vor leeren Rängen stattfand?
Lang: Das ist möglich, sagen kann ich das aber erst nach meinem ersten Spiel vor 15.000. Aber beim nächsten Mal wär’s dann schon schöner vor unseren Fans. Ich hoffe, dass es diese Saison noch klappt - vielleicht mit Beschränkungen.
Sie haben bis zur U 12 bei der FT Starnberg gespielt und kamen nach einem Jahr in Haching zu 1860 in die U14. Wie stark ist die Löwen-Prägung?
Lang: Sehr stark! Meine Familie besteht größtenteils aus Blauen, der eingefleischteste Fan ist mein Onkel Thomas. Für ihn war es die größte Freude, dass ich den Sprung in den Drittliga-Kader geschafft habe. Und letzten Freitag bei meinem ersten Spiel hatte er auch noch Geburtstag. Das war das allergrößte Geschenk!
Wie stehen die Chancen für weitere Geschenke, jetzt da die zuletzt gesperrten Stephan Salger und Marius Willsch zurückkehren?
Lang: Das werden wir sehen. Ich hoffe natürlich auf weitere Chancen. Die erste hab ich, denke ich, ganz gut genutzt.
Ihr Vertrag läuft bis 2022. Im vergangenen Sommer buhlte der VfB Stuttgart um sie, davor gab es auch Interesse aus Hoffenheim und Köln. Haben Sie einen Karriereplan?
Lang: Keinen konkreten. Ich konzentriere mich aufs Hier und Jetzt. Das ist im Moment genug.
Gibt es Innenverteidiger, die Sie studieren, um dazuzulernen?
Lang: Früher hab ich mir oft Videos von Nemanja Vidic und Sergio Ramos angeschaut. Dann ist noch Virgil van Dijk dazugekommen. Wie die bestimmte Situationen lösen, das ist auf jeden Fall eine Inspiration. Aber letztlich lernst du auf dem Platz.
Was können Sie sich von den Kollegen abschauen?
Lang: Von Erde (Dennis Erdmann) den absoluten Einsatz. Der ist immer mit 110 Prozent dabei, auch verbal – in jedem Training. Salgi hat ein sehr sauberes Aufbauspiel, das ist ein ruhiger, super Typ. Und Semi (Belkahia) ist eine Mischung aus beiden, ruhig am Ball, aber er kann auch ordentlich dazwischenfunken.
Und wie sieht Ihre Selbstbeschreibung aus?
Lang: Zweikampfstark, schnell, für 1,85 Meter recht kopfballstark, auch offensiv. Und flexibel. In der Jugend war ich lange auf der Sechs, auch rechts kann ich spielen.
Privat gelten Sie als ruhiger Zeitgenosse. Oder täuschen sich die Experten?
Lang: Nein, das stimmt schon. Ich wohne noch zu Hause in der Nähe von Starnberg und aktuell zieht’s mich als Single auch nicht nach München. Tattoo hab ich auch keins. Aber dafür haben wir jetzt einen kleinen Hund bekommen, mit dem wird’s einem auch im Lockdown nicht langweilig.

Interview: Ludwig Krammer

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