Stammelf kristallisiert sich heraus

Sechzig-Niederlage ohne Erkenntnisgewinn: Nur zwei Spieler überzeugen gegen Blau-Weiß Linz

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Ordentlicher Auftritt: Fabian Greilinger begeisterte die Löwen-Fans.

Die Löwen haben im Testspiel gegen Blau-Weiß Linz eine Niederlage kassiert. Auch ansonsten gibt es wenig Erbauliches für Trainer Daniel Bierofka.

Pettenbach - Die Robex-Arena in Pettenbach/Kreis Kirchdorf an der Krems hat ein spezielles Getränk im Angebot. Nicht den „Spritzer“, vulgo Weinschorle, den gibt’s hier überall, nein, es handelt sich um das Fußball-Wasser, das es für den unschlagbaren Preis von einem Euro zu erstehen gibt. Wer sich das Bier für faire 3,50 Euro nicht leisten wollte am Donnerstagabend beim Test der Löwen gegen Blau-Weiß Linz, der griff zum Fußball-Wasser. Das Geheimnis dahinter ist kein großes; „A Soft mit Läätungswosser“, klärte die Thekenkraft auf. 

Ähnlich hoch lag der Erkenntnisgewinn des Spiels. „Defensiv war‘s in der ersten Halbzeit in Ordnung“, sagte Trainer Daniel Bierofka. „Offensiv fehlt noch die letzte Spritzigkeit.“ 0:1 (0:0) verloren die Sechziger gegen den letztjährigen Fünften der österreichischen Zweiten Liga durch ein Tor vonSamir Mehmeti in der 81. Minute.

Trieb sein Team unermüdlich an: Trainer Daniel Bierofka durfte keinen Treffer seinen Löwen bejubeln.

Bekiroglu und Greilinger überzeugen

In einer zweikampfbetonten, spielerisch dürftigen Partie vor 450 Zuschauern konnten bei den weiß-blauen Feldspielern lediglich Efkan Bekiroglu und Youngster Fabian Greilinger (18) einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ersterer, weil er die Bälle wie ein Magnet an sich zog und das Spiel mit beeindruckender körperlicher Präsenz antrieb. Zweiterer, weil er sein Herz als Karger-Ersatz auf den Platz warf, wie angestochen anlief und zubiss, dass sich auch altgediente Löwenfans begeistert zuprosteten - manche sogar mit Fußball-Wasser. 

Nicht zu vergessen: Torhüter Marco Hiller, der als einziger 90 Minuten durchspielen durfte (Konkurrent Hendrik Bonmann gehört der Sonntag gegen Ried). Zweimal bewahrte Hiller die Löwen in höchster Not vor einem früheren Rückstand, auch die Unsicherheiten bei den allzu häufigen Rückpässen waren weniger ausgeprägt als zuletzt. Keine leichte Entscheidung, die Trainer Daniel Bierofka da in der kommenden Woche bevorsteht. 

Kaum Duelle um die Stammplätze

Beim Rest des Kaders dürfte die Auswahl für die erste Elf leichter fallen. Bis auf Greilinger/Willsch gibt es aktuell keinen ernsthaft offenen Konkurrenzkampf. Die Aufstellung der ersten Halbzeit wird auch am 19. Juli ins Grünwalder Stadion einlaufen. Dass noch ein weiterer Stoßstürmer - und damit Herausforderer für den gegen Linz zweimal vor dem Tor unglücklich agierenden Sascha Mölders - hinzukommt, ist wenig wahrscheinlich. Die Gesellschafterversammlung am Mittwoch brachte keine Fortschritte in Sachen Darlehens-Umwandlung.

Ohne frei werdendes Kapital wird sich laut Sport-Geschäftsführer Günther Gorezel nicht einmal ein Leihgeschäft realisieren lassen. Anders sieht es bei Bierofkas Wunschspielern Sascha Marinkovic und Aaron Berzel aus. Sowohl für den Stürmer als auch für den Verteidiger stehen private Gönner mit einer Finanzierung bereit. Nun liegt es an der Geschäftsführung, aus Geld und gutem Willen KGaA-kompatible Verträge zu basteln. Es wäre ein Anfang.

Im Angriff ohne echte Konkurrenz: Auf Sascha Mölders ruhen in der Offensive die Hoffnungen.

Die Aufstellung vom TSV 1860 München

Hiller - Paul (46. Willsch), Weber (46. Lang), Erdmann (46. Siebdrat) Steinhart (46. Klassen)- Kindsvater (46. Spannesberger), Seferings (46. Niemann), Wein (46. Dressel), Greilinger (46. Böhnlein) - Bekiroglu (46. Marinkovic) - Mölders (46. Ziereis)

Bei Nico Karger haben sich die Befürchtungen bewahrheitet. Der Offensivspieler wird den Löwen länger fehlen. Wegen eines Scherzes über Sechzig wurde Moderator Stefan Mross in seiner eigenen Sendung ausgepfiffen. Der Spielplan der 3. Liga beschert den Blauen ein ordentliches Auftaktprogramm.

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