1860 tagte in Freimann

Mitgliederversammlung im Ticker: Ergebnisse endlich da - diese Löwen ziehen in Verwaltungsrat ein

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Der frisch gewählte Verwaltungsrat der Löwen: Norbert Steppe, Christian Gross, Robert von Bennigsen, Dr. Markus Drees, Verena Dietl, Nicolai Walch, Sascha Königsberg, Gerhard Mayer und Sebastian Seeböck (v.l.n.r.)

Am Sonntag hat der TSV 1860 München zur ordentlichen Mitgliederversammlung 2018 geladen. Mit Spannung erwartet wurde die Wahl des Verwaltungsrates. Unser Ticker zum Nachlesen.

  • Der TSV 1860 hat am Sonntag zur ordentlichen Mitgliederversammlung 2018 geladen.
  • Die Versammlung in der Kulturhalle Zenith in Freimann hat um 10 Uhr begonnen.
  • Der wichtigste Tagesordnungspunkt war die Wahl des Verwaltungsrates, bei der es Kandidaten aus zwei Lagern gab: Die der Fanvereinigung Pro1860 und die des Teams Profifußball
  • Die gesamt Tagesordnung gibt es hier auf der Seite des TSV 1860 e.V. nachzulesen

Die Mitgliederversammlung 2018 des TSV 1860 München im Ticker zum Nachlesen

20.55 Uhr: Präsident Reisinger spricht nun das Schlusswort. „Ich bedanke mich für die Geduld. Auch wenn sie sich etwas gezogen hat, hatten wir in meinen Augen eine gelungene Veranstaltung“, schließt der Ober-Löwe. 

An dieser Stelle beenden wir auch unseren Live-Ticker und bedanken uns recht herzlich für Ihre Aufmerksamkeit.

20.53 Uhr: Das mit Spannung erwartete Wahlergebnis ließ lange auf sich warten. Die breite Zustimmung für die amtierenden Funktionäre hatte sich jedoch über die gesamte Sitzung angekündigt und war insofern keine Überraschung mehr. 

20.50 Uhr: Jetzt wird aufgeräumt! Zunächst im wahrsten Sinne des Wortes - wobei der neu gewählte Verwaltungsrat gewiss auch einiges auf der Agenda hat. Die verbliebenen Mitglieder räumen die harten Stühle zusammen, die ihnen in den vergangenen neun Stunden als Sitzfläche gedient haben.

20.40 Uhr: Der Unternehmerseite um Thomas Hirschberger und Klaus Ruhdorfer wurde der Einzug in den Verwaltungsrat verweigert. Kein einziger Verteter des „Team Profifußball“ wird künftig dort vertreten sein. Auch Ex-Stürmer Bernhard Winkler ging leer aus. 

Das Team „Pro 1860“ hat bei dieser Abstimmung eindeutig die Oberhand behalten.

20.31 Uhr: Endlich! Nun sind die Wahlergebnisse da! Wer zieht in den Verwaltungsrat ein?

Mit 773 Stimmen zieht Verena Dietl in den Verwaltungsrat ein.

Mit 670 Stimmen folgt ihr Gerhard von Benningsen.

666 Stimmen entfallen auf Sebastian Seeböck.

Nikolai Walch erhält 657 Stimmen.

Fünftplatzierter ist Dr. Markus Drees mit 610 Stimmen.

Immerhin 577 Stimmen entfallen auf Christian Gross.

Auf Platz sieben rangiert  Sascha Königsberg mit 574 Stimmen.

Gerhard Mayer erhält 562 Stimmen und zieht in den Verwaltungsrat ein.

Der letzte im Bunde ist mit 549 Stimmen Norbert Steppe.

Bernhard Winkler hat den Einzug auf Platz zehn knapp verpasst.

20.26 Uhr: „Die Wahl ist eröffnet“, schmettert der Präsident feierlich von der Bühne. Die Löwen schleichen nun mehrheitlich Richtung Urne. Der Elan des Vormittags ist den meisten längst abhanden gekommen.

20.21 Uhr: Zum Abwechslung mal eine Wahl: nun steht die des Wahlausschusses an. Selbstverständlich stellen sich auch die für diesen Amt in Frage kommenden Kandidaten dem Plenum vor.

20.16 Uhr: Versammlungsleiter Bauer zieht sich vom Mikrofon zurück und übergibt an Präsident Reisinger, der dem „Moderator“ einen herzlichen Dank ausspricht. 

Wer gedachte hätte, dass nun endlich die Ergebnisse verkündet werden, wird enttäuscht. Womöglich müssen sich die Anwesenden noch bis 21.30 Uhr gedulden.

20.14 Uhr: Helmut Kirmaier ist bereits in die Nacht entschwunden - womöglich auf die vorhin von ihm erwähnte Veranstaltung. Dennoch erscheint sein Name noch einmal auf der Leinwand. Heinz Schmidt spricht über die Kosten, die dem Verein in den Prozessen gegen das Mitglied entstanden sind. Die Summen werden nachgereicht.

Antrag: Präsidium soll bisherigen Kurs beibehalten

19.57 Uhr: Um kurz vor acht auf der Agenda: Die „Unterstützung des Kurses des derzeitigen Präsidiums“ - ein Antrag von Christian Waggershauser, Ulla Hoppen und Hans Vonavka. 

Dem Präsidium sei in den stürmischen Zeiten, in denen sich der Verein befindet, der Rücken zu stärken. Kernpunkte sind die Themen „50+1“ und „neue Darlehen“. Auch in personellen Fragen seien die Standpunkte des amtierenden Präsidiums gegenüber Ismaik aufrechtzuerhalten - mehrfach fällt in diesem Zusammenhang der Name Anthony Power.

Waggershauser hätte sich gewünscht, dass sein Antrag früher zur Abstimmung gekommen wäre. „Ein starkes Votum wäre ein tolles Zeichen gewesen. Jetzt sind viele Mitglieder nicht mehr da“, unterstreicht der langjährige Geschäftsführer der Muffathalle. Die Mitglieder geben dem Antrag mit großer Mehrheit statt.

19.42 Uhr: Zielsicher bewegt sich die Zenith-Gemeinde auf die Zehn-Stunden-Marke zu. Für hitzige Debatten ist nach wie vor Zeit. Unter Beteiligung von Franz Hell wird diskutiert, wie mit der weiteren Betreuung der Löwen-Fanclubs verfahren werden soll.

19.29 Uhr: Erleichterung für den geschundenen Fan: Das Präsidium kündigt an, die Antwort auf weitere Anträge mit einer Offenlegung der entsprechenden Zahlen zu erleichtern.

19.16 Uhr: Zur Datenschutzverordnung, auf die Reisinger noch einmal explizit hinweist, werden keine Wortbeiträge angemeldet. Man könnte sich zu dieser späten Stunde womöglich den Unmut des Plenums zuziehen.

19.06 Uhr: Präsident Reisinger möchte lieber analog bleiben. „Keine Video-Leinwand kann den Humorwert dieser Veranstaltung annähernd transportieren“, sagt der Ober-Löwe. Das war gewiss einer der treffendsten Sprüche des Abends. 570 Stimmberechtigte sehen es genauso.

Initiative gegen Dauer-Versammlungen

18.46 Uhr: Einige Löwen wollen sich derartige Marathon-Sitzungen in Zukunft offenbar ersparen; der weit gereiste Johannes Schencking reicht einen Antrag auf die „Einführung einer Brief-/Onlinewahl“ ein. Unzählige Wortmeldungen dazu sind zu vernehmen - das Plenum ist gespalten. 

So wie zu Beginn der Versammlung sieht es mittlerweile im Zenith aus.

18.42 Uhr: „Das Pfeifen bestimmter Melodien ist doch bitte zu unterlassen“, ermahnt Versammlungsleiter Bauer. Im Plenum nimmt die Unruhe von Minute zu Minute zu. Wie lang wird dieser Abend noch?

18.30 Uhr: Eine Gruppe um Markus Drees und Sebastian Seeböck beantragt die Nachbestellung eines dritten Vizepräsidenten, um eine „rechtliche Grauzone in diesem Bereich zu schließen“. 

Was damit gemeint ist, wird für den neutralen Beobachter nicht sofort klar, mehrere Nachfragen sind die Folge. Reisinger springt ein und erklärt den Antrag mit einer flexibleren Handhabung, die in Zukunft erforderlich sein könnte; beispielsweise wenn sich etwa beim angestrebten Bau einer Turnhalle zusätzliche Aufgabengebiete ergeben - diese könnte dann ein zusätzlicher Vizepräsident übernehmen. 556 Mitglieder stimmen dem Vorhaben schließlich zu. Für eine Satzungsänderung wird die erforderliche Dreiviertel-Mehrheit gerade so erreicht .

Viele Löwen bereits auf dem Heimweg

18.23 Uhr: Herbert Hagen beantragt, den Verwaltungsrat von neun auf sieben Personen zu reduzieren. Der Löwe ist allerdings nicht anwesesend, um für sein Anliegen zu werben. Es kommt zur Abstimmung. Hagens Vorhaben wird mit deutlicher Mehrheit die Zustimmung verweigert.

18.08 Uhr: Die Ergebnisse der VR-Wahlen liegen offenbar noch nicht vor, nun ist der nächste Punkt auf der Tagesordnung an der Reihe. Sechs Anträge von Vereinsmitgliedern wurden zugelassen. Sie werden der Reihe nach diskutiert. Als Löwe braucht man heute einen langen Atem.

18.05 Uhr: Einige Mitglieder werden den mit Spannung erwartet Ausgang wohl auf dem Handy mitverfolgen müssen. In den vergangenen Minuten hat sich die Halle merklich geleert.

17.49 Uhr: Die Wahl ist eröffnet und die nächste Kandidaten-Vorstellung steht kurz bevor. Jetzt sind die Seniorenvertreter des TSV 1860 an der Reihe. Immerhin gibt es in der Sparte nur zwei Bewerber. Das sollte die Vorstellungsrunde entsprechend übersichtlich gestalten.

Seit nun mehr acht Stunden wird im Zenith nun gegrübelt, debattiert und gewählt. Und diese Marathon-Sitzung ist mit der Bekanntgabe der Wahlergebnisse noch lange nicht vorbei. Einige Löwen murren bereits. Auf der Tagesordnung befinden sich noch diverse Anträge von Vereinsmitgliedern, die unter normalen Umständen auch einer Aussprache bedürfen.

Wahlen über Wahlen im Zenith

17.44 Uhr: Der nächste Tagesordnungspunkt wird angekündigt. Es handelt sich dabei nicht um die allseits erwartete Verkündung des mit Hochspannung erwarteten Wahlergebnisses. Vielmehr werden nun die Kandidaten für das Amt der Kassenprüfer präsentiert.

17.33 Uhr: Die nächste Stimmabgabe steht an. Drei Kandidaten können für den Einzug in den Ehrenrat legitimiert werden. Das Plenum schreitet zur Urne.

17.21 Uhr: Weiter geht´s mit der Vorstellung der Kandidaten für den Ehrenrat. Das Wahl-Ergebnis lässt offenbar noch ein wenig auf sich warten.

17.00 Uhr: Der Wahlvorgang wurde soeben abgeschlossen, es folgt eine 15-minütige Pause. Wer zieht in den Verwaltungsrat der Münchner Löwen ein?

16.47 Uhr: Endlich hat das Warten ein Ende. Die Versammlungsleitung hat die Wahl für eröffnet erklärt.

Reisinger unterbricht Fragestunde

16.42 Uhr: „Wollen wir hier noch um Mitternach sitzen“, interveniert Präsident Reisinger und bricht die Fragerunde an dieser Stelle ab. Viel Neues hatten die letzten Sprecher tatsächlich nicht mehr beizutragen.

16.36 Uhr: Thomas Hirschberger wird mit der geplanten Annäherung an den Investor konfrontiert. „Ich will nicht, dass wir immer am 30. Juni bei Herrn Ismaik anklopfen müssen“, wirbt der Unternehmer für wirtschaftliche Unabhängigkeit.

16.25 Uhr: Immer wieder wird Winkler nun darauf angesprochen, dass er Hasan Ismaik in Schutz genommen hat. Der 51-Jährige bleibt bei seiner heftig umstrittenen Aussage zum Abstieg aus der 2. Bundesliga.

Lesen Sie auch: Ex-Boss nennt Reisinger einen „falschen Sechziger“

16.15 Uhr: Thomas Angerer vom „Team Profifußball“ wird vorgeworfen, dass er sein wirtschaftliches Engagement an ein Mandat für den Verwaltungsrat knüpfen würde. Angerer verteidigt sich und verweist auf sein zurückliegendes Sponsoring beim TSV 1860. Die VR-Kandidatin Senta Auth wird für ihr Fernbleiben scharf kritisiert.

Winkler: „Habe es nicht nötig, mich zu profilieren“

16.08 Uhr: Gelächter ertönt, als Winkler sagt, dass sich sein Team in der Öffentlichkeitsarbeit zurückgehalten habe. „Ich habe es gar nicht nötig, mich zu profilieren“, sagt der Ex-Profi. Auch Ruhdorfer verteidigt die Kandidatur als Team, und fordert, Ideologien zum Wohle des Vereins auszublenden.

Klaus Ruhdorfer tritt für das „Team Profifußball“ an.

16.00 Uhr: Die tatsächliche Rolle des Verwaltungsrats treibt die Fans um. Viele Rückfragen drehen sich um die Aufgabenfelder des Gremiums.

15.48 Uhr: Nun werden den Stimmberechtigten Fragen an die einzelnen Kandidaten gestattet. Winkler zieht sich dabei erneut den Unmut des Publikums zu, als er eine eindeutige Antwort auf die Frage vermeidet, ob für den e.V. die Errichtung einer Turnhalle oder die eines Stadions wichtiger sei. 

Kandidaten auf der Bühne polarisieren

15.41 Uhr: Auch Ex-Profi Bernhard Winkler ruft eine emotionale Reaktion des Plenums hervor. „Ich trage den Löwen im Herzen, aber in meinen 15 Jahren im Verein auch erleben können, wie schnell es in die andere Richtung gehen kann“, sagt Winkler. Ismaik möchte er nicht als Hauptschuldigen für den Fall in die Regionalliga ausmachen. „Ein Hasan Ismaik kann nix dafür, dass wir sportlich abgestiegen sind“, unterstreicht der Ex-Angreifer. Laute Buhrufe wehen dem 51-Jährigen entgegen. 

Winkler geht noch genauer auf die Jugendarbeit des Vereins, spricht von neuen Konzepten, die nötig seien. „Wir sind von vielen überholt werden“, bilanziert der Franke. Als ehemaliger Spieler will Winkler im Falle einer Wahl explizit gegen die Spaltung der Fans vorgehen.

15.23 Uhr: Als Helmut Kirmaier die Bühne betritt, wird es laut im Plenum. „Ich hoffe, dass das hier nicht allzu lang dauert. Ich bin auf einer Gruppensex-Party eingeladen“, eröffnet dieser. Das Echo lässt nicht lange auf sich warten. Kirmaier beantragt eine Satzungsänderung.

Helmut Kirmaier bekam nach seinem Auftritt viele Rückmeldungen.

„Zum Schluss, viel Erfolg Martin Kind“, beendet der umstrittene Kandidat seine kurze Vorstellung. Der Hannoveraner Funktionär Kind möchte bei seinem Klub die Anteilsmehrheit übernehmen, ist deshalb in der Szene heftig umstritten.

15.11 Uhr: Nun dürfen sich - entgegen der ursprünglichen Planung - die Kandidaten für den Verwaltungsrat vorstellen, die bislang nicht zu Wort gekommen sind. Dies soll durch Wortbeiträge von zwei bis drei Minuten geschehen. Das wird die Wahl weiter hinauszögern.

15.01 Uhr: Weiter geht´s mit der Entlastung des Verwaltungsrats, die für verschiedene Zeiträume erforderlich ist. Hierbei gibt sich die Mitgliederschar äußerst wohlgesonnen. Währenddessen wächst die Unruhe im Saal merklich. Ganz vereinzelt pfeift das „Scheich-Lied“ durch die Reihen.

Reisinger entlastet, Denkzettel für Cassalette

14.28 Uhr: Langsam wird´s ernst. Die mit Spannung erwartete Wahl des Verwaltungsrates steht in Kürze an. Mittlerweile sind 1207 Stimmberechtigte vor Ort. Zunächst stehen aber die Entlastungen des Präsidiums auf dem Programm. 

Ex-Präsident Peter Cassalette wollen viele Mitglieder diese Ehre offenbar nicht zuteil werden lassen, 779 manifestieren das mit einem klaren „Nein“.

Robert Reisinger wird ein wesentlich positiveres Zeugnis ausgestellt. er wird mit deutlicher Mehrheit entlastet. Auch die Vizepräsidenten Sitzberger und Schmidt bekommen das Wohlwollen der Mitglieder.

14.00 Uhr: Eine Löwin beschwert sich, dass ihre elfjährige Tochter beleidigt worden sei, nachdem diese Flyer für das „Team Profifußball“ verteilt habe. Reisinger fordert den Deliquenten auf, „Eier zu zeigen“ und sich bei Mutter und Tochter zu entschuldigen.

13.50 Uhr: Präsident Reisinger kündigt an, dass sich in Kürze auch die Bewerber für einen Posten im Verwaltungsrat vorstellen dürfen, die bislang nicht zu Wort kamen.

1860-Mitgliederversammlung: Die Bilder aus Freimann

Mitgliederversammlung 1860 2018
Die Mitglieder des TSV 1860 München sind am Sonntag zur Vollversammlung zusammengekommen. © sampics / Stefan Matzke / Stefan Matzke / sampics
Mitgliederversammlung 1860 2018
Die Mitglieder des TSV 1860 München sind am Sonntag zur Vollversammlung zusammengekommen. © sampics / Stefan Matzke / Stefan Matzke / sampics
Mitgliederversammlung 1860 2018
Die Mitglieder des TSV 1860 München sind am Sonntag zur Vollversammlung zusammengekommen. © sampics / Stefan Matzke / Stefan Matzke / sampics
Mitgliederversammlung 1860 2018
Die Mitglieder des TSV 1860 München sind am Sonntag zur Vollversammlung zusammengekommen. © sampics / Stefan Matzke / Stefan Matzke / sampics
Mitgliederversammlung 1860 2018
Die Mitglieder des TSV 1860 München sind am Sonntag zur Vollversammlung zusammengekommen. © sampics / Stefan Matzke / Stefan Matzke / sampics

Wettberg: „Ein Sechzger hat einen besseren Charakter als andere“

13.40 Uhr: Die nächste Legende tritt ans Mikrofon. Karsten Wettberg freut sich, dass das Wörtchen „Insolvenz“ zunächst von der Tagesordnung bei einer Löwen-Versammlung verschwunden ist. Vor der anstehenden Saison in der 3. Liga möchte der „König von Giesing“ wissen, wie es um etwaige Gefährdungsspiele im Grünwalder Stadion bestellt ist. Reisinger verweist auf die Zuständigkeit der Polizei.

Karsten Wettberg während seines Wortbeitrags.

Wettberg thematisiert den Umgang mit ehemaligen Löwen und nennt das Beispiel „Magic“ Kneißl. „Das war eine Wahlwerbung, kein Tätigkeitsbericht“, bewertet der Ex-Coach die Vorstellung des Verwaltungsrats. „Ein Sechzger hat einen besseren Charakter als andere. Das muss sich in der Öffentlichkeit wieder zeigen“, so Wettberg zur Frage des Umgangs.

13.34 Uhr: Ur-Löwe Franz Hell fordert in seinem Beitrag mehr gegenseitigen Respekt. Der sei in der Debatte um die Wahl des Verwaltungsrats zunehmend verloren gegangen. Hell kritisiert zudem, dass dem amtierenden Verwaltungsrat zu viel Redezeit eingeräumt worden sei. „Es wäre doch interessant, die weniger bekannten Kandidaten etwas besser kennenzulernen“, merkt der Langzeit-Fan an. 

Reisinger stimmt beim Thema Respekt zu: „In einem Internet-Forum vermisse ich das ganz besonders. Auch ich war überrascht, über die Länge der Beiträge des amtierenden Verwaltungsrats.“

13.14 Uhr: Die Versammlungsleitung erklärt die Aussprache für eröffnet. „Was machen wir denn, wenn wir wieder ans Tor zur Bundesliga klopfen“, wundert sich ein Mitglied über die Wandlungsfähigkeit des Grünwalder Stadions. „Ziehen wir dann wieder in eine fremde Arena um“, so die Nachfrage. „Ich verspreche Ihnen, dass jeder im Verein hart daran arbeitet, dass wir im Stadion eine Zukunft haben“, lautet die Replik des Präsidenten. Die Möglichkeit, jetzt sofort eine eigene Arena zu bauen, sei wirtschaftlich nicht gegeben.

Harsche Kritik gegen Präsident Reisinger hagelt es von einem weiteren Redner. Er würde sich Daniel Bierofkas sportlichen Erfolg zu eigen machen, so der Vorwurf. „Sind sie noch unser Präsident“, will Vereinsmitglied Dr. Kienle wissen. Reisinger habe die Vereinspolitik an Dr. Drees abgegeben. Buhrufe sind die Folge der Wortmeldung.

13.09 Uhr: Vereinsmanagerin Viola Oberländer berichtet über die Erfolge der einzelnen Abteilungen und leitet zu den Sportlerehrungen über.

Verwaltungsrat spricht über Indiskretionen

12.51 Uhr: Nun sind Indiskretionen im Verwaltungsrat Thema. Konkret geht es um pikante E-Mail-Auszüge, die das Fachmagazin kicker abgedruckt hat; Stichwort „Nadelstich-Politik“. Diese sei darauf ausgerichtet werden, „zwei Leute von der Gehaltsliste zu bekommen, die ungewöhnlich viel bezogen haben“, sagt Sascha Königsberg. 

Der Verwaltungsrat habe den Aufruhr in einer eigens einberufenen Sitzung behandelt. Technische Maßnahmen sollen derartige Vorfälle künftig verhindern. Diese werden später zur Abstimmung freigegeben.

Nun sei endlich - „für Löwen-Verhältnisse ungewöhnlich“ - eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Verwaltungsrat gewährleistet. Jetzt wird auf der Bühne auch Wahlkampf betrieben. Königsberg redet sich förmlich in Rage.

Sollte man neue Sponsoren für den Verein parat haben, solle man dies unabhängig von einer Wahl in den Verwaltungsrat anbieten, fordert das VR-Mitglied. Auf den Zuschauerrängen regt sich erster Unmut. Auch der Versammlungsleiter hätte sich laut eigener Aussage einen kürzeren Bericht gewünscht.

12.18 Uhr: Die VR-Mitglieder Verena Dietl und Robert von Benningsen sprechen etwa über die Errichtung einer vereinseigenen Sporthalle und beleuchten die Entwicklung des Behindertensports beim TSV 1860. Bezüglich des Grünwalder Stadions hallen markige Worte von der Tribüne. „Wir wollen das Maximum“ gibt sich Dietl entschlossen.

11.43 Uhr: Nun steht der Bericht des Verwaltungsrates an. Dr. Markus Drees betritt die Bühne. Ein großer Dank geht an die Fans, die dem Verein mit steigenden Eintrittszahlen den Rücken gestärkt haben. Von der KgaA gebe es nicht immer nur Positives zu berichten, viele Personalwechsel hätten die Arbeit des Verwaltungsrats in der Saison 2016/17 zunehmend erschwert. 

Ein Dank ergeht an die von Hasan Ismaik geleisteten Stundungen. Weitere Mitglieder des Verwaltungsrats berichten über ihre Arbeit.

Scharold sendet Video-Botschaft

11.31 Uhr: Ein akuter Publikumsschwund setzt ein, als der Schatzmeister zu seinem Bericht ansetzt. Lange Schlangen an der Bar sind die Folge. Heinz Schmidt spricht beinahe unbemerkt über die Zahlen der vergangenen drei Jahre. Bis zum 30.06.2017 standen die Aktiva bei 2.955.817,35 Euro, die Passiva bei 2.955.817,35 Euro. Die Umsatzerlöse sanken von 3.402.853,88 Euro vom Jahr 2016 auf 3.348.082,21 Euro im Jahr 2017. Bei der Klärung der Gemeinnützigkeit des Vereins sei man auf einem guten Weg.

11.19 Uhr: Jetzt wird Michael Scharold per Video-Botschaft zugeschaltet. Er spricht von einem „Jahr der Orientierung“, auf das die Löwen zurückblicken. Das Nachwuchsleistungszentrum bezeichnet er als „Fundament des Erfolgs“. Voller Lob ist Scharold für die Begeisterung der Fans für Regionalliga-Fußball. „Was war das für eine unglaubliche Saison. Unglaublich“, denkt der Funktionär zurück.

Was bedeutet es, dass das Geschäftsjahr mit einem negativen Ergebnis (etwa 2 Millionen Euro) endet? „Wir sind erst am Anfang eines Konsolidierungskurses. Es ist noch ein weiter Weg“, erklärt Scharold. Das Ziel bleibe aber ohne Zweifel die Bundesliga.

Michael Scharold wurde per Video-Botschaft zugeschaltet.

Durch das von Ismaik bewilligte Geld habe man eine sportlich leistungsfähige Mannschaft zusammenzustellen können. Zunächst gelte in der 3. Liga aber einmal das Prinzip Demut. „Wer hat welche Kompetenzen, wer trifft welche Entscheidungen?“. Diesen Fragen solle man künftig - anders als in der Vergangenheit - zentrales Augenmerk widmen. Scharold wünscht sich eine Abkehr von Lagerkämpfen bei den Löwen.

Reisinger spricht Klartext: „Mussten die Notbremse ziehen“

11.01 Uhr: Jetzt widmet sich Reisinger ausdrücklich der Sparte Fußball. Der Präsident beschäftigt sich detailliert mit der Organisationsstruktur der Abteilung. „Der Verein sind wir, wir alle, die hier sind“, stellt er klar und kritisiert die zurückliegende Kommunikation mit der Basis. Applaus brandet auf. Deutliche Kritik übt er an seinem Vorgänger Peter Cassalette: „Es sind dieselben Protagonisten, die an anderer Stelle die Abschaffung von 50+1 fordern."

„Vereinsvertreter wurden immer wieder mit von Ismaik öffentlich vorgetragenen Wünschen konfrontiert“. Man habe dem in der Vergangenheit mit der Einsetzung eines Ismaik wohlgesonnen Geschäftsführers Rechnung getragen. „Das Ergebnis ist bekannt“, so Reisinger.

Zunächst ging es nach dem Absturz im Sommer darum, wieder Handlungsfähigkeit herzustellen - auch wenn man dadurch ausdrücklich den Wünschen des Gesellschafters widersprechen musste. „Wir mussten die Notbremse ziehen. Ich habe das nicht gemacht, weil ich ein böser Mensch bin“, blickt Reisinger zurück.

Das vergangene Jahr bezeichnet der Funktionär als „Neuanfang“ und adelt die „unvergleichliche“ Atmosphäre rund um die Heimspiele im Grünwalder Stadion. „Die Auswärtsspiele waren eine Werbetour durch ganz Bayern“. Jetzt schon wieder von der Bundesliga zu schwadronieren, sei jedoch unsinnig. „Damit tut man dem Verein keinen Gefallen“, sagt Reisinger. „Wer ernst genommen werden will, muss realistische Ziel formulieren“, so der Ober-Löwe weiter.

Für das kommende Jahr wünscht sich Reisinger eine Fortführung des eingeschlagenen Wegs. Ein explizites Lob hat er für die sportliche Leitung um Günther Gorenzel und Daniel Bierofka übrig. 

„Kraftmeierei und öffentliche Ultimaten sind nicht hilfreich“ sagt Reisinger mit Bezug auf die Stadionfrage. Der Präsident verklagt die zunehmende Verrohung in der Diskussion. „Wir müssen lernen, besser zu streiten“, fordert der Ober-Löwe.

10.52 Uhr: Es folgen die Berichte des Präsidiums. Reisinger nimmt vorher noch einmal einen Schluck. „Das könnte länger dauern“, eröffnet der Funktionär. Zunächst hebt er die Bedeutung des Amateursbereichs hervor. „Da wächst etwas heran, was vor Jahren noch undenkbar gewesen wäre“, so Reisinger. Der Löwen-Präsident kündigt den Bau einer eigenen Sporthalle an, ein Standort steht jedoch noch nicht fest.

10.42 Uhr: Präsident Reisinger erinnert nun an die im vergangenen Jahr verstorbenen Löwen zurück. Der Saal erhebt sich für eine Gedenkminute. Nächster Punkt auf der Tagesordnung ist die Abstimmung über die Ernennung von Ehrenmitgliedern.

Bauer richtet ein großes Lob ans Auditorium. „So reibungslos lief bislang noch keine Versammlung“, sagt er anerkennend.

Tagesordnung wird unter Gelächter abgesegnet

10.32 Uhr: Die Tagesordnung wird ohne Einwände durchgewunken. „Das überrascht mich“ schmunzelt Bauer. Allgemein ist die Stimmung im Saal bislang relativ gelöst - das könnte sich später noch ändern. Es wird eine Tonaufnahme der Veranstaltung geben.

10.18 Uhr: Jetzt geht´s tatsächlich los, Präsident Robert Reisinger eröffnet die Versammlung. 974 stimmberechtigte Mitglieder sind zum jetzigen Zeitpunkt anwesend. Auch für Bernhard Winkler gibt es eine explizite Begrüßung.

Zunächst wird ein Versammlungsleiter (Daniel Bauer) bestimmt, Reisinger bezeichnet dies als „professionelles Vorgehen“. Dies würde ihm erlauben, sich genauer auf die Beantwortung entstehender Fragen einzugehen. Großer Applaus im Saal ist die Folge.

„Das Pfeifen vom Scheich-Lied ist bitte zu unterlassen“, fordert Bauer, der sich eine störungsfreie Versammlung wünscht, als erste Amtshandlung. Inzwischen hat sich die Zahl der stimmberechtigten Mitglieder auf 985 erhöht.

10.08 Uhr: Applaus brandet auf, als verkündet wird, dass die Versammlung in fünf Minuten beinahe pünktlich beginnen soll. Vierstellig dürfte die Anzahl der anwesenden Löwen immer noch nicht sein.

09.54 Uhr: In wenigen Minuten soll es nun also losgehen. Die Anwesenden tauschen sich vorab noch einmal aus. Beherrschendes Thema ist wenig überraschend die bevorstehende Wahl des Verwaltungsrates.

09.39 Uhr: Noch ist in der Halle Platz für weitere Interessierte. Hat etwa das schlechte Wetter einigen Anhängern die Lust auf hitzige Diskussionen genommen? Mit Bussen sind offenbar kaum Fans angereist. Die Verteilung der Sitzgruppen weist derzeit eine klare Neigung zum Ausschankbereich auf.

So wie zu Beginn der Versammlung sieht es mittlerweile im Zenith aus.

Der Wahlkampf wurde derweil bereits am Gleis eingeleitet. Vertreter beider Lager verteilten Flyer am Bahnsteig.

+++ Es verspricht heute hitzig zu werden: In einem Interview mit der „Bild“ hat Präsident Robert Reisinger seinen Vorgänger Peter Cassalette scharf attackiert und für die schlechten Zahlen des Vereins verantwortlich gemacht. Cassalette habe in seiner Amtszeit katastrophal gewirtschaftet.

Am Sonntagmorgen meldet sich der Ex-Präsident zu Wort. Hier die Mitteilung im Wortlaut:

“Dass Reisinger einen Tag vor der Mitgliederversammlung gegen mich nachtritt, ist ein schäbiges Verhalten. Damit will er von seinem eigenen Fehlverhalten ablenken. Ich sage klipp und klar: Reisinger war als Verwaltungsrat selbst Teil der Schuldenpolitik. Er hat – wie seine beiden Vizes Hans Sitzberger und Heinz Schmidt auch – immer alle Entscheidungen, sei es für Spielertransfers oder Infrastruktur am Vereinsgelände, mit abgenickt. Dass Reisinger darüber nicht spricht, passt zu seinem Charakter. Reisinger ist kein falscher Fünfziger, sondern ein falscher Sechziger. 

Auch hat er bei 1860 versucht an die Geldtöpfe zu kommen: Er hat sich in der Präsidentschaft von Gerhard Mayrhofer als Geschäftsführer bei der KGaA beworben. Das ist ihm heute natürlich unangenehm. Reisinger verschweigt die Wahrheit, verdreht sehr gerne die Tatsachen oder brüskiert langjährige Sponsoren wie Hacker-Pschorr, in dem er Pressekonferenzen bei einem Mitbewerber veranstaltet. Und wenn Reisinger nicht mehr weiter weiß, dann ruft er seine Freunde vom Wochenanzeiger an. Die helfen ihm dann aus der Patsche. Sein Spiel ist für jeden durchschaubar."

+++ Auf der Linie U6 ist aktuell Pendelverkehr. Richtung Freimann fahren nicht allzu viele Züge - und die dürfen schnell voll sein.

+++ Hallo und herzlich willkommen zu unserem Live-Ticker von der ordentlichen Mitgliederversammlung 2018 des TSV 1860 München in der Kulturhalle Zenith in Freimann. Auf der Tagesordnung stehen u.a. die Wahl des Verwaltungsrates, des Ehrenrates, der Kassenprüfer und der Seniorenvertreter. Startschuss für die weiß-blaue Polit-Großveranstaltung ist um 10.00 Uhr. Die größte Brisanz steckt in der Wahl des Verwaltungsrates (Tagesordnungspunkt Nr. 11), denn dort droht eine Blockwahl.

Die Fanvereinigung Pro1860 gegen das Team Profifußball um Unternehmer Klaus Ruhdorfer und Ex-Löwen-Torjäger Bernhard Winkler. Während Pro1860 sich klar für eine Weiterführung der aktuellen Vereinspolitik ausspricht, die auf jegliche weitere Verschuldung durch Darlehen von Hauptgesellschafter und Investor Hasan Ismaik verzichten und autonom wirtschaften möchte, will das Team Profifußball sich dem Jordanier wieder annähern.

Pro1860-Sprecher Hans Vonavka sagte der tz, das Team Profifußball wolle aus seiner Sicht  „die Autonomie des Vereins untergraben.“ Sie seien „dem Investor zugeneigt und wollen 50+1 kippen. Der aktuelle Weg ist der richtige – wie zum Beispiel mit den Genussscheinen.“ Das Team Profifußball sieht das etwas anders. „Wir stehen für ein Miteinander zwischen den beiden Gesellschaftern“, erklärte Winkler zuletzt im Interview mit dem Münchner Merkur. Dass gemeinsame Ziele verfolgt werden.“ Es wird also wohl eine Wahl zwischen zwei Fronten.

Bei uns verpassen Sie nichts von der ordentlichen Mitgliederversammlung 2018 des TSV 1860 München. Wir berichten im Live-Ticker aus der Kulturhalle Zenith in Freimann.

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