Australier spricht über Lorant

Ex-Löwe Agostino erklärt: Diese Partie war der Untergang von 1860 München

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TSV 1860 München: Paul Agostino (l.) nennt das Leeds-Spiel den Wendepunkt bei den Löwen.

Paul Agostino erlebte die erfolgreichsten Zeiten bei den Löwen. In einem Interview erläutert er die Gründe für den Abwärtstrend der Sechziger und spricht über die Zeiten unter Lorant. 

München - 19 Jahre ist es her, dass der TSV 1860 München um ein Ticket für die Champions League kämpfte. Damals hieß der Gegner Leeds United. Das Hinspiel unterlagen die überlegenen Löwen damals an der Elland Road unverdient mit 1:2. Torschütze war Paul Agostino, der in der 90. Minute nach Vorlage von Thomas Häßler per Kopf den wichtigen Auswärtstreffer erzielte. Mit von der Partie war damals auch der heutige Coach Daniel Bierofka. Das Rückspiel vor 56.000 Zuschauern im Olympiastadion verlor der TSV dann mit 0:1 und verpasste damit die Champions League. 

Für Agostino war diese Partie „der Höhepunkt ganz sicher, aber auch der Wendepunkt. Es war der Anfang eines sehr langen Abwärtstrends“, so der Australier im Interview mit dem kicker.

Anschließend wurden bei den Löwen nämlich viele Fehler gemacht, so der ehemalige Stürmer. Vor allem die unterschiedlichen Vorstellungen von Trainer Werner Lorant und des damaligen Präsidenten Karl-Heinz Wildmoser trugen zum Absturz bei. 

TSV 1860 München: Paul Agostino nennt Leeds-Spiel Wendepunkt bei dem Löwen

„Er (Lorant, Anm. d. Red.) wollte alles oder nichts, wollte Neuverpflichtungen. Darunter hat ihre Freundschaft, oder ihre gute Zusammenarbeit, gelitten. Das kann man sicher sagen“, so Agostino. 

Dennoch sei die Zeit unter dem Trainer Lorant „herrlich“ gewesen, so der Australier: „Ich bin jeden Tag voll motiviert und mit großer Freude zum Training gegangen. Wir wurden knallhart, aber fair behandelt. Es gab auch Belohnungen.“ 

Unter Lorant herrschte auch noch eine ganz andere Atmosphäre im Verein. Jetzt seien „andere Bedingungen“, sagt Agostino. „Investor, Verein - das ist für die Fans nicht zu beeinflussen. Sicher könnte es sofort wieder nach oben gehen, aber nur, wenn es im Verein ein Miteinander gibt. Das sehe ich aber nicht. Das ist seit Jahren das Problem.“

Zum einstigen großen Erfolg der Löwen wird das Spiel am Samstag nicht führen. Doch der TSV 1860 München muss gegen den 1. FC Magdeburg trotzdem zeigen, dass sie nicht ins untere Tabellendrittel gehören.

fs

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