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Pereira: „Matmour passt nicht ins System“

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Von: Ludwig Krammer

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Karim Matmour scheint bei den Löwen keine Zukunft mehr zu haben.
Karim Matmour scheint bei den Löwen keine Zukunft mehr zu haben. © sampics

München - Drei Siege in vier Rückrundenspielen, sieben Punkte Luft zu den Abstiegsplätzen – eigentlich könnte die Lage an der Grünwalder Straße zurzeit ganz entspannt sein. Doch Sechzig wäre nicht Sechzig, wenn es nicht trotzdem Unruhe gäbe.

Am Mittwoch stellte der Zweitligist seinen Hauptsponsor „Die Bayerische“ und seinen Vermarkter „Infront“ per Pressemitteilung in den Senkel, monierte mangelnde Professionalität und Sorgfalt bei einer Werbeaktion im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg. Seit Donnerstag nun gibt es einen weiteren Fall. Im Mittelpunkt: Karim Matmour, der – Zitat Bild – mit „Mobbing“-Methoden weggeekelt werden soll.

Laut bestätigten Informationen des Blattes war Matmour vergangenen Dienstag als einziger Spieler nicht zum Mannschaftsabend ins Hotel The Charles eingeladen, den Finanzier Hasan Ismaik nach dem Sieg gegen Nürnberg organisiert hatte. Und auch beim Training ist der 31-jährige Ex-Nationalspieler Algeriens nicht mehr erwünscht. Ihm sei „mündlich von Vereinsseite mitgeteilt worden“, dem Abschlusstraining fernzubleiben, berichtete Bild. Eine schriftliche Nachfrage bei Geschäftsführer Anthony Power blieb bislang unbeantwortet.

Pereira droht mit Abbruch der PK

Auch Trainer Vitor Pereira wurde Donnerstag mit dem Thema konfrontiert. Der Portugiese erklärte, dass Matmour (Vertrag bis 2018) in seinen Planungen keine Rolle mehr spiele und darüber auch informiert worden sei. „Ich habe Karim gesagt, dass er nicht zu meinen Vorstellungen im System passt“, sagte Pereira. „Er ist ein klarer Zehner, wir haben aber keinen Zehner. Er ist nicht schnell genug, um außen zu spielen und er hat nicht die Aggressivität, um als Box-to-Box-Spieler zu verteidigen und nach vorne zu kommen.“ Der Rest sei „eine Sache zwischen Verein und Spieler“. Auf Nachfrage, ob Matmour am Training teilgenommen habe, stellte Pereira gar einen Abbruch der Pressekonferenz in Aussicht. Wie sich herausstellte, hatte Matmour nicht mittrainiert. Nach tz-Informationen ist die Angelegenheit inzwischen beim Anwalt. Der Berater des Spielers wollte sich Donnerstag nicht öffentlich äußern.

Vor- und Nachteile des großen Löwen-Kaders im Faktencheck

Das Union-Spiel (hier geht‘s zum Live-Ticker!) ist für Pereira „ein schwieriger Test gegen einen starken Gegner. Sie haben eine klare Spiel­idee, sie sind sehr aktiv. Aber wir wissen, wo unsere Stärken sind. Unser Ziel ist es, nach Berlin zu fahren, um dort drei Punkte zu holen.“ Die teils euphorischen Reaktionen nach dem Nürnberg-Spiel sind für Pereira nur schwer nachvollziehbar. Er wolle seine Spielweise nicht nur 45 Minuten sehen, sondern über die gesamte Distanz. „Ich will mehr, auch qualitativ. Zufrieden werde ich nie sein.“ Ein Perfektionist eben.

Den Fans würde wohl auch ein Arbeitssieg reichen. Rund 1100 Löwen-Anhänger werden in der Alten Försterei erwartet. Vor einem Jahr gab’s dort eine Abreibung für Sechzig. 0:3 verlor das Team von Trainer Benno Möhlmann. Stefan Ortega, Maxi Wittek, Kai Bülow und Levent Aycicek waren dabei – und werden entsprechend gewarnt sein.

lk

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