Präsident versteht schlechte Laune Ismaiks

Cassalette glaubt nicht an ein "Horrorszenario"

+
Friede, Freunde, Eierkuchen: Anfang November schien die Löwenwelt noch in Ordnung.

München - Bleiben neue Gelder aus, droht dem TSV 1860 München die Insolvenz. Was Hasan Ismaik plant, bleibt unklar. Löwen-Präsident Cassalette glaubt nicht an die Insolvenz.

Der TSV 1860 München braucht mal wieder Geld, viel Geld. Einerseits benötigen die Löwen, um den Absturz in die 3. Liga zu verhindern, dringend neues Spielerpersonal. Der Verkaufserlös von Marius Wolf (die Rede ist von rund zwei Millionen Euro) ist hierfür erstmal eine gewisse Grundlage, damit Sportdirektor Oliver Kreuzer die Personalplanungen weiter vorantreiben kann. Andererseits steht dem TSV 1860 München im März eine weitaus höhere Hürde vor der Brust, wenn es darum geht bei der DFL die Liquidität für die kommende Saison vorzuweisen. Die Rede ist von fünf bis sechs Millionen Euro, um dem Spielbetrieb auch in der Saison 15/16 zu sichern und den Weg in die Insolvenz zu vermeiden. 

Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik zeigte sich in den vergangenen Wochen jedoch nicht gewillt, dem Verein neue Darlehen zu gewähren. Als Grund schob er hierfür vielsagend und gleichzeitig auch sehr unpräzise "spürbare Veränderungen" im Verein vor. Auch der Besuch von Präsident Peter Cassalette in Abu Dhabi brachte keine neuen Erkenntnisse.

Löwen-Präsident Cassalette glaubt nicht an eine Insolvenz

Der Kicker berichtet in seiner Donnerstagsausgabe, dass es intern nun Signale gegeben hätte, dass Hasan Ismaik eine Insolvenz nicht zulassen werden. Genauer wird das Sport-Fachblatt in seinen Andeutungen jedoch nicht, sondern zitiert lediglich noch Präsident Peter Cassalette mit den Worten: "Ich glaube nicht, dass wir ein Horrorszenario an die Wand malen müssen."

Zuvor habe sich Ismaik zudem erkundigt, wie seine sonderbaren Nachrichten, die er seit kurzem über Facebook und Twitter verbreitet, beim Verein und den Fans angekommen seien. Die mit dem Verein nicht abgestimmte Medienkampagne sorgt seit Tagen für großteils Unverständnis unter den Fans und auch der Verein ist - welch Wunder - über die Offensive des Mehrheitsgesellschafters nicht sonderlich erfreut, präsentieren sich die Löwen in ihrer Außendarstellungen dadurch mal wieder mehr als unglücklich. 

"Habe alles versucht Ismaik zu motivieren"

Um den Jordanier nicht zu verärgern, habe man sein Missfallen jedoch verschwiegen so der Kicker weiter. Ismaiks "Grundfrust" könne Cassalette aber verstehen, dass sei in der aktuellen Situation "doch normal". Bei seinem Besuch in Abu Dhabi in der vergangenen Woche habe er "alles versucht, ihn zu motivieren." Ein positives Ergebnis der Bemühung zeichnet sich allerdings (noch) nicht ab.

Und während der Präsident nach Abu Dhabi reiste, um das Verhältnis zu Hasan Ismaik wieder zu kitten, meiden die beiden Geschäftsführer der Profiabteilung, Markus Rejek und Noor Basha, seit Wochen die Öffentlichkeit. Besonders bei Noor Basha, der seinen Cousin bekanntlich als verlängerter Arm in München dienen soll und erst im Sommer in den verantwortungsvollen Posten eines Geschäftsführers gehoben wurde, stellt sich mittlerweile die Frage, welche Aufgabe er überhaupt in der KGaA übernimmt.

Die zuletzt von Ismaik getätigten Aussagen, er fühle sich nicht gut genug informiert, zeugen nicht gerade von einem guten Arbeitszeugnis seines Cousins. Gleichzeitig stellt sich auch die Frage, inwiefern Hasan Ismaik seinen Aufgaben als Aufsichtsratsvorsitzender, bei dem er qua Amt in alle Entscheidungen mit eingebunden ist, überhaupt noch nachkommt. Eines jedoch steht fest: Trotz Winterpause herrscht bei den Löwen weiterhin viel Trubel.

ep

auch interessant

Meistgelesen

Rekord-Löwe Ribamar feiert Debüt - „Er hat’s gut gemacht“
Rekord-Löwe Ribamar feiert Debüt - „Er hat’s gut gemacht“
Lacazette: „Mein Ziel heißt Stabilität“
Lacazette: „Mein Ziel heißt Stabilität“
Taktikexperte erklärt: Darum ist das Pereira-System gut für 1860
Taktikexperte erklärt: Darum ist das Pereira-System gut für 1860
Auf diesen Positionen müssen die Löwen nachbessern
Auf diesen Positionen müssen die Löwen nachbessern

Kommentare