Bei 1860 wird Tacheles geredet

Grosser vor Fürth-Spiel : Elf echte Kerle sollt ihr sein

München – Peter Grosser, der Meisterlöwe von 1966, tauschte mit 1860-Kapitän Christopher Schindler gerne sein Trikot, warnt aber seine 60er vor dem anstehenden Ligaspiel gegen Greuther Fürth. 

Peter Grosser (77) weiß, dass Kleider noch keine Fußballer machen. Der Kapitän der Meistermannschaft hat zwar Mittwoch mit sichtlicher Freude das offizielle Jubiläumstrikot der TSV 1860 präsentiert, eine Würdigung des großen Titelcoups vor 50 Jahren. Dem einstigen Mittelfeld-Zampano war es vor dem morgigen Zweitliga-Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth (18.30 Uhr, Allianz Arena) aber auch ein Anliegen, aufs Wesentliche hinzuweisen: „Wichtig ist nicht, welches Trikot man trägt, sondern dass echte Kerle, echte Löwen drinstecken.“

Grossers Bemerkung barg den indirekten Vorwurf, dass zuletzt nicht viel zu sehen war von echten Kerlen im Löwen-Dress. Nach den erschreckend schwachen Auftritten gegen Bielefeld (1:1) und Karlsruhe (1:3) herrscht im Lager der Blauen, Drittletzter der Tabelle, jedenfalls wieder Alarmstufe 1. „Jedes Spiel ist ein Endspiel, so müssen wir das auch angehen“, sagte der aktuelle 1860-Kapitän Christopher Schindler, der schon in der vergangenen Saison die Erfahrung gemacht hat, wie es im Abstiegskampf zugeht: „Es wird verdammt schwer, wenn man weiß: Man muss gewinnen.“

Das gilt natürlich bereits für die Partie gegen Fürth. „Wir müssen ein gutes und erfolgreiches Spiel abliefern“, sagte Trainer Benno Möhlmann. Seine Spieler hat er sich wochentags zur Brust genommen: „Wir haben Tacheles geredet“, erzählte er. Und der 61-Jährige ist sich einigermaßen sicher, dass seine kritischen Worte angekommen sind: „Ich habe am Ende gefragt, ob es irgendjemand anders sieht? Es hat sich aber keiner gemeldet.“

Kreuzer dementiert

Für leichte Irritationen sorgte Mittwoch die „Sport Bild“. Das Magazin nannte Oliver Kreuzer als Top-Kandidaten für den Managerposten bei Hannover 96. Doch der 1860-Sportdirektor dementierte sogleich: „Mich hat niemand von Hannover kontaktiert, das Thema interessiert mich auch überhaupt nicht. Ich habe mich dieser Aufgabe hier bei den Löwen verschrieben, meine 100-prozentige Konzentration gilt Sechzig – und zwar nicht nur für die nächsten Wochen.“

Rubriklistenbild: © Christina Pahnke / sampics

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