1860-Geschäftsführer sauer

Rejek rügt Ismaik: "Grenze überschritten"

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Markus Rejek.

München - Geschäftsführer Markus Rejek vom TSV 1860 München will sich von Investor Hasan Ismaik nicht zum Sündenbock für die prekäre sportliche Situation des Zweitligisten abstempeln lassen.

Geschäftsführer Markus Rejek vom TSV 1860 München will sich von Investor Hasan Ismaik nicht zum Sündenbock für die prekäre sportliche Situation beim Fußball-Zweitligisten abstempeln lassen. Mit der Entlassungsforderung gegen ihn und seinen Geschäftsführerkollegen Noor Basha habe der Mehrheitsgesellschafter „eine Grenze überschritten“, sagte Rejek der „Süddeutschen Zeitung“ (Sonntag). Er nehme die Forderung „schon ernst“, schloss einen freiwilligen Rückzug allerdings auf Nachfrage aus. „Wir brauchen Punkte und keine weitere Unruhe“, mahnte Rejek vor dem wichtigen Zweitliga-Heimspiel am Sonntagnachmittag gegen den VfL Bochum.

„Ich lasse mich gerne an meinen Leistungen messen. Aber nur in Bereichen, die in meine Zuständigkeiten fallen“, sagte Rejkek: „Und ich verantworte nicht den Sport. Der Sport steht weder in meiner Vita noch in meinem Arbeitsvertrag. Das weiß auch Hasan Ismaik.“

In dem von ihm verantworteten kaufmännischen Bereich sei es „unter den schwierigsten Rahmenbedingungen gelungen, den Verein wirtschaftlich und operativ zu führen“, erklärte Rejek. An einen Rücktritt denke er nicht: „Die Frage stellt sich für mich gar nicht.“

Laut übereinstimmenden Medienberichten hatte Ismaik bei einem Fantreffen am Freitagabend gefordert, die zwei Verantwortlichen für den Profifußball-Betrieb müssten abgelöst werden. Man habe darüber geredet, bestätigte Vereinspräsident Peter Cassalette der SZ. Er habe Ismaik jedoch gesagt, dass er erst mit den Gremien darüber sprechen müsse und so etwas nicht allein entscheiden könne.

Noor Basha ist ein Cousin von Ismaik und seit dieser Saison für den sportlichen Part in der Geschäftsführung zuständig. „Herr Rejek und Herr Noor haben leider keinen Erfolg gebracht. Wir brauchen einen starken Haupt- und Finanzgeschäftsführer“, sagte Ismaik bei der internen Fanveranstaltung laut des zumeist gut informierten Blogs „dieblaue24.com“.

Bei seinem Besuch in München waren nicht nur die Geschäftsführer Thema für Ismaik. Mit Oberbürgermeister Dieter Reiter erörterte der Jordanier auch den Bau eines neuen Stadions im Stadtteil Riem. Die Finanzierung der Arena stehe, verkündete Ismaik - nur wenige Wochen nachdem er damit drohte, überhaupt kein Geld mehr zu investieren.

Rejek sprach von Luftschlössern. „Ehe in einer Arena in Riem gegen den Ball getreten wird, vergehen sieben bis acht Jahre! Niemand weiß, wie teuer dieses Bauprojekt werden wird. Es gibt ja noch überhaupt keine Prüfung, keine Machbarkeitsstudie!“, sagte er. Die „Löwen“ haben außerdem noch einen bis ins kommende Jahrzent reichenden Mietvertrag mit dem FC Bayern München in der Allianz Arena.

dpa

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