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TSV 1860: Olympiastadion nicht zweitliga-tauglich – Reisinger schließt eigene Arena nicht aus

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Von: Kilian Drexl

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Robert Reisinger will eine Lösung für die Stadionfrage der Löwen finden.
Robert Reisinger will eine Lösung für die Stadionfrage der Löwen finden. © IMAGO/Ulrich Wagner

Der TSV 1860 befindet sich mitten im Projekt Zweitligaaufstieg. Unvermeidliches Diskussionsthema dabei: Die Stadionfrage

München - Nach zweimal Platz vier haben die Löwen vor der Saison den Aufstieg in die 2. Bundesliga als Ziel ausgerufen. Die Mannschaft von Trainer Michael Köllner startete hervorragend in die Saison und stand vom ersten Spieltag bis zur Niederlage beim SC Freiburg am Mittwochabend durchgehend auf einem direkten Aufstiegsplatz. Zuletzt war allerdings der Wurm drin und die Blauen sind nach drei Pleiten in der Verfolgerrolle. Mit einem Punkt Rückstand auf Rang drei (Freiburg II auf Platz zwei darf nicht aufsteigen) ist aber weiterhin alles möglich.

Reisinger will Lösung die sich „wirtschaftlich rechnet“

Weil die Kultspielstätte an der Grünwalder Straße aktuell keine Aussicht auf eine dauerhafte Lizenz für die 2. Bundesliga hergibt, ist ein möglicher Aufstieg auch zwangsläufig mit der ewigen Stadiondiskussion verbunden. Sollten die Löwen hochgehen, müssen dafür bereits im Vorhinein die Weichen gestellt werden. Jetzt soll es Ende November einen Stadiongipfel der Sechziger mit Oberbürgermeister Dieter Reiter geben. Präsident Robert Reisinger wünscht sich ein Stadion, „das sich wirtschaftlich rechnet, am besten mit 21.000 bis 25.000 Zuschauern“.

„Ich erwarte einen konstruktiven Austausch mit dem Rathaus. Es werden alle Optionen geprüft“, verriet er der Bild. Eine Option, deren Wirtschaftlichkeit schon länger diskutiert wird, ist der Ausbau des Grünwalder Stadions unter den aktuellen Voraussetzungen. Laut OB Reiter wäre nämlich eine Gesamtkapazität von maximal 18.105 Zuschauern möglich. Die Kosten für den Umbau: Mindestens 77 Millionen Euro.

Reisinger: „Olympiastadion steht in nächster Zeit nicht für Zweitliga-Fußball zur Verfügung“

Der Oberbürgermeister selbst schlug den Löwen beim Besuch des Oktoberfests eine Rückkehr ins Olympiastadion vor. Reisinger sieht diese Option ebenso wie eine Aufteilung der Spiele zwischen den beiden Stadien derzeit als wenig realistisch an: „Nach meinen Informationen steht das Olympiastadion in nächster Zeit nicht für Zweitliga-Fußball zur Verfügung. Eine Aufteilung, Spiele im Grünwalder und im Olympiastadion auszutragen, wird organisatorisch, allein schon wegen dem Spielplan extrem schwer umsetzbar sein. Die DFL schreibt eine uneingeschränkte Nutzung des Stadions vor, dies ist im Olympiastadion nicht gegeben“.

Was die DFL ebenfalls in den ersten beiden Profiligen vorschreibt, ist eine Überdachung aller genutzten Plätze. Dies trifft im Olympiastadion allerdings nur auf rund 35.000 Plätze zu. Sollten die Löwen also für Topspiele umziehen, dürfte wohl auch die Stimmung unter einem nur halb gefüllten Olympiastadion leiden - und damit keine adäquate Lösung für die Zukunft.

Stadionneubau? Reisinger würde sich „nicht dagegen aussprechen“

Eine Rückkehr in die Allianz Arena scheint aktuell für alle Partien keine Option zu sein, womit zwangsläufig auch immer wieder ein möglicher Stadionneubau ins Spiel kommt. Gesellschafter Hasan Ismaik wollte 2016 ein Stadion in Riem errichten lassen. Die Pläne scheiterten damals vor allem an der Größe der Baufläche.

Reisinger sagt zum Thema eigenes Stadion: „Darüber wurde bisher intern noch nicht gesprochen“. Falls ein Neubau aber „wirtschaftlich und möglich wäre“, würde sich Reisinger „nicht dagegen aussprechen“. Doch bis dahin müssten die Löwen viele Dinge besprechen. Das größte Problem, das aus dem Weg geräumt werden müsste, wäre die Suche nach einem geeigneten Grundstück für den Bau eines eigenen Löwenkäfigs. Außerdem müsste sich der Klub mit Hasan Ismaik einigen. Stadt und Freistaat wären ebenfalls im Boot und müssten von den Plänen überzeugt werden. Viele Hürden also, die auf dem Weg zum eigenen Reich genommen werden müssten. (Kilian Drexl)

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