1. tz
  2. Sport
  3. 1860 München

Gebhart bei den Löwen: Die letzte große Chance

Erstellt:

Von: Ludwig Krammer

Kommentare

Timo Gebhart will es noch einmal bei den Löwen versuchen. Einen Vertrag hat er aber noch nicht.
Timo Gebhart will es noch einmal bei den Löwen versuchen. Einen Vertrag hat er aber noch nicht. © Christina Pahnke / sampics

Seit Dienstag trainiert Timo Gebhart wieder beim TSV 1860 München. Der Rückkehrer hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Die Löwen sind seine letzte Chance.

München - Achteinhalb Jahre ist es her, dass Timo Gebhart für drei Millionen Euro von den Zweitliga-Löwen zum VfB Stuttgart in die Bundesliga wechselte. Als U19-Europameister schien dem Memminger die Welt offen zu stehen. Kreative Mittelfeldspieler seiner Güte gab es hierzulande (noch) nicht im Überfluss.

Seit Dienstag ist Gebhart zurück beim TSV 1860. Die Vertragsunterschrift steht weiterhin aus, am Nachmittagstraining nahm Gebhart mit einer Gastspielgenehmigung teil. Die erste Reaktion: „Natürlich freue ich mich, wieder hier zu sein. Es ist lange her. Ich möchte bei Sechzig angreifen.“ Dass Gebhart nach Stationen in Nürnberg, Bukarest und zuletzt Rostock nun mit 28 Jahren zum viertklassigen TSV 1860 zurückkehrt, ist bei aller Freude der Fans über den verlorenen Sohn auch das Ergebnis einer vergeudeten Karriere. Verletzungen, falsche Freunde, Rotlicht-Geschichten – aus diesen Zutaten ist Gebharts Image vom unprofessionellen Kicker entstanden, das er nun bei den Löwen zu widerlegen versucht. Bei Trainer Daniel Bierofka (38), dem Trainer, mit dem er bei 1860 einst zusammenspielte und der ihn nun zurück in die Spur bringen will. Bierofka kennt Gebharts spielerische Fähigkeiten ebenso wie seine Macken. „Timo ist ein Typ“, sagt er. „Einen solchen Typen können wir gebrauchen. Wir brauchen nicht elf Klosterschüler.“

Das ist Gebhart gewiss nicht. „Ich weiß, dass ich Fehler gemacht habe“, sagte er 2016 in einem Interview. „Es ist schwer, aus einer Schublade zu kommen, wenn man erst einmal drin ist. Ich weiß mittlerweile, wie eine Überschrift aussieht, wenn ich ein Interview gebe. Da steht jedes Mal ‚Bad Boy‘ oder ‚Skandal-Profi‘ davor. Und so lange ich nicht spiele, kann ich dieses Image leider nicht verbessern.“ Für Hansa Rostock bestritt Gebhart in der vergangenen Drittliga-Saison 17 Spiele (vier Tore), Muskelverletzungen setzen ihn drei Monate lang außer Gefecht. Sechzig ist die große und vielleicht letzte Chance, die Kurve nochmal zu kriegen. „Ich kann nur eines sagen“, postete Gebhart am Montag bei Instagram. „Es gibt nur einen Club im Leben der dein Herz höher schlagen lässt und für diesen Verein verzichtest du auf vieles.“

Seinen ersten Einsatz wird Gebhart wohl am Sonntag (14 Uhr) beim Test gegen den VfB Stuttgart II in Winterlingen haben. Die Vertragsunterschrift folgt, sobald finanzielle Klarheit bei 1860 herrscht.

Über die aktuellen Entwicklungen bei den Löwen halten wir Sie in unserem News-Ticker auf dem Laufenden.

Auch interessant

Kommentare