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TSV 1860: Lex, Bär, Steinhart? – Köllner sucht den Ober-Löwen

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Von: Jacob Alschner

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Ordentlich Löwen-Roar: Stefan Lex hat gute Chancen, sein Kapitänsamt beim TSV zu behalten.
Ordentlich Löwen-Roar: Stefan Lex hat gute Chancen, sein Kapitänsamt beim TSV zu behalten. © Frank Hoermann/SVEN SIMON / Imago images

Auf sinkenden Schiffen, so sagt man, geht der Kapitän immer als Letzter von Bord. Nun ist der TSV 1860 derzeit das glatte Gegenteil eines havarierten Liga-Dickschiffs.

München – Aussortiert und von Bord gegangen sind nach der vergangenen Saison gleich acht Spieler und der Löwen-Dampfer nimmt mit bisher neun Neuen geradewegs Kurs auf die 2. Bundesliga.

Nur einer ist offiziell noch immer nicht an Deck: der neue Kapitän der Sechzger. Ein Überblick, wer in der kommenden Spielzeit die Binde tragen könnte.

TSV 1860: Bleibt alles beim Alten?

Die naheliegendste Lösung wäre nach wie vor Stefan Lex. Der 32-Jährige beerbte im Winter Sascha Mölders nach dessen Abgang auf dem Posten des Spielführers und es spräche für Trainer Michael Köllner (32) eigentlich wenig dafür, daran etwas zu ändern. Lex führte die Löwen seit dem Auswärtssieg in Dortmund am 11. Dezember in allen seiner 18 Einsätze als Kapitän auf den Platz. In der gesamten Saison 21/22 gelangen dem gebürtigen Erdinger starke 21 Torbeteiligungen in 35 Ligaspielen. Köllner bescheinigte Lex, einen „tollen Job“ als Kapitän gemacht zu haben. Dazu kommt: Lex geht in seine fünfte Saison auf Giesings Höhen, kennt den Verein, dessen Publikumsliebling er ist, mittlerweile in- und auswendig. Würde Köllner ihm die Binde wieder entziehen, könnte das für unnötige Unruhe sorgen.

Echter Neuner: Marcel Bär
Echter Neuner: Marcel Bär © IMAGO/Eibner-Pressefoto

Nicht durch seine Vereinszugehörigkeit, sondern vielmehr durch seine bestechenden Leistungen würde sich auch Stürmer Marcel Bär als Capitano anbieten. Erst im letzten Jahr aus Braunschweig gekommen, entwickelte sich der 30-Jährige Niedersachse auf Anhieb zum Löwen-Leader, seine 21 Tore, mit denen er sich in der letzten Saison zum Top-Torschützen der 3. Liga ballerte, sprechen Bände. Bär genießt hohes Ansehen im Verein und eine Menge Respekt beim Gegner. Er wäre ebenfalls eine geeignete Besetzung.

TSV 1860: Wird Nezugang Verlaat gleich zum Anführer?

Auch denkbar: Phillipp Steinhart. Der 29-jährige linke Außenverteidiger wird immer mehr zum Anführer unter den Löwen, hat seit letzter Saison einen Platz im Mannschaftsrat. Auch seine Bilanz in der letzten Saison lässt sich sehen: Vier Torbeteiligungen stehen für den Dauerbrenner (32 Ligaspiele) zu Buche. Dazu trug er in den letzten beiden Testspielen in Schönau (8:0) und gegen den KSC (4:0) die Binde. Gegen Steinhart spricht, ähnlich wie bei Lex, höchstens die Position. Viele Trainer legen Wert darauf, dass ihr Kapitän eine geografisch zentrale Rolle auf dem Platz spielt.

Links hinten: Steinhart.
Links hinten: Steinhart. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

Eine solche würde beispielsweise Neu-Löwe Jesper Verlaat einnehmen. Auch wenn der Ex-Mannheimer mit 26 Jahren vergleichsweise jung ist, ist er in der Innenverteidigung als Abwehrchef gesetzt. Schon in den Testspielen ging jeder Angriff von ihm aus. Er könnte ein Kandidat für den verlängerten Arm Köllners sein – trotz seines Daseins als Neuling.

Abwehrchef: Verlaat.
Abwehrchef: Verlaat. © IMAGO/Ulrich Wagner

Noch zentraler wird Tim Rieder (28) auftreten. Der von Türkgücü gekommene Sechser wird einer der Führungsspieler beim TSV werden. Dass er das Kapitänsamt übernimmt, ist jedoch unwahrscheinlich. Gefragt danach sprach er sich für Stefan Lex aus: „Der Lexi macht das super. Deswegen kann er ruhig Kapitän bleiben.“

Theoretisch wäre auch Keeper Marco Hiller (25) ein Kandidat, doch auch ihm fehlt, räumlich gesehen, die zentrale Position.

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