Kapitän glaubt trotz Zwickau-Pleite an seine Löwen

“Schauen wir mal“ - Mölders rechnet mit neuem Vertrag beim TSV 1860

Sascha Mölders hat zwar den Derby-Sieg gegen den FC Bayern Anfang Januar ausgiebig vor der leeren Kurve gefeiert. Trotzdem fehlen dem Löwen-Kapitän die Anhänger im Stadion enorm.
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Sascha Mölders hat zwar den Derby-Sieg gegen den FC Bayern Anfang Januar ausgiebig vor der leeren Kurve gefeiert. Trotzdem fehlen dem Löwen-Kapitän die Anhänger im Stadion enorm.

Sascha Mölders gibt dem Traum vom Aufstieg in die 2. Bundesliga nicht auf.  Der Kapitän lobt seine Mitspieler und deutet eine Vertragsverlängerung beim TSV 1860 an.

  • Nach der 0:1-Heimniederlage am Sonntag gegen den FSV Zwickau war Sascha Mölders am Abend in der BR-Sendung „Blickpunkt Sport“ zu Gast. 
  • Der Kapitän des TSV 1860 deutete im Gespräch mit Markus Othmer eine baldige Vertragsverlängerung an. 
  • Mölders glaubt trotz dem verpassten Sprung an die Tabellenspitze an die Möglichkeit zum Aufstieg in die 2. Bundesliga.

München – Bekanntlich gibt es zwei Begleiterscheinungen des Profifußballs, auf die Sascha Mölders gut verzichten könnte. Erstens: Niederlagen. Zweitens: Medienarbeit. Der schlimmste Fall – beides in enger zeitlicher Abfolge – trat am Sonntag ein: Mölders musste zum Fernsehen. Wenige Stunden nach der 0:1-Heimpleite gegen Zwickau. Ausgemacht ist ausgemacht; der BR hatte schon Tage vorher mit dem 1860-Kapitän geworben. Also stellte sich Mölders – und ließ sich von „Blickpunkt Sport“-Moderator Markus Othmer zum Null-Punkte-Spieltag vernehmen. „Uns fehlt grundsätzlich gar nichts“, stellte Mölders trotzig fest: „Wir spielen eine überragende Saison.

Sascha Mölders über Semmel-Heißhunger:. „Davon schafft ja jeder sechs Stück“

Erwartbare Rhetorik eines gereizten Löwen. Doch ein bisschen ließ sich Mölders auch von Othmers guter Laune anstecken. Zum Beispiel als es um das leidige Thema Ernährung ging. Der BR schonte den Studiogast nicht – ein Filmchen wurde eingespielt, das Ivonne Mölders ins Netz gestellt hatte und den nächtlichen Heißhunger ihres Gatten dokumentiert. Zu sehen: Mölders in der Küche, sechs (!) Semmeln liebevoll mit Wurstscheiben belegend. Lässiger Kommentar des hungrigen Löwen zur bedingt sportlergerechten Ernährung: „Das sind ja keine Brötchen, sondern nur die kleinen Baguette-Dinger da. Davon schafft ja jeder sechs Stück.“ Seine grundsätzliche Meinung zum Thema Bauchspeck und Ernährung: „Mei, ich bin jetzt 35 und keine 25 mehr. Das kommt auch ein bisschen falsch rüber. Nach dem Spiel gönne ich mir eine Pizza und ein Weißbier – aber unter der Woche esse ich ganz normal.“

Mölders machte auch deutlich, dass sein Heißhunger auf Erfolg ungebrochen ist. „Ich habe es schon ein paar Mal gesagt“, wiederholte er sein Mantra: „Vor der Saison wurden wir als Abstiegskandidat Nummer 1 gehandelt. Jetzt haben wir 37 Punkte. Die 3. Liga ist so eng beisammen – da kann jeder jeden schlagen.“ Siehe das Spiel am Sonntag: Spiel auf ein Tor mit sechs Lex-Chancen vor der Pause. Leerlauf dann nach dem Seitenwechsel – mit einer einzigen Unachtsamkeit, die Zwickau reichte, um drei Punkte zu entführen.

TSV 1860: Sascha Mölders rechnet fest mit Vertragsverlängerung

„Ich kann mich nur bei der Mannschaft entschuldigen“, nahm der glücklose Lex im BR-Interview die Schuld an der Niederlage auf sich. Aber auch Mölders wirkte gegen Meppen (1:1) und Zwickau nicht ganz so spritzig wie bei seinem 13-Tore-Lauf, der ihn Mitte Januar auf Platz eins der Drittliga-Torschützenliste geführt hatte.

Bei jüngeren Stürmern würde man vermuten, dass die ungeklärte Zukunft die Beine lähmt. Nicht so bei Mölders, der fest davon ausgeht, dass sein Vertrag bei 1860 verlängert wird. „Es war mal mein Plan aufzuhören“, blickt er zurück: „Dann hat’s doch wieder Spaß gemacht. Jetzt schauen wir mal, was sich in den nächsten Tagen und Wochen entwickelt.“

Sascha Mölders träumt von ausverkauften Stadien: „So möchte ich meine Karriere nicht beenden“

Mölders bleibt dabei: In dieser Saison ist alles möglich. „Wir haben eine Top-Truppe. Der Teamspirit ist einmalig. Dieser Mannschaft kann ich als Kapitän vertrauen.“ Er träumt von der 2. Bundesliga – und von vollbesetzten Rängen: „Fußball ohne Fans ist etwas anderes. So möchte ich meine Karriere nicht beenden.“

(ULI KELLNER)

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