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Nachwuchsspieler gefesselt? Ex-Löwe Mölders reagiert auf Vorwürfe - „Früher gab es krassere Sachen“

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Von: Patrick Mayer

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Nicht mehr beim TSV 1860: Sascha Mölders.
Nicht mehr beim TSV 1860: Sascha Mölders. © sampics / Stefan Matzke

Sascha Mölders verlässt den TSV 1860 München nach Unstimmigkeiten. Jetzt äußert sich der Stürmer erstmals öffentlich zu seiner Trennung von den Löwen. Und zum angeblichen Fahrstuhl-Streich.

München - Diese Trennung sorgte in der 3. Liga für großes Aufsehen: Sascha Mölders und der TSV 1860 München arbeiten seit Kurzem nicht mehr zusammen.

Nach Unstimmigkeiten musste der einstige Stürmer aus der Fußball-Bundesliga* die Löwen verlassen, heuerte stattdessen bei der SG Sonnenhof Großaspach in der Regionalliga Südwest an. Die Fußballer aus dem Norden Stuttgarts werden vor allem durch den einflussreichen Ex-Spielerberater Ulrich Ferber (früher unter anderem Mario Gomez und Joshua Kimmich*) unterstützt.

Sascha Mölders: Ex-Löwe spricht über Trennung vom TSV 1860 München

Doch: Wie kam es aus Sicht von Mölders zum Aus auf Giesings Höhen? Und, was sagt der 36 Jahre alte Angreifer zu den Vorwürfen, Ex-Platzhirsche des TSV 1860 München hätten den damaligen Nachwuchsspieler Leon Klassen mit einem Fahrstuhl-Streich zugesetzt? Erstmals sprach Mölders jetzt öffentlich in einem Interview darüber und über das Ende der Zusammenarbeit mit „Münchens großer Liebe“, wie sich die Giesinger selbst nennen. Mölders widersprach dabei der Version der Sechzger, er habe die fußballerischen Erwartungen zum Schluss nicht mehr erfüllt.

Als ich ein junger Spieler war, gab es noch ganz krassere Sachen.

Sascha Mölders über den angeblichen Fahrstuhl-Streich

„Es war so, wie ich es geschrieben habe. Es ist kein Geheimnis, dass mir mitgeteilt wurde, dass ich die nächsten zwei Spiele nicht im Kader stehen werde. Und ich individuell trainieren soll, so wie ich es damals geschrieben habe. Da war ja nix Schlimmes dran. Und so sollte es sein. Ich bin und ich war topfit, somit war das für mich überraschend“, erklärte Mölders in einem Live-Video-Interview mit Magenta Sport: „Dann kam eines zum Anderen. Wie ich aber schon gesagt habe: Ich war jetzt sechs Jahre bei den Münchner Löwen, und ich habe sechs wunderschöne Jahre gehabt.“

Sascha Mölders beim TSV 1860: Von der 2. Bundesliga in die Regionalliga in die 3. Liga

Er sei 2017 mit in die Regionalliga abgestiegen, erzählte der gebürtige Essener weiter, „wir sind da über die Dörfer gefahren. Ich habe nahezu alles miterlebt. Für mich ist es so, dass ich nur auf die wunderschönen Zeiten von Sechzig München zurückblicke. Ich habe ein neues Kapitel aufgeschlagen. Für mich ist jetzt alles in Ordnung. Ich mag den Verein“, sagte er und meinte: „Ich war sechs Jahre dort, wünsche dem Verein nur das Beste. Ich schaue mir alle Spiele an, auch beim Pokalspiel gegen Karlsruhe (0:1 aus Sicht des TSV 1860, d. Red.) habe ich zu Hause mitgefiebert. Jetzt ist es so wie es ist. Alles geht irgendwann mal zu Ende. Da muss man nach vorne schauen.“

In der Live-Schalte wurde Mölders, der sich mit den Löwen auf eine Auflösung seines bis Sommer datierenden Vertrages geeinigt hatte, gefragt, ob er sich ein anderes Ende in Giesing gewünscht hätte. „Ich war jetzt, wie gesagt, sechs Jahre dort. Ich war auch Mannschaftskapitän von Sechzig München. Das ist ja alles bekannt. Für mich war klar, dass im Sommer wahrscheinlich Schluss sein wird. Ich werde im März auch 37. Es wäre schöner gewesen, wenn es im Sommer ausgelaufen wäre“, erklärte der Stürmer: „Aber es gibt manchmal Situationen, die man sich nicht aussuchen kann. So kam es, wie es kam. Es kam für mich natürlich überraschend, und natürlich war ich schockiert. Das habe ich auch geschrieben. Ich habe eine wunderbare Familie zu Hause, die mich aufgefangen hat.“

Im Video: Die schönsten Tore von Sascha Mölders für den TSV 1860 München

Damit nicht genug: Mölders wurde mit dem rund um die Grünwalder Straße kolportierten Vorwurf konfrontiert, er habe gemeinsam mit Mitspielern dem damaligen Nachwuchskicker Leon Klassen (21 Jahre, Spartak Moskau) einen Fahrstuhl-Streich gespielt. Erst kürzlich hatte sich Mölders‘ Ex-Kollege beim TSV 1860, Aaron Berzel (heute SC Verl), im Interview mit dem Münchner Merkur und der tz dazu geäußert. „Wir haben ihn im Schlaf überrascht, gefesselt und zweimal im Fahrstuhl hoch- und runterfahren lassen. Er wurde nicht gefoltert, und es war auch nicht so, dass er hilflos dalag und aus Todesangst um Hilfe geschrien hat“, erzählte Berzel: „Leon stört es selber, wie das dargestellt wurde - er hat sich bei uns gemeldet und sich empört, dass er jetzt rüberkommt wie das kleine Sensibelchen, das sich nicht wehren kann.“

TSV 1860 München: Fahrstuhl-Streich gegen Leon Klassen - Sascha Mölders reagiert auf Vorwurf

Und was meint Mölders zu der beschriebene Aktion? Er verneinte den mutmaßlichen Fahrstuhl-Streich nicht, sagte stattdessen: „Mei, als ich ein junger Spieler war, gab es noch ganz krassere Sachen. Das darf man alles nicht so ernst nehmen. Es gibt immer Späße im Fußball. Aber: Irgendwo gibt es auch Grenzen, und die haben wir nie überschritten. Die wurden auch nie überschritten, auch zu meiner Zeit, als ich damals jung war. Und da war es schon echt hart an der Grenze. Aber mittlerweile, in der heutigen Zeit, ist alles ganz harmlos.“

Ob Klassen das auch so sieht, ist vom russischen Juniorennationalspieler nicht überliefert. „Leon Klassen ist ein Super-Junge. Der macht seinen Weg gerade auch“, meinte Mölders dagegen im Video-Interview mit Magenta Sport weiter: „Als es rauskam, hat es ihn an meisten gestört, weil es halt einfach nervt. Ich weiß gar nicht, wo das herkommt. Das ist einfach nur nervig.“ (pm) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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