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Boenisch will den Stempel loswerden

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Von: Uli Kellner

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München - Der Start von Sebastian Boenisch bei den Löwen war eher durchwachsen. Nun will der Verteidiger den Neustart - und einen Stempel loswerden.

Den freien Sonntagnachmittag nutzten viele 1860-Profis, um mit der Fähre rüber ins schöne Städtchen Setúbal zu fahren. Nicht mit dabei war Hobbystudent Jan Mauersberger, der bis morgen eine Hausarbeit abgeben muss. Außerdem gab es eine Golfrunde. Die Teilnehmer: Teammanager Florian Waitz, Sebastian Boenisch und Torwart Stefan Ortega. „Der ist aber Anfänger“, scherzte Favorit Boenisch, der ein Handicap von 17 vorweisen kann.

Dass Boenisch, 29, nicht nur scherzen, sondern auch schmerzfrei Golf spielen kann (anders als Hexenschusspatient Mauersberger), ist eine Nachricht, die den 1860-Bossen gefallen dürfte. Das war nämlich nicht immer so. Ein Sehnenriss in der Hüfte hatte verhindert, dass Boenischs Vertrag in Leverkusen im Sommer 2016 verlängert wurde. Ein paar Monate war der gebürtige Pole vereinslos – dann griffen die Löwen zu.

Boenisch‘s Start bei den Löwen ging in die Hose

Es war ein Transfer abseits der Wechselperiode – ein folgenreicher zudem. Boenisch verletzte sich direkt wieder, zog sich zwei Muskelfaserrisse zu, zeitgleich wurde sein üppiges Gehalt publik (700 000 Euro pro Jahr). Es war der letzte Transfer, den Thomas Eichin verantwortete. Seitdem ist Eichin ein Ex-Manager – und Boenisch trägt den Stempel „Fehleinkauf“.

„Ich bin fit“, sagt der Allrounder jetzt: „Bis auf eine Trainingseinheit habe ich alle mitgemacht.“ War es also ein Fehler, dass er damals als Soforthelfer angekündigt und auch so behandelt wurde: „Mit Sicherheit hat man mir damit keinen Gefallen gemacht“, sagt er diplomatisch.

Jetzt dagegen will er mithelfen, die Löwen in eine bessere Zukunft zu führen. „Der Verein gehört wirklich in die Erste Liga“, sagt er: „Ich hoffe, dass das irgendwann wieder der Fall sein wird, möglichst noch in meiner aktiven Zeit.“ Sein Vertrag bei 1860 läuft noch bis 2018. Passt ja, denn bis dahin will der neue Trainer Vitor Pereira die Löwen „to the top“ geführt haben.

Boenisch ist dazu bereit, auch die ewige Unruhe im Umfeld „überfordert keinen von uns“, wie er sagt: „Wenn wir jetzt mal drei, vier, fünf Spiele hintereinander gewinnen, dann ist eh Ruhe.“ Kein Scherz diesmal, sondern sein voller Ernst.

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