TSV 1860 kommt nicht zur Ruhe

Selbstzerstörung ohne Ende: Reisinger-Saki-Streit geht weiter

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Ein Bild aus dem Münster-Spiel: Fans, die sich gegen Hasan Ismaik und Saki Stimoniaris stellen.

Der Streit zwischen Ismaik-Sprecher Saki Stimoniaris und Löwen-Präsident Robert Reisinger geht in die nächste Runde. Ein Ende ist nicht in Sicht.

München - Noch sechseinhalb Wochen werden ins Land ziehen, ehe der TSV 1860 seine mit Spannung erwartete Mitgliederversammlung im Freimanner Zenith abhält. Brisantester Tagesordnungspunkt: die Wahl des Präsidiums, respektive die Bestätigung des Triumvirats Robert Reisinger, Heinz Schmidt und Hans Sitzberger.

Werden die Vereinsmitglieder den eingeschlagenen Weg der Konsolidierung der Profifußball-KGaA mitgehen? Oder fällt Präsident Reisinger sein Nein zu frischen Ismaik-Darlehen auf die Füße? Diese Fragen gilt es zu klären beim tief gespaltenen Investorenklub. Und entsprechend heiß laufen die Hirne. Nun hat sich nach kurzer Sendepause Saki Stimoniaris zurückgemeldet in der Manege der öffentlichen Selbstzerstörung. Die Empfehlung des KGaA-Aufsichtsrats und Ismaik-Sprechers: Weg mit dem Präsidium, Bahn frei für mich und die Zukunft!

„Peter Cassalette (Ex-Präsident, d. Red.) hat 2017 mit seinem Rücktritt Verantwortung übernommen. Darauf warte ich bis heute von Reisinger, Hans Sitzberger und Heinz Schmidt“, sagte Stimoniaris dem Kicker. Seine Begründung: „Sie waren nämlich auch dabei, haben alle Entscheidungen mitgetragen und auch zugestimmt. Wann übernehmen sie Verantwortung und treten zurück?“ Was Saki meint: Sitzberger und Schmidt waren bereits unter Cassalette Vizepräsidenten, Reisinger saß im e.V.-Verwaltungsrat, als Ismaiks To-the-top-Kurs mit Millionentransfers und einem portugiesischen Startrainer an die Wand und in die vierte Liga führte.

Stimoniaris will in die Bundesliga

Aus diesem sportlichen und finanziellen Desaster will der Investor gelernt haben. Zumindest lässt Sprecher Stimoniaris keinen Zweifel da­ran: „Es kann nur ein Ziel geben: Bundesliga!“, sagt er. Sein Weg: „Den Konsolidierungsplan von Reisinger einstampfen und ein anständiges Miteinander der Gesellschafter auf Augenhöhe leben (…) Ich bin gekommen, um zu bleiben. Und mit mir wird Sechzig wieder erstklassig. Das ist keine Drohung, sondern ein Versprechen.“

Ein Wahlversprechen? Zuerst müsste Reisinger bei den Mitgliedern durchfallen, ehe Stimoniaris vom Verwaltungsrat möglicherweise als Ersatzkandidat eingestuft werden könnte. Darauf zielt er ab.

Reisinger: Habe keine Zeit für sowas

Und was sagt Reisinger zur neuen Volte? Auf Nachfrage schickte der Präsident folgendes Statement: „Mir wäre es sehr viel lieber, Herr Stimoniaris würde sich auf seine Aufgaben als Vorsitzender des Aufsichtsrats der KGaA konzentrieren. Dort gibt es viel zu tun. Das wäre für den Profifußball und für den Verein sinnvoller. Seine Vorhaltungen und Unterstellungen wie auch seine Versprechen sind in meinen Augen purer Populismus und haben mit der Realität wenig zu tun. Ich habe keine Zeit für diese Art der Auseinandersetzung – wir kümmern uns im Präsidium um Sacharbeit.“

Kann bitte jemand vorspulen?

Ludwig Krammer

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