Abstiegs-Showdown in Karlsruhe

Löwen auf jedes Szenario vorbereitet

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So stellen sich die Löwen das Ende am Sonntag vermutlich vor.

München - Egal wie das Spiel beim KSC und auch die anderen Partien am Sonntag ausgehen: Die Löwen sind auf jedes Szenario vorbereitet. Fröhling setzt auf zwei neue Personalien.

Welche Songs im 1860-Mannschaftsbus nach Karlsruhe laufen werden? Lenny Kravitz’ It Ain’t Over Till It’s Over könnten wir empfehlen, rein textlich. Auch Heroes von David Bowie käme als Mutmacher gewiss nicht übel. Oder wie wär’s mit einem selbstironischen Highway To Hell, Stichwort: Rock’n’Roll?

An diesem Sonntag könnte sie also zu Ende gehen, diese fürchterlichste aller fürchterlichen Zweitliga-Spielzeiten seit dem Abstieg 2004. Logisch wäre nach dem Systemabsturz an allen Fronten der Abstieg, schöner für alle Beteiligten selbstredend der Klassenerhalt. Ebenso wahrscheinlich ist eine Verlängerung des Hoffens und Bangens in Form zweier Relegationsspiele gegen den Drittliga-Dritten Holstein Kiel, von denen das erste auswärts bereits am kommenden Freitag stattfände (das Rückspiel in der Arena dann am Dienstag drauf).

Torsten Fröhling ist auf alle Varianten vorbereitet. Im Falle des Abstiegs wäre am Montag frei und am Dienstag um 10.00 Uhr das letzte Training, ließ der Coach gestern wissen. Im Relegations-Fall ginge „der Rhythmus ganz normal weiter“, sprich Montag Training, Dienstag frei. Und im Optimalfall der direkten Rettung? Fröhling: „Naja, die Fahrt von Karlsruhe nach München dauert dreieinhalb Stunden. Wenn wir es schaffen sollten, dann wird bestimmt das eine oder andere Radler dabei sein.“

Doch vor dem Trinken kommt die Arbeit. „Jeder muss seinen Job erfüllen, sich in die Mannschaft einbringen und nochmal komplett über den Punkt gehen“, gibt Fröhling die Marschroute für Sonntag vor. Auch Karlsruhe, das seine Aufstiegschancen wohl nur mit einem Sieg wahren kann, verspüre sicherlich „einen gewissen Druck“. „Es ist wichtig, dass wir kein schnelles Gegentor bekommen. Egal, wer aufläuft, wir sind immer für eine Überraschung gut.“

Kann man so sagen. Und wer wird spielen? Fröhling: „Für den verletzten Gui Vallori wird Kai Bülow auflaufen, für Gary Kagelmacher (Gelbsperre, Anm. d. Red.) wird Martin Angha spielen. Er kriegt unser Vertrauen.“ Da Moritz Volz auch am Freitag noch wegen eines Magen-Darm-Infekts beim Training fehlte, darf sich auch U 21-Rechtsverteidiger Vladimir Kovac Hoffnungen auf einen Kaderplatz machen. Denkbar wäre auch, Jannik Bandowski nach rechts zu ziehen und Maxi Wittek auf links zu bringen.

Auch in der Offensive gab es vor dem nicht öffentlichen Abschlusstraining am Samstag noch einige Fragezeichen. „Hain kann, Rodri kann, Okotie kann“, meinte Fröhling. Bei Marius Wolf (Rückenbeschwerden), der auch am Freitag passen musste, konnte der Coach noch keine Entwarnung geben. „Ich hoffe, dass er mitfahren kann.“ Wie groß Fröhlings Überzeugung von einem Happy End ist? „Ich war von Anfang an überzeugt, dass wir es schaffen, aber ich habe auch gesagt, dass es sich am letzten Spieltag entscheiden wird, weil wir noch nicht so stabil waren.“ Fröhlings eigenes Nervenkostüm mit eingerechnet? „Wenn das alles spurlos an uns vorbeigehen würde, wäre es natürlich gelogen. Die Verantwortung ist uns allen bewusst, das ist natürlich schon Stress. Aber es ist auch unser Job, wir wollen punkten und in der Liga bleiben!“ Das kühle Radler kommt dann ganz von alleine.

Ludwig Krammer

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