TSV 1860 München

Leih-Löwe Lorenz im Interview: „Ich hab zwar noch einen Vertrag in Bochum, aber ...“

+
Ästhetisch erstklassig: Simon Lorenz (r.) und Sascha Mölders.

Simon Lorenz zählt erst seit kurzem zu den Blauen. Doch der 21-Jährige ist gut beim TSV 1860 München angekommen. Im Interview spricht der Verteidiger über München, Weißbier und seinen Vertrag

München - Zuverlässig, unaufgeregt, eine echte Verstärkung – mit Simon Lorenz haben die Löwen einen echten Treffer auf dem Transfermarkt gelandet. Der 21-jährige Leih-Verteidiger vom VfL Bochum ist nicht mehr wegzudenken aus der blauen Dreierkette. Das tz-Interview vor dem Heimspiel gegen Jena.

Simon Lorenz, wahrscheinlich werden Sie auch am Sonntag gegen Jena in der Startelf stehen, dann hätten Sie kein Spiel in dieser Hinrunde verpasst. Wie erklären Sie sich, dass Sie bei 1860 so schnell Fuß gefasst haben, nachdem es in Bochum ja nicht so gut gelaufen war?

Simon Lorenz: Ganz einfach: Ich war endlich verletzungsfrei, konnte die Vorbereitung mitmachen. Aber es wurde mir auch sonst sehr leicht gemacht.

Beflügelnd war sicher auch, dass Sie gleich im ersten Heimspiel das 1:0 erzielt haben, beim furiosen 5:1-Sieg gegen Lotte.

Lorenz: Das war natürlich ein schöner Einstand. Positiv für mich – und für die Mannschaft.

Wenn Sie auf Ihr erstes halbes Jahr in München zurückblicken: Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?

Lorenz: Auf jeden Fall. Ich wollte Spielzeit bekommen – und hab hier super Möglichkeiten vorgefunden.

„Im Rest von Deutschland steht 1860 eher für eine besondere Strahlkraft“

Hatten Sie keinen Bammel vor der berüchtigten Unruhe in diesem Verein?

Lorenz: Nein, im Gegenteil. Im Rest von Deutschland steht 1860 auch eher für eine besondere Strahlkraft als für Unruhe und Chaos. Ich hatte mich in Bochum auch mit Basti Maier über 1860 unterhalten, der hat mir nur Positives berichtet. Und bisher kann ich das auch nur bestätigen.

Heißt das, Sie sind schon ein halber Münchner geworden – mit allem was dazugehört?

Lorenz: Schwierig war nur die Wohnungssuche am Anfangs. Ansonsten hab ich mich bestens eingelebt. Mir gefällt die bayerische Lebensart. Weißbier gibt es zwar nicht so oft, aber wir hatten in der Kabine schon manches Weißwurstfrühstück. Es ist in München auch gar nicht so schickimicki, wie immer behauptet wird. Gerade im Umfeld des Vereins wirken die Leute sehr bodenständig und normal.

Das klingt, als wären Sie rundherum zufrieden. Auch sportlich?

Lorenz: Persönlich ging richtig gut los, dann gab’s ein paar Schwankungen – ich denke aber, das sind die normalen Wellenbewegungen.

„Ich bin tatsächlich auf offensiveren Positionen ausgebildet worden“

Beachtlich war auch Ihre Offensivleistung. Nicht jeder Innenverteidiger ist so torgefährlich. Woher kommt diese Qualität?

Lorenz: Meine Tore sind ja alle nach Standards gefallen, aber ich bin tatsächlich auf offensiveren Positionen ausgebildet worden. Bis zur U 16 war ich ein Achter – danach ging’s Schritt für Schritt zurück. Innenverteidiger bin ich erst seit dem Herrenbereich.

Nach einer Hälfte der Saison steht 1860 im Mittelfeld der Tabelle. Okay für einen Aufsteiger?

Lorenz: Wir haben die meisten Spiele dominiert, haben halt leider zu oft unentschieden gespielt. Der nächste Entwicklungsschritt wäre jetzt, dass wir uns konstanter für unsere Leistungen belohnen.

Ist es Ihnen eigentlich egal, ob Sie in einer Dreier- oder Viererkette spielen?

Lorenz: Es macht auf jeden Fall einen Unterschied – aber heutzutage sollte man mehrere Systeme beherrschen. Ich persönlich hab da keine Präferenzen. Ich kenn’s ja nicht anders aus Hoffenheim (lacht).

Da spricht der alte Nagelsmann-Schüler…

Lorenz: Ich hatte ihn dreieinhalb Jahre, das prägt natürlich. Aber wenn ich zurückblicke, hatte ich nur Trainer, die mich weitergebracht haben.

Simon Lorenz Leih-Verteidiger TSV 1860 im tz-Interview.

Verfolgen Sie eigentlich Ihre Ex-Vereine?

Lorenz: Klar. Ich hab auch noch zu einigen Spielern Kontakt. Und ich schaue überhaupt gerne Fußball.

Bochum ist aktuell Siebter. Sollte es mit dem Aufstieg klappen, wären Sie ab Sommer bei einem Erstligisten…

Lorenz: Das ist alles Zukunftsmusik. Ich hab zwar noch einen Vertrag in Bochum, aber es ist noch zu früh, um zu sagen, wie es weitergeht.

Könnten Sie sich auch vorstellen, länger in München zu bleiben?

Lorenz: Grundsätzlich auf jeden Fall.

Und was ist noch drin in dieser Saison?

Lorenz: Wir haben bis Weihnachten zwei Heimspiele, die wollen wir beide gewinnen. Und dann schauen wir, was im neuen Jahr noch möglich ist.

Lesen Sie auchIsmaik will Merkel treffen - was das mit dem Streit bei 1860 zu tun hat

WhatsApp-News zum TSV 1860 gratis aufs Handy: tz.de bietet einen besonderen Service für Löwen-Fans an. Sie bekommen regelmäßig die neuesten Nachrichten zu den Löwen direkt per WhatsApp auf Ihr Smartphone. Und das kostenlos: Hier anmelden!

Werden Sie jetzt Fan unserer Facebook-Seite „TSV 1860 News“!

Interview: Uli Kellner

Auch interessant

Meistgelesen

Ticker: 1860 liefert sich wilden Fight mit Uerdingen - Großer Kampf in Unterzahl
Ticker: 1860 liefert sich wilden Fight mit Uerdingen - Großer Kampf in Unterzahl
Pokalheld Hiller wird auf Händen getragen
Pokalheld Hiller wird auf Händen getragen
„Geht mir auf den Sack“ - Löwen-Stürmer kündigt Karriereende an
„Geht mir auf den Sack“ - Löwen-Stürmer kündigt Karriereende an
Ohne Effe gegen Effe? Bekiroglu-Ausfall gegen Uerdingen droht
Ohne Effe gegen Effe? Bekiroglu-Ausfall gegen Uerdingen droht

Kommentare