Das sagt der Trainer

So bewertet Möhlmann das 4:4 gegen Paderborn

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Benno Möhlmann, Trainer des TSV 1860 München.

München  - Der TSV 1860 München überrascht gegen den SC Paderborn mit einer unbändigen Moral. So wertet Trainer Benno Möhlmann das 4:4.

Am Tag nach dem schrägen 4:4 von Paderborn saß Benno Möhlmann im Löwenstüberl, ließ einen Früchtetee abkühlen – und wurde nach den Lottozahlen gefragt.

Schmunzelnd klärte der Löwen-Coach auf. Vor dem Spiel in Paderborn sei er von einem Reporter vor Ort nach seinem Ergebnistipp gefragt worden. Das hat Tradition bei der „Neuen Westfälischen“ – ebenso wie es Tradition hat, was der bekennende Nichttipper Möhlmann in solchen Fällen antwortet: „4:4 – manchmal auch 8:8.“ So kam es, dass dem Trainer-Dino seit dem Abpfiff am Samstag zugetraut wurde, die Zukunft vorauszusagen – und sogar Lottozahlen in einem ausgedrückten Teebeutel zu lesen: „Freut mich, hat mir der Reporter in einer SMS geschrieben: Sie sind der erste Trainer, der in dieser Saison beim Ergebnistipp richtig lag.“

Entspannt sah Möhlmann aus, als er diese Schmonzette zum Besten gab. Und entspannt sei er am Samstag auch gewesen, als Nick Proschwitz mit seinem 4:4 die Energieleistung der Löwen weitgehend zunichte gemacht hatte. „Ich hatte das Gefühl, die Mannschaft war viel enttäuschter als ich, viel saurer“, berichtete Möhlmann von seinen ersten Eindrücken in der Kabine. Ihm selber sei es eher so gegangen wie seinem Trainerkollegen Stefan Effenberg: „Ich wusste nicht so recht: Soll man sich jetzt freuen oder der Geschichte irgendwo hinterhertrauern? Hat der Effe ja auch gesagt.“

0:1 durch den Ex-Löwen Moritz Stoppelkamp hatte es zur Pause gestanden, als das bis dahin müde Spiel eine kaum erwartete Dramatik entwickelte. Zunächst fingen sich die Gäste das 0:2 ein, antworteten durch Gary Kagelmacher, der nach einer Ecke traf, ehe ein junger Mann namens Patrick Alt auf fatale Weise Einfluss auf das Geschehen nahm.

Nach einem unsanft gestoppten Solo von Richard Neudecker in den Strafraum entschied der junge Referee nicht auf Strafstoß für 1860. Sondern: Gelb-Rot für den U 19-Nationalspieler – wegen einer Schwalbe, die keiner außer Alt gesehen hatte. „Glückwunsch, wenn er sich da so sicher war“, war Möhlmanns erster Gedanke: „Aber den Glückwunsch muss ich leider zurücknehmen.“

In den Ärger der Löwen hinein zog Paderborn durch einen Sonntagsschuss von Mahir Saglik davon. Eigentlich war das Spiel nach diesem Nackenschlag gelaufen. Doch dann hatte Rubin Okotie seinen großen Auftritt.

TSV 1860 München: Hattrick innerhalb von 26 Minuten

Hattrick innerhalb von 26 Minuten, einmal per Kopf, einmal mit rechts, einmal mit links – der blanke Wahnsinn, wie alle fanden. Nur Okotie nicht, der nach Spielende erstmal vor sich hin grantelte. „Wenn du ein Mann weniger bist, drei Tore machst, in Führung gehst und in der 90. Minute noch den Ausgleich kassierst, dann bist du in erster Linie enttäuscht“, sagte Okotie und sah so bedient aus wie seine Gegenspieler, mit denen er zuvor Katz und Maus gespielt hatte. Vor allem mit dem armen Niklas Hoheneder, der trotz energischen Körpereinsatzes keine Chance hatte, den wild entschlossenen Österreicher bei seinem finalen Solo über den halben Platz zu stoppen.

Möhlmann fand natürlich auch, dass diese Energieleistung drei Punkte wert gewesen wäre. Das späte 4:4 sei „schon ein bisschen blöde“, meinte er. Aber, fügte er milde hinzu: „Der Stolz überwiegt bei mir. Auch die Zufriedenheit, dass wir das Spiel in Unterzahl quasi gedreht hatten.“ Der Wille dazu, die geballte Wut, sei übrigens allein aus dem Team gekommen. Er selber habe zunächst an Spielberuhigung gedacht, dann an mögliche Auswechseloptionen. Daher, so Möhlmann: „Großes Kompliment! Und am meisten freut es mich, dass wir auf dem Weg sind, eine Mannschaft zu werden.“

Jetzt, mit zwei Heimspielen vor der Brust (FSV Frankfurt, Heidenheim), könnte es für 1860 doch noch ein ruhiges Weihnachtsfest werden. „Ich denke schon, dass die Mannschaft das Potenzial hat, sich von ganz unten zu entfernen“, sagte Möhlmann – um umgehend die gestiegenen Erwartungen zu dämpfen. Verbesserungspotenzial sehe er weiterhin. Auch Rückschläge seien jederzeit möglich. Aber kein Problem, so der Coach: „Wir sind noch nicht in der Phase, wo wir auf einem Drahtseil stehen und Angst haben müssen, dass alles aus ist, wenn wir runterkippen.“

Bis 1860 aus dem Gröbsten raus ist, „wird es sicher noch länger dauern“, sagte Okotie. Für diese Prognose musste er kein Hellseher sein.

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