Kompakt stehen und schnell umschalten

1860 im WM-Fieber: Wie die Löwen den Topteams jetzt nacheifern wollen

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Gorenzel mit taktischen Anweisungen im Trainingslager in Kössen

Flügelläufe und Umschaltverhalten statt Angriffspressing: Im Traininsgslager der Löwen wird auch eifrig WM gekuckt - um sich von den erfolgreichen Teams  selber das Beste anzueignen.

München - Die WM wird auch bei den Löwen im Trainingslager in Kössen verfolgt – wenn die Technik mitmacht. Eigentlich wollte man das Halbfinale zwischen Belgien und Frankreich auf einer Leinwand anschauen, doch der Laptop wollte nicht so. Angeschaut hat es sich Sportchef Günther Gorenzel natürlich trotzdem. Seine Erkenntnis: „Es gibt kaum noch Angriffspressing. Die Teams stehen tief, warten kompakt im Block und schalten dann um“, sagt der Österreicher, der bis Donnerstag das Training leitet. Da gibt es Parallelen zu 1860.

Im Vormittagstraining wurden Flügelläufe und Umschaltverhalten geübt. Gorenzel stellt aber auch klar: „Wir dürfen uns nicht an anderen Mannschaften orientieren, sondern an unserem Spielermaterial und unserer Identität. Die ist ganz klar: Kompakt und schnelles Umschaltspiel. Den nächsten Schritt brauchen wir in unserem Positionsspiel, noch mehr Ruhe und im Umschalt­spiel mehr Klarheit.“

Im Trainingslager setzen die Löwen auf Technik. Jeder Spieler hat einen Brustgurt, der u.a. die Herzfrequenz misst. „Faule Hunde habe bei uns keine Chance“, lacht Gorenzel. „Wir steuern live die Pausengestaltung, wir sehen auf der Kurve, wenn sich ein Spieler nach zwei, drei Tagen nicht mehr so schnell erholt. Wenn er nicht mehr runterkommt, wird er rausgenommen und wir reagieren, bevor etwas passiert.“

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Nono Koussou etwa muss kürzertreten. „Nono ist für den Aufstieg über den Punkt gegangen und hat sich aufgeopfert. Er ist in die Sommerpause mit Schmerzen gegangen. Für ihn wäre es besser gewesen, früher rauszugehen, aber er will auch jetzt. Wir haben ihm gesagt, dass er jetzt auf sich schauen muss und nicht den Konkurrenzkampf sieht“, so Gorenzel. „Bei Nono müssen wir eine längere Pause in Kauf nehmen.“

Zum News-Ticker aus dem Löwen-Trainingslager in Kössen

Mit dabei war beim Training dafür Besuch aus München. Präsident Robert Reisinger und Vize Hans Sitzberger schauten in Kössen vorbei. Aber nicht nur als Kiebitze. „Wir haben uns über einige Dinge ausgetauscht. Ich habe einige Sachen, die mir in den letzten Wochen und Monaten aufgefallen sind, an das Präsidium weitergegeben“, so Gorenzel. „Ich finde es positiv, dass man sich mal intensiv miteinander austauscht und sich die Herren Zeit nehmen, sich die Probleme vor Ort anschauen.“ Welche das sind, wollte er aber nicht verraten.

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