"Brauche keine elf Bierofkas"

Die Löwen am Abgrund: So soll die Rettung klappen

+
Schafft er die Wende? Daniel Bierofka.

München - Der "Neuer Trainer"-Effekt soll den Löwen zum Klassenerhalt verhelfen. Coach Daniel Bierofka setzt auf Geheimtraining und Veränderungen.

Die Meister-Löwen haben sich am Freitag mit ihrem Appell an die Mannschaft mächtig ins Zeug gelegt. Von Ehre war die Rede, von der Pflicht, einen Traditionsverein nicht so einfach absaufen zu lassen. Ein hoher Anspruch an eine Truppe, die es an den vergangenen 30 Spieltagen durch eine meist nachlässige, uninspirierte, ja fast am Erfolg desinteressierte Spielweise so weit hat kommen lassen, dass der TSV 1860 ganz tief im Abstiegskampf steckt. Neben allen Appellen setzt man an der Grünwalder Straße auch noch mal auf den Trainereffekt, mit dem man in der Vergangenheit allerdings selten gute Erfahrungen gemacht hat. Jeder neue Trainer hatte sich schon recht bald mit den Problemen des alten rumzuschlagen und wurde als angeblich unbrauchbar wieder entfernt. Sei’s drum: Daniel Bierofka soll’s jetzt richten. Er ist ja ohnehin nur für die nächsten drei Wochen – eventuell eineinhalb mehr – eingeplant. Das sollte zu schaffen sein.

Bierofka bedankte sich am Freitag zunächst mal für die warmen Worte der Meisterspieler, „vor allem, dass sie sich so engagieren“. Aber er machte auch deutlich, worauf es wirklich ankommt: „Entscheidend wird sein, wie wir es am Sonntag angehen und wie mutig wir sind.“ Die Situation ist prekär genug: Drei Punkte Rückstand auf den rettenden 15. Platz, zwei auf den Relegationsrang. Da gibt’s keine Eingewöhnungszeit für einen Trainer. Der bisherige U 21-Coach muss sofort funktionieren.

Und er nutzt jede Möglichkeit. Seit Mittwoch gab und gibt es nur Trainingseinheiten hinter verschlossen Türen, niemand soll mitbekommen, was ­Bierofka mit den Löwen vorhat. Fragen nach einem Plan beantwortete der 37-Jährige deshalb auch folgendermaßen: „Einen Plan sollte man schon haben, sonst wird’s schwierig.“

Bilder: Die Trainer des TSV 1860 seit 1992

Wie steht es ums System? Bierofka: „Eine Grundformation wird man beim Anpfiff sehen, danach wird sich einiges verschieben.“ Aber lediglich eine Art und Weise, die er vorgibt, ist bei solchen Rochaden erlaubt: „Ich habe klare Vorstellungen, und die dürfen die Spieler nur in Nuancen verändern. Die Spieler müssen einfach davon überzeugt sein, was wir machen wollen.“ Man kann davon ausgehen, dass der Spieler Bierofka sich in einer Situation wie dieser auf dem Rasen förmlich zerrissen hätte. Elf Bierofkas würde er sich am Sonntag dennoch nicht wünschen. „Die Mischung ist entscheidend“, sagte er. „Es müssen nicht elf Spieler auf dem Platz sein, die so sind, wie ich mal war.“

Ein Grund zur Freude ist für Bierofka, dass Linksverteidiger Maxi Wittek nach überstandener Verletzung wohl wieder dabei sein kann: „Maxi ist ein wichtiger Spieler für mich. Weil er all das verkörpert, was ich sehen will.“

auch interessant

Meistgelesen

Keine Einigung mit Forren - Gustavo fliegt mit nach München
Keine Einigung mit Forren - Gustavo fliegt mit nach München
Warten auf die Neu-Löwen - und was macht die 1860-Konkurrenz?
Warten auf die Neu-Löwen - und was macht die 1860-Konkurrenz?
Lacazette: „Mein Ziel heißt Stabilität“
Lacazette: „Mein Ziel heißt Stabilität“
Coach Pereira großzügig: Freier Sonntag für die Löwen
Coach Pereira großzügig: Freier Sonntag für die Löwen

Kommentare