Sportdirektor darf bleiben

Not-Präsident rüffelt Poschner

Bodenmais - Für viele ist Sportchef Poschner der Verantwortliche für die Talfahrt von 1860 München. Dennoch darf er bei den Löwen im Amt bleiben - zumindest bis auf weiteres. Interimspräsident Schneider richtete am Freitag aber deutliche Worte in Richtung des Ex-Profis.

Trotz einer extrem miserablen Saison und noch keiner einzigen Neuverpflichtung darf Sportchef Gerhard Poschner beim TSV 1860 München weitermachen - zumindest vorerst. Das Interims-Präsidium des zuletzt so chaotischen Fußball-Zweitligisten teilte am Freitag mit, dass der Geschäftsführer mit den Planungen für die neue Saison weitermachen solle. „Er hat einen Vertrag und muss jetzt schauen, dass er den Kader so vollständig macht, wie er gesagt hat. In den nächsten zwei Wochen muss er stehen“, sagte Präsident Siegfried Schneider im TSV-Trainingslager in Bodenmais.

Damit steht Poschner noch mehr unter Druck, zumal er vier Wochen vor dem Start in die neue Saison noch keinen neuen Spieler präsentieren konnte. Zuletzt hatte der Ex-Profi in Interviews dafür indirekt das Präsidium verantwortlich gemacht, das ihm den Abwehr-Neuzugang Tim Hoogland Anfang der Woche verwehrt habe. Dem widersprach Schneider und rügte Poschner. „Das ist nicht der Stil, mit dem man diese schwierige Situation meistern kann“, sagte der Übergangspräsident.

Poschner gilt vielen als Verantwortlicher für die Pleiteserie der Löwen, die beinahe im Absturz in die 3. Liga gemündet wäre. Sogar Schneider selbst hatte Anfang Juni - noch in seiner Funktion als Chef des Verwaltungsrates - der Süddeutschen Zeitung gesagt: „Ich gehe davon aus, dass er Manns genug ist, selbst die Konsequenzen zu ziehen und den Weg freizumachen für einen sportlichen Neuanfang.“

Das tat Poschner nicht - und ist für das Präsidium in der Pflicht. „Er ist ja schon seit über einem Jahr im Amt, die Kaderplanung war also möglich“, stichelte Vize-Präsident Karl-Christian Bay. Vier oder fünf Neue forderte Trainer Torsten Fröhling, „am besten gestern“.

Auf Anweisung des Präsidiums habe Poschner in dieser Woche eine Liste mit Wunschspielern vorgelegt. „Es sind tolle Namen dabei, und über den einen oder anderen würden wir uns sehr freuen“, berichtete Schneider, ohne konkreter zu werden. Medienberichte zufolge soll Stürmer und Ex-Löwe Peniel Mlapa ein Kandidat Poschners sein. Verteidiger Martin Angha hatte 1860 in Richtung St. Gallen verlassen.

Das Anfang der Woche berufene Präsidium muss zudem die weitere Zusammenarbeit mit Geldgeber Hasan Ismaik regeln, der Gespräche über einen Verkauf seiner Anteile jüngst abgebrochen hatte.

dpa

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