"Belastete Beziehung zur Vereinsführung"

Poschner kündigt fristlos bei 1860 - Aygün übernimmt vorerst

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Gerhard Poschner.

München - Paukenschlag beim TSV 1860! Gerhard Poschner hat seinen Vertrag als Sportdirektor außerordentlich fristlos gekündigt.

Gerhard Poschner ist nicht mehr Sportdirektor beim TSV 1860 München. Wie er in einem Schreiben an die Medienvertreter mittelte, kündigte er seinen noch laufenden Vertrag an der Grünwalder Straße außerordentlich und fristlos. Die Gründe seien der Geschäftsleitung bekannt, wie Poschner schreibt. Er habe "endgültig die Gewissheit erlangt, dass meine Bemühungen letztlich ohne jede Chance auf Erfolg sein werden."

Dem Verein, und vor allem der Mannschaft und dem Trainerteam wünschte Gerhard Poschner "künftig viel Glück, und jene Strukturen, die ein professionelles und erfolgsorientiertes Arbeiten ermöglichen, zum Wohle der unglaublichen Fans." Dieser letzte Satz hat einen faden Beigeschmack ...

Poschner war vom mittlerweile ebenfalls ausgeschiedenen Präsidium die Hauptschuld für die völlig missratene vergangene Saison zugewiesen worden. Kürzlich war er deshalb von der amtierenden Klubspitze um Schneider mit Zustimmung von Investor Hasan Ismaik vom Geschäftsführer Sport zum Sportdirektor degradiert worden. Er hatte vom TSV 1860 zudem eine Dreimonatsfrist erhalten, nach der seine Arbeit beäugt werden sollte. Wie zerrüttet das Verhältnis ist, wurde in der Mitteilung der Löwen deutlich, in der jedes Wort des Dankes für Poschner fehlt.

Wenig später meldete sich auch der Verein zu Wort. Wie zum Beweis hielten es die Löwen bei der Verkündung der Nachricht nicht einmal für nötig, die üblichen Floskeln zu verbreiten: kein Dank für die geleistete Arbeit, nicht einmal der Hinweis, dass Poschner gekündigt hatte. "Damit ist eine Entscheidung gefallen. Wir machen jetzt einen Punkt hinter diese Angelegenheit", erklären die beiden Löwen-Gesellschafter. "Die volle Konzentration gilt jetzt unserem ersten Heimspiel gegen den SC Freiburg", ergänzt 1860-Interimspräsident Siegfried Schneider.

Die Nachricht machte am Donnerstagvormittag am Rande des Löwen-Trainings die Runde. Die Medienvertreter fragten bei Coach Torsten Fröhling nach, wie er über Poschners Kündigung denkt. Zunächst wollte er nichts sagen. Auf die Frage, ob sie für ihn überraschend kam, sagte er jedoch: "Nicht ganz so." Er verwies auf die morgige Pressekonferenz vor dem Freiburg-Spiel. Die Spieler wurden vom Verein angehalten, sich zu der Angelegenheit nicht zu äußern.

Die Löwen gaben zudem bekannt, dass Necat Aygün bis auf Weiteres die Aufgaben des Sportdirektors, insbesondere in Bezug auf die Kaderplanung, übernehmen wird. Nach Informationen unserer Onlineredaktion beschäftigen sich die Bosse schon länger mit möglichen Nachfolgern für Poschner.

Der frühere Bundesligaprofi Poschner (VfB Stuttgart, Borussia Dortmund, 1860) hatte seinen Posten als Sportchef im April 2014 übernommen. Bei seinen Entscheidungen fehlte ihm jedoch das Glück, vor allem seine Transferpolitik erntete teilweise heftige Kritik.

fw/sid

Das Schreiben von Gerhard Poschner im Wortlaut

Liebe Medienvertreter,

nachstehend darf ich Sie informieren, dass ich  meinen Vertrag mit dem TSV 1860 außerordentlich fristlos gekündigt habe. Die Gründe sind der Geschäftsleitung bekannt. Ich habe aufgrund der Vorkommnisse in den letzten Wochen und der belasteten Beziehung zu der Vereinsführung, die nicht von mir zu vertreten ist, endgültig die Gewissheit erlangt, dass meine Bemühungen letztlich ohne jede Chance auf Erfolg sein werden. Viele Dinge sind vorbereitet, und müssen teilweise nur noch umgesetzt werden.

Ich bedauere diesen Schritt sehr, zumal ich mich immer im Sinne der Sache, jeglicher Verantwortung gestellt habe. Ich möchte mich bei allen Mitarbeitern, Mannschaft und Trainerteam für Ihren Einsatz und die gute Zusammenarbeit bedanken. Ich wünsche dem Verein, und vor allem der Mannschaft und dem Trainerteam künftig viel Glück, und jene Strukturen, die ein professionelles und erfolgsorientiertes Arbeiten ermöglichen, zum Wohle der unglaublichen Fans.

Mit kollegialen Grüßen

Gerhard Poschner München, 2015-07-30

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