Für beide Mannschaften geht es um extrem viel

S-Bahn-Derby: TSV 1860 München und SpVgg Unterhaching zum Siegen verdammt

Wunderbare Fußball-Zeiten vor der Pandemie: Im Oktober 2019 unterlag die SpVgg Unterhaching auf Giesings Höhen den Löwen im Toto-Pokal unglücklich im Elfmeterschießen.
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Wunderbare Fußball-Zeiten vor der Pandemie: Im Oktober 2019 unterlag die SpVgg Unterhaching auf Giesings Höhen den Löwen im Toto-Pokal unglücklich im Elfmeterschießen.

Das S-Bahn-Derby steht an: Während 1860 München den Anschluss an die Spitze nicht verlieren will, braucht die SpVgg Unterhaching Punkte für den Klassenerhalt.

Unterhaching – Eine aufregende Sache war das Derby zwischen der SpVgg Unterhaching und dem TSV 1860 München schon immer. Seit sich die großen Stadt-Rivalen FC Bayern und 1860 nicht mehr auf Augenhöhe in einer Liga begegnen, hat das Duell der Löwen mit dem Vorstadtklub eine größere Bedeutung erlangt. Das „S-Bahn-Derby“ – gerade zwei Stationen sind es von Giesing zum Unterhachinger Fasanenpark, wo der kurze Fußweg zum Sportpark beginnt – bot auch tatsächlich schon spannende Geschichten und dramatische Ereignisse. Diesmal steht es aber unter ganz besonderen Vorzeichen. Die sportliche Brisanz ist groß wie nie, eine Niederlage kann sich keiner der beiden leisten.

Unterhaching braucht dringend Punkte - elf Spiele ohne Sieg

Für 1860 als Gastgeber im Flutlicht-Duell heute Abend (19 Uhr) im Grünwalder Stadion geht es nach drei Spielen ohne Sieg und zwei Niederlagen darum, den Anschluss zu den Aufstiegsplätzen nicht zu verlieren. Seit Cheftrainer Michael Köllner den Giesinger Chaosklub zumindest sportlich stabilisiert hat, wird der Wunsch nach der Rückkehr in die Zweite Liga ganz offen ausgesprochen. Für den kleinen Nachbarn Unterhaching geht es schlicht ums nackte Überleben in der Dritten Liga. Elf Spiele ohne Sieg und mit nur zwei Punkten waren der Regler für die Fahrt auf einen Abstiegsplatz, der Rückstand zum rettenden Ufer beträgt schon jetzt drei Punkte. „Es ist ordentlich Druck auf dem Kessel, das ist für beide ein sehr wichtiges Spiel“, sagt Hachings Innenverteidiger Christoph Greger, einer von etlichen Unterhachingern mit blauer Vergangenheit. „Da steckt schon eine andere Brisanz drin als sonst.“

Arie van Lent: „Jedes Spiel fängt bei 0:0 an“

Ob der schwer angeknockte Außenseiter SpVgg wirklich so mutig wie angekündigt in Giesing auftritt, wird man heute Abend sehen. Beim diesmal recht ruhigen Vorgeplänkel zum Derby wollte aber auch Greger nicht den Underdog geben: „Es gibt eigentlich keinen besseren Moment für dieses Spiel. Wir würden gerne im Derby zeigen, was wir können.“

Auch Trainer Arie van Lent gibt sich gewohnt kämpferisch: „Es spricht alles gegen uns, aber jedes Spiel fängt bei 0:0 an. Es kommen immer wieder Ergebnisse zustande, die nicht für den Favoriten sprechen. Und wir haben genügend Spieler mit 1860-Erfahrung, die darauf brennen, es in diesem Derby allen zu zeigen.“

Die letzten vier S-Bahn-Derbys gingen alle an 1860 München

Den Bammel vor dem kleinen Vorstadtverein hat 1860 inzwischen abgelegt. Denn während zu Zweitliga-Zeiten zwischen 2004 und 2007 die Löwen nur eins von sechs Spielen gewinnen konnten, ist die Bilanz in der Dritten Liga eindeutig: Vier Siege für 1860 in Serie, darunter das 2:0 in der Vorrunde in Unterhaching, dazu ein Unentschieden und auch noch der Sieg im Elfmeterschießen im Toto-Cup 2019. Den Blick auf die Vergangenheit können sich die Hachinger im aktuellen Überlebenskampf aber ohnehin nicht leisten. Der Blick muss vorwärts gerichtet sein – bei einer Niederlage heute wohl vor allem aber nach unten. Die Regionalliga droht, und der Lokalrivale könnte der SpVgg heute womöglich den vorentscheidenden sportlichen Todesstoß versetzen.

(Christian Amberg)

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