Abwehrchef im Interview

Löwen-Verteidiger Stephan Salger: „Ingolstadt kann nur verlieren“

„Unser Lauf ist immer noch der Wahnsinn“: Stephan Salger
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„Unser Lauf ist immer noch der Wahnsinn“: Stephan Salger.

Der TSV 1860 München kämpft am Samstag gegen den FC Ingolstadt um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Stephan Salger spricht über das Duell im Interview.

München – Abwehrchef, Routinier, Ruhepol des TSV 1860 München: Stephan Salger (31) soll den Laden am Samstag beim FC Ingolstadt (13.30 Uhr, bei tz.de* im Live-Ticker) zusammenhalten. Im Interview erklärt der ehemalige Bielefelder, warum die Löwenfans trotz des Derby-Dämpfers zuversichtlich bleiben dürfen.

Herr Salger, ist die Enttäuschung vom Sonntag schon verdaut?

Ja, ich denke man hat uns allen angesehen am Sonntag, dass das nicht das Ergebnis war, das wir erreichen wollten. Aber der Trainer hat es schon geschafft, uns aus diesem kleinen Tal der Enttäuschung herauszuholen. Die Situation ist wie sie ist – und sie könnte wesentlich schlechter sein.

Trotzdem: Was war da los gegen Bayern II? Richy Neudecker sprach von einem „Scheiß-Spiel“, die kleinen Bayern hätten Sie anfangs „überrannt“.

Wir hatten in der ersten Halbzeit zwei Situationen zu verteidigen, eine davon war das 0:1. Was mich am meisten geärgert hat, war das zweite Gegentor direkt nach der Pause. Bei Richy war da in den Aussagen sicherlich noch viel Emotion dabei direkt nach dem Spiel.

Stephan Salger: „Die letzten beiden Ergebnisse waren sicher nicht optimal“

Geht 1860 auf der Zielgeraden etwas die Luft aus?

Die letzten beiden Ergebnisse waren sicher nicht optimal, trotzdem ist unser Lauf immer noch ein Wahnsinn, darum kann ich da nur widersprechen. Wehen hatte zum Beispiel einen Heidenrespekt vor uns. Wenn dich so eine Mannschaft zu Hause erst an der Mittellinie anläuft, dann weißt du, was los ist.

Ingolstadt reklamiert das „Momentum“ nach dem 5:1 in Duisburg nun für sich. Wie wie sehen Sie es?

Haben die das gesagt? Na ja, irgendwie muss man sich ja stark reden. Wenn ich die letzten Spiele so gespielt hätte wie Ingolstadt, dann würde ich mich auch an jeden Strohhalm klammern. Die sind mit dem klaren Ziel Aufstieg in die Saison gegangen und können jetzt am Samstag eigentlich nur verlieren. Wir fahren mit einem positiveren Druck da hin. Natürlich wären wir auch enttäuscht, wenn’s nicht klappt, aber der größere Druck liegt auf jeden Fall bei Ingolstadt.

Sie bekommen auf jeden Fall einen neuen Innenverteidiger-Kollegen zur Seite gestellt. Wie groß ist die Schwächung durch Semi Belkahias Gelbsperre?

Für Semi tut’s mir leid, er war natürlich geknickt nach dem Spiel. Aber ich denke nicht, dass man jetzt Bedenken haben müsste für Samstag. Wir haben in allen Konstellationen starke Partien abgeliefert. Und oft war es so, dass der, der frisch reingekommen ist, direkt eines seiner besten Spiele gemacht hat.

Stephan Salger: „Ich mag solche Spiele, wo es um alles geht“

Haben Sie Erfahrung mit solchen Hopp-oder-Top-Spielen?

Oh ja, da hab ich mit Bielefeld einige erlebt. Ich mag solche Spiele, wo es um alles geht. Und meine Bilanz in diesen Endspielen ist auf jeden Fall positiv.

Worauf wird’s ankommen am Samstag?

Dass wir klar im Kopf sind und uns vom Drumherum nicht beeinflussen lassen. Wenn wir unseren Fußball auf den Platz bringen, bin ich guter Dinge, dass wir das Spiel gewinnen werden.

Ist es ein kleiner Vorteil, Ingolstadt in dieser Saison schon zweimal geschlagen zu haben?

Wir haben die beste Quote gegen bayerische Vereine, da haben wir noch kein Spiel verloren. Es ist sicher kein Nachteil zu wissen, dass wir Ingolstadt schlagen können.

Gesetzt den Fall, es klappt mit Platz drei. Welchem Relegationsgegner würden Sie gern aus dem Weg gehen?

Die Konstellation ist so eng in der 2. Liga, die Mannschaften bewegen sich alle auf einem ähnlichen Niveau, von daher kann ich da niemanden nennen. Am besten reden wir nochmal, wenn wir unser Spiel am Samstag gewonnen haben. Vorher mach ich mir da keine großen Gedanken.


(Interview: Ludwig Krammer)

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