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TSV 1860: Traumstart perfekt! Löwen egalisieren 15 Jahre alten Rekord

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Von: Uli Kellner

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Giesinger Selbstvertrauen: Doppeltorschütze Fynn Lakenmacher (Mitte) wird von seinen Mannschaftskameraden gefeiert.
Giesinger Selbstvertrauen: Doppeltorschütze Fynn Lakenmacher (Mitte) wird von seinen Mannschaftskameraden gefeiert. Foto: mis © mis

Mit einem 3:0-Sieg bei der TSG Hoffenheim hatten die Löwen am 26. August 2007 Historisches geschafft: einen Neun-Punkte-Startrekord, der eineinhalb Jahrzehnte überdauerte, ligenübergreifend.

München – Am Dienstag, am dritten Spieltag der Drittligasaison 2022/23, bot sich 1860 die Chance, den Startrekord zu egalisieren. Zu Gast war ein anderer berühmter Dorfverein, der SV Meppen – und der hielt nur in der umkämpften Anfangsphase mit.

Am Ende stand ein verdienter 4:0 (1:0)-Erfolg, herausgeschossen durch Martin Kobylanski (29.), Fynn Lakenmacher (62., 66.) und den eingewechselten Kapitän Stefan Lex. Traumstart mit Maximalausbeute aus drei Spielen perfekt. Die Löwen stehen über Nacht dort, wo sie auch am Ende der Saison stehen wollen: „Spitzenreiter, Spitzenreiter“, sangen die Fans.

Traumhafter Sommerabend im Grünwalder: 1860 München spielt Meppen an die Wand

Die Abendsonne tauchte das Grünwalder Stadion in ein schönes, fast kitschiges Spätsommerlicht. Nicht den gesamten Rasen, aber die Spielhälfte vor der Ostkurve, die erleuchtet wie eine Bühne wirkte – und in der sich, wie passend, fast das gesamte Geschehen in den ersten 45 Minuten abspielte.

Und ein Hauptdarsteller im einseitigen Spiel war auch schnell gefunden. Martin Kobylanski, einer von sieben Neuzugängen in der Startelf, war vom Anpfiff weg im Dauereinsatz. Weil die Emsländer, wie von Michael Köllner erwartet, eine ruppige Gangart wählten, ergab sich ein Freistoß nach dem anderen, alle getreten vom Zehner aus Braunschweig, der sich mit Schärfe und Präzision Meppens Tor annäherte.

Gefallen ist das erlösende 1:0 dann aber aus dem Spiel heraus – nach einem weiten Schlag von Joseph Boyamba, den Kobylanski mit der Brust annahm und an Jonas Kersken vorbei ins Netz schickte. Bemerkenswert an diesem Treffer war, dass der Schütze in keiner Weise nervös wirkte, obwohl er zwei Minuten zuvor ebenso freistehend an Meppens Keeper gescheitert war. Obwohl die Gäste Abseits reklamierten, wohl zu Unrecht, war die Führung zur Pause mehr als verdient. Sie hätte sogar höher ausfallen können, wenn Fynn Lakenmacher seine Großchance in der 36. Minute, aufgelegt von Erik Tallig, verwertet hätte.

1860: Drei Stammspieler fielen aus - Löwen-Kader beweist Breite

Den Löwen war das Fehlen von drei Stammspielern nur in der Anfangsphase anzumerken. Yannick Deichmann (Magen-Darm) wurde rechts hinten von Christopher Lannert ersetzt, Marcel Bär (Fuß-OP) durch Lakenmacher, der diesmal wieder den Vorzug vor Meris Skenderovic erhielt. Auch Lex saß gestern lange auf der Bank. Der Kapitän sei angeschlagen, hatte Köllner bereits am Tag vor dem Spiel in der Pressekonferenz erklärt.

Die zweite Halbzeit wurde dann zur Bühne des jungen Lakenmacher: Doppelpack innerhalb von vier Minuten, einmal nach Selbstvorlage im Stile von seinem optischen Vorbild Erling Haaland: Ball am Strafraum erkämpft, an zwei Meppenern vorbeigezogen und unwiderstehlich hinein ins Kreuzeck. Der zweite Treffer war weniger kunstvoll, ein Abstauber nach einem Freistoß von Vrenezi – muss ein Stürmer auch im Repertoire haben. Lex, nach einer Stunde ins Spiel gekommen, setzte noch einen drauf – und ließ die Fans träumen. Einziger Aufreger: In der Westkurve wurde erneut die Anti-Ismaik-Fahne geschwenkt und das Scheich-Lied gesungen – trotz des Appells der Geschäftsführer, brav und fair zu bleiben auf dem Weg in die 2. Liga. (Uli Kellner)

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