Neuer Co-Trainer bei den Löwen

Kmetsch: 1860 ist "positiv bekloppt"

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Sven Kmetsch (r.) ist neuer Co-Trainer beim TSV 1860.

München - Am Dienstag haben die Löwen - etwas überraschend - ihren Trainerstab erweitert. Sven Kmetsch folgt seinem langjährigen Coach an die Grünwalder Straße und erklärt seinen Wechsel.

Als 1989 die Mauer fiel, war Sven Kmetsch gerade mal 19. Genau das richtige Alter für einen talentierten Kicker aus dem Osten. Die Fußballwelt stand den Sammers, Kirstens & Co. mit einem Schlag offen. Kmetsch aber blieb zunächst noch in der Heimat, spielte weiter für Dynamo Dresden – aber eben in der Bundesliga. Im Sommer 1995 verließ er dann mit einem gewissen Jens Jeremies die gelb-schwarzen Dynamos. Den einen zog’s nach München, an die Grünwalder Straße, Kmetsch wechselte zum Hamburger SV. Jetzt aber ist er dort, wo Jeremies einst im Westen begann: Beim TSV 1860 – als Co-Trainer.

Eine Überraschung ist es aber nicht. Als Benno Möhlmann (61) vor über einer Woche das Traineramt bei den Löwen übernahm, durfte man schon davon ausgehen, dass er Kmetsch wieder als Assistent an seine Seite holen würde. Wie zuvor schon beim FC Ingolstadt und beim FSV Frankfurt. Und wie es so ist: Gemeinsam eingestellt – und immer gemeinsam entlassen. „Das ist so bei uns beiden“, schmunzelt Kmetsch. „Mitgefangen – mitgehangen. Mein Vertrag ist immer mit dem von Benno gekoppelt.“ Auch bei 1860: Jeder hat nur bis Saisonende unterschrieben.

Möhlmann und Kmetsch - eine lange Verbindung

Angefangen hat alles vor 20 Jahren. „Damals war Benno Cheftrainer beim HSV“, sagt Kmetsch, „und hat mich als Spieler geholt. Die Verbindung hielt aber nicht lange. Nach drei Monaten wurde Benno entlassen, und der damalige HSV-Präsident Uwe Seeler verpflichtete Felix Magath als Nachfolger.“

Magath – ein Name, der in der Vita von beiden Schicksal gespielt hat. Kmetsch: „Als Magath vor sechs Jahren als Chefcoach zu Schalke 04 wechselte, habe ich dort als Trainer im Nachwuchsbereich gearbeitet. Dann aber wurde ich bald, wie so viele andere auch aus dem gesamten Stab, von ihm entlassen.“

Fotos: Erstes Training mit Assistent Kmetsch

Ob sich die beiden angesichts dieser schlechten Erfahrungen mit Magath mit dem TSV 1860 den richtigen Verein ausgesucht haben? Denn der Name des 62-jährigen Meistertrainers schwebt beim TSV 1860 schon seit Monaten als sogenannte „große Lösung“ herum, wenn anstelle von Hasan Ismaik ein neuer Investor gefunden werden sollte.

Kmetsch: "1860 ist ein Traditionsverein"

Aber sowohl Möhlmann als auch Kmetsch ist ja bewusst, auf was sie sich beim TSV 1860 – und das nicht nur wegen der katastrophalen sportlichen Lage – eingelassen haben. Kmetsch: „1860 ist aber auch ein Traditionsverein, mit viel Herzblut, einfach was Markantes. Und ich würde ihn sogar mit Schalke 04 vergleichen, bei beiden Vereinen ist die Erinnerung an vergangene gute Zeiten groß.“

Und natürlich hat der 45-Jährige, der Mitte der Neunzigerjahre zwei A-Länderspiele bestritten hat, auch das Relegationsspiel in der Allianz Arena gegen Holstein Kiel und die damalige Last-Minute-Rettung am Fernseher verfolgt. Kmetsch: „60.000 Zuschauer bei einem Spiel gegen einen Drittligisten, das sagt doch alles. Aber ich habe 1860 aus der Ferne schon immer als positiv bekloppt wahrgenommen."

tz

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