Köllner-Elf überzeugte nur phasenweise

Bedingt startbereit: Löwen leisten sich bei letzten Tests zu viele „dumme Fehler“

Löwen-Trainer Michael Köllner
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Löwen-Trainer Michael Köllner zeigte sich mit der Leistung im Testspiel gegen Aalen zufrieden.

Der TSV 1860 München startet in Kürze in die neue Saison. Trainer Michael Köllner ist optimistisch: „Von mir aus könnte es morgen losgehen.“

Nürnberg/München – Es war das mutigste Solo eines intensiven Testspielwochenendes. Kultfan Helmi, 54, ging durch die Reihen an der Grünwalder Straße und kramte Autogrammkarten aus seinem Rucksack, die er ungefragt an die anderen Zuschauer verteilte. Darauf zu sehen: ein Starporträt von sich selbst (mit weißblauem 1860-Helm) – und eine Original-Krakelunterschrift. Eine Aktion, die für Heiterkeit sorgte, denn ansonsten wurde den Löwen wenig geschenkt bei den Generalproben vor dem Ligastart gegen Würzburg. 2:3 verlor die A-Elf am Samstag beim Zweitligisten 1. FC Nürnberg, 1:1 hieß es gestern gegen Viertligist VfR Aalen. Beide Besetzungen überzeugten nur phasenweise, doch Michael Köllner zeigte sich zufrieden: „Von mir aus könnte es morgen losgehen.“

TSV 1860: In keinem der sechs Testspiele stand hinten die Null

Bei dieser Aussage war ein gewisser Trainer-Optimismus im Spiel, denn 4000 Zuschauer in Nürnberg hatten auch gesehen, dass zumindest ein Mannschaftsteil nur bedingt startbereit ist. In keinem der sechs Testspiele stand hinten die Null – und auch am Samstag sprach Köllner von „dummen Fehlern“, die ein besseres Ergebnis gekostet hätten. Zwischen dem 1:0 des formstarken Biankadi (11.) und dem Schlusspunkt von Joker Keanu Staude (87.) luden die Löwen die Gastgeber förmlich zum Toreschießen ein.

Köllner: „Die Abstimmungsprobleme kriegen wir noch raus“

Das 1:1 resultierte aus einer Unentschlossenheit von Hiller-Ersatz Tom Kretzschmar: Shuranov ging dazwischen und netzte ein (39.). Vor dem 1:2 klappte das Abseitsstellen des Gegners nicht: Profiteur war Borowski (67.). Vor dem 1:3 schließlich wurde ein Rückpass von Semi Belkahia zur perfekten Vorlage für Nürnbergs Lohkemper (82.). Köllners Reaktion? Oberpfälzer Gelassenheit. „Das ist nichts Dramatisches“, sagte er milde: „Die Fehlerkette beginnt ja weiter vorne – vieles sind auch Müdigkeitsgeschichten. Natürlich ärgern einen die Gegentore, aber die Abstimmungsprobleme kriegen wir noch raus. Wichtig ist, dass wir eine intakte Mannschaft haben.“

Immerhin: Vorne zeigte sich, dass 1860 jetzt mehr zu bieten hat als eine One-Man-Show von Sascha Mölders. Marcel Bär drängt sich als laufstarker Sturmpartner auf. Und auch die Reihe dahinter – mit Biankadi und den feinen Technikern Neudecker/Tallig – ist imstande, Verwirrung in gegnerischen Strafräumen zu stiften. Köllners Urteil: „Was die Torchancen angeht, waren wir nicht schlechter als Nürnberg.“

Sogar dem anfangs müden Test gegen ein giftiges Uwe-Wolf-Team aus Aalen konnte Köllner etwas abgewinnen, nicht nur das späte 1:1 durch einen Elfmeter von Tim Linsbichler. „Heute stand eine halbe A-Jugend auf dem Platz“, sagte der Coach: „Wichtig ist, dass die Jungs marschiert sind. Aalen hat ja zum Schluss aus dem letzten Loch geblasen.“ Hauptsorgenkind bleibt Dennis Dressel, dem Köllner am Samstag eine mentale Pause gönnte. Gegen Aalen lief er als Kapitän auf, doch richtig viel Einfluss hatte er nicht auf das Spiel.

Heute dürfen alle Löwen noch mal durchschnaufen. Was die Vorbereitung wert war, wird man dann am Samstag sehen – gegen ein Team aus Würzburg, das genauso schwer einzuschätzen ist (1:0 gegen Erstliga-Aufsteiger Fürth, 1:2 gegen Viertligist Jena). Köllner prophezeit: „Das wird ein knüppelhartes Ding. Ich denke nicht, dass wir schon in der ersten Trinkpause 3:0 führen werden.“

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