Nach Degradierung zum Sportdirektor

Darum hat Eichin keine Zukunft bei den Löwen

Steht wohl schon wieder vor dem Abschied von den Löwen: Thomas Eichin muss seine Degradierung zum Sportchef schlucken.
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Steht wohl schon wieder vor dem Abschied von den Löwen: Thomas Eichin muss seine Degradierung zum Sportchef schlucken.

München - Im Gegensatz zu Kosta Runjaic darf Thomas Eichin bei den Löwen bleiben. Doch der Nur-noch-Sportchef scheint einen Abschied nach nicht einmal einem halben Jahr anzustreben.

„Ich sage nichts heute, es gibt nachher ’ne Pressekonferenz. Alles gut.“ So lauteten die Worte von Thomas Eichin, als er sich am Dienstagvormittag ein Packerl Zigaretten aus dem Auto holte. Ob der 1860-Manager da bereits ahnte, dass Investor Hasan Ismaik eben diese Pressekonferenz auch zur Abrechnung mit Eichins bisheriger Arbeit bei den Löwen nutzen würde?

Die Leistung des Geschäftsführers Sport sei „nicht auf dem Niveau, wie wir es erwartet haben“, kanzelte der Jordanier seinen Wunschkandidaten aus dem Sommer in unverblümter Art ab. Wie zu hören war, soll den Investor speziell die nicht mit ihm abgesprochene Verpflichtung des arbeitslosen Sebastian Boenisch (für knapp eine Million Jahresgehalt) auf die Palme gebracht haben.

„Wir haben am meisten in der Zweiten Liga investiert, aber es kommt nichts dabei raus“, schimpfte Ismaik. Trotzdem solle Eichin bei der Suche nach einem neuen Trainer mithelfen, ohnehin sei die Degradierung vom Geschäftsführer zum bloßen Sportchef so besprochen gewesen. Alles gut also? Im Gegenteil.´

Wer wird neuer Löwen-Trainer? Diese Kandidaten hätten Zeit

Mirko Slomka war als Chef-Trainer zuletzt für den Hamburger SV aktiv. Dort brachte er es aber nur auf einen Schnitt von 0,89 Punkten pro Spiel und wurde nach 19 Spielen entlassen.
Mirko Slomka war als Chef-Trainer zuletzt für den Hamburger SV aktiv. Dort brachte er es aber nur auf einen Schnitt von 0,89 Punkten pro Spiel und wurde nach 19 Spielen entlassen.  © dpa
Der Niederländer Jos Luhukay stand zuletzt beim VfB Stuttgart an der Seitenlinie. Nach fünf Spielen und 1,80 Punkten pro Spiel warf er wegen interner Differenzen das Handtuch.
Der Niederländer Jos Luhukay stand zuletzt beim VfB Stuttgart an der Seitenlinie. Nach fünf Spielen und 1,80 Punkten pro Spiel warf er wegen interner Differenzen das Handtuch.  © dpa
Stefan Ruthenbeck war bis vor Kurzem Trainer der SpVgg Greuther Fürth. Am Montag musste er nach 50 Partien bei 1,32 Punkten pro Spiel seinen Hut nehmen.
Stefan Ruthenbeck war bis vor kurzem Trainer der SpVgg Greuther Fürth. Am Montag musste er nach 50 Partien bei 1,32 Punkten pro Spiel seinen Hut nehmen.  © dpa
Trotz direkter Qualifikation für die Europa League wurde André Breitenreiter beim FC Schalke 04 entlassen. Schnitt: 1,59 Punkte pro Spiel. 
Trotz direkter Qualifikation für die Europa League wurde André Breitenreiter beim FC Schalke 04 entlassen. Schnitt: 1,59 Punkte pro Spiel. © dpa
Bis Ende des vergangenen Jahres war Michael Frontzeck Trainer von Hannover 96. Bei 1,04 Punkten pro Spiel musste er nach 24 Partien gehen.
Bis Ende des vergangenen Jahres war Michael Frontzeck Trainer von Hannover 96. Bei 1,04 Punkten pro Spiel musste er nach 24 Partien gehen. © dpa
Lothar Matthäus fungiert derzeit als TV-Experte. Zuvor verdiente der ehemalige Libero seine Brötchen als Nationaltrainer Bulgariens. Schnitt: 1,20 Punkte pro Spiel. 
Lothar Matthäus fungiert derzeit als TV-Experte. Zuvor verdiente der ehemalige Libero seine Brötchen als Nationaltrainer Bulgariens. Schnitt: 1,20 Punkte pro Spiel.  © dpa
Zuletzt war Thomas Schaaf als Feuerwehrmann bei Hannover 96 unter Vertrag. Sein Engagement endete allerdings nach elf Partien und 0,27 Punkten pro Spiel. 
Zuletzt war Thomas Schaaf als Feuerwehrmann bei Hannover 96 unter Vertrag. Sein Engagement endete allerdings nach elf Partien und 0,27 Punkten pro Spiel.  © dpa
Markus Kauczinski war seinen Job als Trainer des FC Ingolstadt nach zwölf Begegnungen wieder los. Er brachte es auf einen Schnitt von 0,42 Punkten pro Spiel. 
Markus Kauczinski war seinen Job als Trainer des FC Ingolstadt nach zwölf Begegnungen wieder los. Er brachte es auf einen Schnitt von 0,42 Punkten pro Spiel.  © dpa
Armin Veh verbrachte bis kurz vor Ende der vergangenen Saison sein zweites Engagement bei Eintracht Frankfurt. Nach 27 Partien und 1,00 Punkten pro Spiel war Schluss. 
Armin Veh verbrachte bis kurz vor Ende der vergangenen Saison sein zweites Engagement bei Eintracht Frankfurt. Nach 27 Partien und 1,00 Punkten pro Spiel war Schluss.  © dpa
Bernd Schuster coachte in der Saison 2013/2014 den FC Malaga. Schnitt: 1,18 Punkte pro Spiel. 
Bernd Schuster coachte in der Saison 2013/2014 den FC Malaga. Schnitt: 1,18 Punkte pro Spiel. © picture alliance / dpa
Bei Rapid Wien saß Mike Büskens zuletzt für 25 Partien auf der Trainerbank. Er holte durchschnittlich 1,64 Punkte pro Spiel. 
Bei Rapid Wien saß Mike Büskens zuletzt für 25 Partien auf der Trainerbank. Er holte durchschnittlich 1,64 Punkte pro Spiel.  © dpa
Bruno Labbadia verbrachte zuletzt seine zweite Amtszeit beim HSV. Nach schwachen Saisonstart mit 1,20 Punkten pro Spiel war Schluss.
Bruno Labbadia verbrachte zuletzt seine zweite Amtszeit beim HSV. Nach schwachen Saisonstart mit 1,20 Punkten pro Spiel war Schluss.  © dpa
Im Oktober nach mehr als drei Spielzeiten musste Dieter Hecking beim VfL Wolfsburg seinen Hut nehmen. Trotz eines Schnitts von 1,75 Punkten pro Spiel. 
Im Oktober musste Dieter Hecking beim VfL Wolfsburg nach mehr als drei Spielzeiten seinen Hut nehmen. Trotz eines Schnitts von 1,75 Punkten pro Spiel.  © dpa
Fast zwei Jahre lang war Viktor Skripnik Cheftrainer bei Werder Bremen. Im September kam die Entlassung. Schnitt: 1,31 Punkte pro Spiel. 
Fast zwei Jahre lang war Viktor Skripnik Cheftrainer bei Werder Bremen. Im September kam die Entlassung. Schnitt: 1,31 Punkte pro Spiel.  © dpa
Nach einer 0:4-Klatsche gegen Costa Rica musste Klinsmann seinen Posten als US-Nationaltrainer nach 98 Partien räumen. Schnitt: 1,84 Punkte pro Spiel. 
Nach einer 0:4-Klatsche gegen Costa Rica musste Klinsmann seinen Posten als US-Nationaltrainer nach 98 Partien räumen. Schnitt: 1,84 Punkte pro Spiel.  © dpa

Eichin wird kaum von selbst hinschmeißen

Zwar war Eichin am Mittwoch am Telefon nicht zu erreichen, aus seinem Umfeld drang allerdings durch, dass eine weitere vernünftige Zusammenarbeit nach dieser Demontage außerhalb jeder (nicht jordanischen) Vorstellungskraft liege. Realistisch betrachtet kann es nur noch um die Höhe der Abfindung gehen. Eichins mit einem Monatsgehalt von geschätzt 50.000 Euro dotierter Vertrag bei den Löwen läuft bis 2019, von selbst wird der Ex-Bremer also nicht hinwerfen.

„Wenn wir sehen, dass er seine Aufgaben erfüllt, werden wir ihn weiterhin unterstützen“, hatte Ismaik am Dienstag gesagt. Der Rest ist ein interessanter Fall für die Zunft der Arbeitsrechtler.

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lk

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