Ex-Löwe Ziemer im tz-Interview

"Mit Kreuzer werden es die Löwen packen"

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Beim 2:2 in Nürnberg köpfte Bülow das 1:0.

München - Thomas Ziemer spielte für den TSV 1860 und den 1. FC Nürnberg. Im Interview mit der tz spricht der Ex-Löwe vor dem Derby über das Derby.

Thomas Ziemer (r) mit Thomas Häßler.

Sechzig gegen den Club – für Thomas Ziemer natürlich ein absoluter Pflichttermin in der Allianz Arena. Der mittlerweile 45-Jährige hat das Trikot beider Vereine getragen und verbrachte vor allem bei den Löwen sehr erfolgreich Jahre, die mit den beiden Aufstiegen – 1993 in die 2. Liga und ein Jahr später sogar in die Bundesliga – gekrönt wurden. Heute wohnt der gebürtige Franke wieder in seiner Heimat, die Liebe zum TSV 1860 ist aber auch nach über 20 Jahren nicht erloschen.

Wie ist das, wenn zwei Vereine aufeinandertreffen, für die man selbst große Sympathien aufbringt?

Ziemer: Am Samstag schlagen wirklich zwei Herzen in meiner Brust. Eigentlich benötigt jeder drei Punkte. Der Club, damit er im Kampf um Platz drei dabeibleibt, und Sechzig natürlich gegen den Abstieg. Ich hoffe aber, dass jedem auch ein Punkt reicht, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Ein 2:2 wäre schön.

Wie erklären Sie sich, dass der TSV 1860 derart abgeschmiert ist und auf dem vorletzten Platz liegt?

Ziemer: In den vergangenen Jahren ging es bei 1860 in der Führungsetage doch drunter und drüber. Die ­Außendarstellung war sehr schlimm. Ich habe ja noch viele Kontakte nach München und war stets gut informiert. Jetzt aber hat man mit Oliver Kreuzer endlich einen absoluten Fachmann geholt, der auch viel Erfahrung mitbringt. Ich kenne Olli sehr gut aus vielen Spielen mit Traditionsmannschaften. Er ist der Richtige für Sechzig und packt das.

Fünf neue Spieler sind im Winter ebenfalls gekommen. Was halten Sie von Mölders, Beister, Mauersberger, Aycicek und Sukalo?

Ziemer: Das sind absolute Verstärkungen, die der Mannschaft sehr guttun. Kreuzer und Benno Möhlmann haben da richtig gut gearbeitet. Mölders und Beister sind in jedem Spiel für ein Tor gut.

Also keine Angst, dass Ihre Blauen absteigen?

Ziemer: Es wird natürlich brutal schwer, und man muss auch mal für die außerordentlichen Sachen sorgen. Also nicht nur gegen die Unteren gewinnen – das ist sowieso Pflicht – sondern hin und wieder auch gegen einen Spitzenklub.

Die Löwenfans sind guter Dinge. 50.000 Besucher werden am Samstag erwartet…

Ziemer: Das spricht nur dafür, dass das nach wie vor ein außergewöhnlicher Verein ist. Und München hat halt immer noch mehr Blaue.

Den 1. FC Nürnberg plagten zu Saisonbeginn ebenfalls große Probleme, jetzt hat er fünf Siege in Folge eingefahren und greift oben an. Wie kam’s?

Ziemer: Weil endlich wieder Ruhe herrscht. Das muss auch das Ziel von Sechzig sein.

Mit Alessandro Schöpf wurde im Winter einer der besten Spieler an Schalke verkauft. Ein Nachteil?

Ziemer: Dafür ist Stieber geholt worden. Und mal ehrlich: Für sechs Millionen hätte ich den Schöpf persönlich mit der Schubkarre nach Schalke transportiert.

Interview: tz

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