Achterbahn der Gefühle für den Trainer

Fröhling über seine Tränen und die Zukunft bei 1860

München - Die Rettung gegen Holstein Kiel war für 1860-Trainer Torsten Fröhling eine Achterbahn der Gefühle. Nun sprach er über seine Tränen und seine Zukunft bei Sechzig.

Das Rückspiel um den Klassenerhalt war für die Löwen so etwas wie der Spiegel auf die ganze verkorkste Saison. Viel hatten sie sich vorgenommen, die ersten fünf Minuten waren vielversprechend - und dann kam doch das Gegentor wie ein Schlag ins Gesicht. Erst spät, mit etwas Glück und viel, viel Unterstützung durch tobendes Publikum schafften die Löwen das Wunder dahoam, an das viele wohl schon nicht mehr geglaubt hatten. Er allerdings immer: Trainer Torsten Fröhling übernahm die Mannschaft nach 21 Spieltagen und führte sie auf seine ruhige, unaufgeregte, nordische Art durch die Untiefen des Abstiegskampfes.

Achterbahn der Emotionen auch für Fröhling

Nach dem 2:1 gegen Holstein Kiel brachen allerdings auch bei ihm alle Dämme. Zuerst jubelte er mit seinen Spielern und dem Trainerteam und gab sich ganz der Ekstase um den geschafften Klassenerhalt hin. Dann jedoch saß er für ein paar Minuten auf der Bank. Man sah die Rührung in seinem Gesicht nicht nur durch die Tränen, die auch bei ihm flossen. Der Bild verriet er nun: Es waren nicht nur Tränen der Erleichterung: "Ich habe an meine verstorbene Mutter gedacht. Die Tränen mussten raus."

Allzu verständlich, dass Fröhling in diesen Momenten viel durch den Kopf ging. Innerhalb von 15 Minuten hatten seine Löwen gerade noch den Kopf aus der Schlinge gezogen. Dabei standen sie schon nach 16 Minuten praktisch vor dem Abgrund. Dem Trainer gingen in der Situation zwiespältige Gedanken durch den Kopf. "Mist, jetzt geht die ganze Scheiße wieder los", war das erste, woran er dachte. Aber direkt danach wollte er seine Spieler weiter nach vorne peitschen und ihnen Mut zusprechen. Die tosende Stimmung in der Arena war dabei fast schon hinderlich. "Ich dachte nur: Hoffentlich ist bald Halbzeit. Es war so laut im Stadion, keiner konnte meine Kommandos hören."

"Schaffen wir den Ausgleich, siegen wir"

In der Kabine allerdings packte er die verunsicherten Spieler bei ihrer Ehre und erinnerte sie an eine einfache Tatsache: Der Fitnessvorsprung der Löwen würde den Unterschied machen. Fröhling wagte auch die Prognose: "Schaffen wir den Ausgleich, siegen wir." Er sollte recht behalten.

Torsten Fröhling mit dem seinem Relegationshelden Kai Bülow.

Nach 65 Minuten ging den Kielern langsam die Puste aus. Der eine Schritt mehr, den der Underdog lange gemacht hatte gelang plötzlich nicht mehr. Nach dem Ausgleich durch Daniel Adlung kam den Löwen dann auch noch zu Gute, dass seine Innenverteidiger nichts mehr hinten hielt. "Eigentlich sollte nur Christopher Schindler nach vorne, doch dann war da auch noch Kai Bülow...", berichtet Fröhling zu seinem Plan in der Schlussphase. Selten war ein Trainer wohl so froh, dass ein Spieler eigenmächtig agierte. Denn Schindler sorgte im Angriff zwar für die emotionalen Momente und legte sich mit Schiedsrichter Knut Kircher an, doch Bülow entschied die Relegation.

Der Macher des Klassenerhalts ist nun sichtlich stolz auf seine Spieler: "Als ich das Team übernahm, waren es Jungs, jetzt sind es Männer. Wir mussten durch ein Stahlbad." Fröhling ist optimistisch, dass dieses Spiel auch für die Zukunft wichtig sein wird.

Fröhling will weiter Löwen-Trainer sein

Und er konnte auch schon etwas dazu sagen, wie es mit ihm weitergeht: Er hatte ein "sehr langes und sehr gutes Gespräch mit Gerhard Poschner" und wurde auch schon gefragt, ob er weitermachen wolle. "Ich habe Ja gesagt. Und der Verein würde auch gerne mit mir weitermachen", berichtet Fröhling.

Nun will er seinen Urlaub in Griechenland verbringen, richtig abschalten und Kraft tanken für die neue Saison. Für die hat er auch schon zumindest einen konkreten Plan: "Ich will nie wieder so eine Saison wie diese erleben, ich will attraktiven Fußball spielen lassen." Und eine Schlagzeile im Oktober würde ihm besonders schmecken: "Verein in ruhigem Fahrwasser."

Damit könnten wohl auch alle Anhänger der Sechziger leben.

Löwen halten Liga! Spiel- und Jubel-Bilder plus Noten

bix

Rubriklistenbild: © sampics / Stefan Matzke

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