Im Falle des Verbleibs

Fröhling würde "keinen großen Umbruch" machen

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Torsten Fröhling.

München - Der TSV 1860 München hat mit Ach und Krach einen Absturz verhindert. Einige Fragen sind aber weiter offen. Trainer Fröhling kündigte aber an, auf einen großen Umbruch verzichten zu wollen, falls er weiter Trainer bliebe.

Als der Last-Minute-Klassenerhalt nach einer Horrorsaison perfekt war, wollte der gefeierte Löwen-Retter Torsten Fröhling nur noch weg. „Ich bin froh, dass ich jetzt in den Urlaub kann“, sagte der Trainer von 1860 München nach dem nervenaufreibenden 2:1 (0:1) im Relegations-Rückspiel gegen Holstein Kiel völlig durchgeschwitzt und mit tiefen Spuren im Gesicht.

Der 48-Jährige geht allerdings nach seiner erfolgreichen Kurz-Mission davon aus, auch künftig bei den krisengeplagten Sechzigern in der Verantwortung zu stehen und den Trainingsauftakt am 22. Juni zu leiten. „Ich habe gespürt, dass man mit mir weiterarbeiten will. Deshalb bin ich entspannt“, sagte Fröhling. Er habe ohnehin nie ein Hehl daraus gemacht, „dass ich Trainer bleiben will“.

Der Hamburger hatte die Löwen, denen bei einem Abstieg sogar die Insolvenz gedroht hätte, nach der Entlassung von Markus von Ahlen im Februar übernommen. Der Vertrag läuft am Saisonende aus. Von den Spielern gab es am späten Dienstagabend aber schon klare Signale. „Die Mannschaft kommt sehr gut mit ihm zurecht. Er ist knallhart, aber trotzdem locker“, sagte Torschütze Daniel Adlung.

Die Verantwortlichen hielten sich dagegen noch bedeckt. Man werde das nach einer „miserablen Saison“ jetzt alles „in Ruhe besprechen“, sagte Sportdirektor Gerhard Poschner nur. Der frühere Profi wird bei der bevorstehenden Aufarbeitung selbst im Mittelpunkt stehen. Fans und Vereinsspitze sehen in Poschner den Hauptschuldigen für die Misere und wollen ihn so schnell wie möglich loswerden. Für Präsident Gerhard Mayrhofer gibt es zumindest „großen Gesprächsbedarf“.

Löwen halten Liga! Spiel- und Jubel-Bilder plus Noten

Immerhin hatte es vor dem Spiel ein Lebenszeichen von Investor Hasan Ismaik gegeben, der wochenlang untergetaucht war. Dass sich alle mehr erwartet hätten, sei Fakt, schrieb der Jordanier in einem offenen Brief, „aber in diesem Zusammenhang sei es nicht wichtig, was war und was ist, sondern was sein wird - wir müssen an die Zukunft denken!“ Es müsse „mehr und ehrlicher miteinander umgegangen werden“. Mayrhofer hatte zuletzt den fehlenden Kontakt mit „unserem so genannten Investor“ kritisiert.

Nun soll nach dem Beinahe-Abstieg - Adlung (78.) und Kai Bülow (90.+1) hatten die Löwen vor 57.000 Zuschauern nach dem Rückstand durch Tim Kazior (16.) gerade noch gerettet - wieder einmal alles besser werden. Fröhling kündigte schon einmal an, „dass es keinen großen Umbruch geben wird, wenn ich was zu sagen habe. Die Mannschaft hat Perspektive. Wir werden nur an einigen Stellschrauben drehen.“

Allerdings warnte der Löwen-Coach vor allzu großer Euphorie: „Man kann gestärkt aus so einer Saison gehen. Es kann aber auch anders gehen, wenn ich an den HSV denke. Die waren zweimal in der Relegation.“

sid

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