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TSV 1860: Hiller bis zur Rente im Löwen-Tor? - „Er würde bis 2037 unterschreiben“

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Von: Uli Kellner

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Torhüter mit Biss: Marco Hiller, 24, seit dem elften Lebensjahr beim TSV 1860. Trainer Köllner schwärmt: „Er geht für 1860 durch dick und dünn.“
Torhüter mit Biss: Marco Hiller, 24, seit dem elften Lebensjahr beim TSV 1860. Trainer Köllner schwärmt: „Er geht für 1860 durch dick und dünn.“ © Stefan Matzke / Sampics

Marco Hiller könnte nach dem Abgang von Sascha Mölders zum neuen Löwen-Gesicht aufsteigen. Ein wichtiges Detail fehlt jedoch: ein Vertrag über den Sommer hinaus.

München – Sascha Mölders? Abgehängt und entsorgt – das Original ist samt Kultwampe nach Großaspach weitergezogen, als stürmender Co-Trainer. Im 1860-Fanshop an der Grünwalder Straße, wo bis Dezember überlebensgroß mit dem langjährigen Kapitän geworben wurde, zieren derzeit kopflose Schaufensterpuppen die Auslagen, flankiert von dem einen oder anderen Stofflöwen.

Einen so prominenten Blickfang wie Mölders, der die Kundschaft anlockt? Hat der Giesinger Drittligist derzeit nicht. Doch das soll sich bald ändern.

TSV 1860: Marco Hiller als Nachfolger von Sascha Mölders?

Bei einer Gesprächsrunde in Belek erklärte Cheftrainer Michael Köllner, dass er sich nicht nur für die Fortschritte in der Tabelle zuständig sieht und für die Entwicklung von Talenten – sondern, dass er auch indirekte PR-Aufgaben mit seinem Berufsprofil verknüpft. Anders ausgedrückt: Köllner will Spieler so großmachen, dass alle etwas davon haben, auch der Fanshop. „Grundsätzlich ist es in einem Traditionsverein wichtig, dass du Gesichter produzierst“, dozierte der Ex-Nürnberger, der selber auch längst ein Löwen-Gesicht geworden ist: „So wie Sascha Mölders unser Gesicht in den letzten zwei, drei Jahren war, musst du als Trainer immer schauen, dass du wieder Gesichter hinbekommst, die zukünftig den Verein und die Profimannschaft abbilden.“

Womit die Sprache auf Torhüter Marco Hiller, 24, kam. Der Elfmeterheld aus etlichen Pokalspielen könnte nach Einschätzung Köllners jener Spieler sein, der in Mölders’ Fußstapfen tritt, was die Außenwahrnehmung des Vereins angeht. „Marco ist natürlich prädestiniert dafür“, findet der 1860-Coach: „Ein Spieler, der aus dem eigenen Nachwuchs kommt – bei einem Verein, der sich über viele Jahre über die Nachwuchsarbeit definiert.“ Hiller entsprechend aufzubauen, hielte Köllner für eine Ideallösung. „Das wäre schon top, wenn man das hinbekommt“, sagte er: „Man muss auch sagen: In der Zeit, seit ich hier bin, hat sich Marco fußballerisch super entwickelt. Und er ist auch als Typ selbstbewusster geworden.“ Nicht zu vergessen: Hiller steht auch für Tugenden, die bei 1860 seit jeher hoch angesehen sind. Köllner erinnert an den Derbysieg gegen Bayern II vor einem Jahr, als Hiller Zirkzees Stollen an die Schläfe bekam, sich schüttelte und blutüberströmt weiterspielte. „Das ist am Ende das, was ein Fan sehen will“, sagt Köllner: „Marco geht mit dem Verein durch dick und dünn und hält den Kopf hin, wo andere zurückziehen. So nimmt so eine Geschichte dann ihren Lauf.“

Marco Hiller: In der Kategorie „Herausragend“ laut dem Kicker

Klingt in der Theorie tatsächlich nach einer runden G’schicht’. In der Praxis jedoch fehlt ein entscheidendes Detail: ein Vertrag, der den „Hiller-Killer“ langfristig an 1860 bindet. Stand jetzt wäre Köllners Nummer eins ab Sommer vertraglos. Für den Trainer jedoch kein Umstand, der ihm schlaflose Nächte bereitet. „Ich glaube, wenn wir Marco heute einen Vertrag hinlegen, dass er bei uns spielen kann bis 37. Also entweder bis er 37 ist oder bis 2037, was bei ihm fast dasselbe ist – den würde er wahrscheinlich unterschreiben.“

Hiller, Jahrgang 1997 (nicht 2000), ließ tatsächlich mehrfach durchblicken, dass es ihn nicht wegzieht, dass er noch viel vorhat mit seinem Lieblingsverein, dem er sich als 11-Jähriger angeschlossen hat. Aber: Sein Marktwert steigt und steigt. In der Winter-Rangliste des Fachblatts kicker belegt der Gröbenzeller Platz drei in der Kategorie „Herausragend“. Qualität hat ihren Preis – das weiß auch Günther Gorenzel, der jedoch eine schnelle Einigung mit dem Fanliebling ankündigt. „Bei Marco Hiller sind wir in den Gesprächen sehr, sehr weit“, sagte der Sportchef auf Nachfrage und verkündete: „Marco hat ganz klar signalisiert, dass er bleiben wird – ligaunabhängig. Jetzt gilt es, zu Konditionen, die für uns kaufmännisch umsetzbar sind, eine Lösung zu finden.“ Muss ja nicht gleich der von Köllner angeregte 15-Jahres-Vertrag sein. Obwohl es Fans und PR-Abteilung sicherlich freuen würde. (Uli Kellner)

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