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TSV 1860 blamiert sich im Pokal: Müde Köpfe und Beine – „Hat einfach nicht gereicht“

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Von: Jacob Alschner

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Vorbeigeschlittert: 1860 (helle Trikots) erlebte einen Pokal-Abend zum Vergessen.
Vorbeigeschlittert: 1860 (helle Trikots) erlebte einen Pokal-Abend zum Vergessen. © Lucca Fundel

Der TSV 1860 München ist aus dem Toto-Pokal ausgeschieden. Beim Regionalligisten FV Illertissen setzte es eine verdiente 0:1-Niederlage.

Illertissen – Hörte man sich vor dem Toto-Pokal-Viertelfinale des TSV 1860 beim FV Illertissen auf der Tribüne des Vöhlinstadions um, überwog ein Gedanke: „Ungemütlich“ sollte es werden für die Löwen, das war für die Heim-Fans klar. Und sowohl der mittelschwäbische Wettergott, der bis kurz vor Anpfiff mit kräftigen Regengüssen für feinstes Fritz-Walter-Wetter gesorgt hatte, als auch der FVI selbst erfüllten ihnen den Wunsch.

Couragiert und mutig boten die Hausherren 1860 die Stirn und zogen am Ende verdient ins Halbfinale ein, Während die Löwen mit diesem 0:1 gegen den Regionalligisten auf tiefem Untergrund verdient aus dem Landespokal schlitterten.

TSV 1860: Strobel erzielt entscheidendes Tor früh

„Das ist für uns natürlich bitter“, gab Trainer Michael Köllner (52) nach Abpfiff konsterniert zu Protokoll. „Illertissen hat leidenschaftlich verteidigt. Und wenn du gegen einen Regionalligisten kein Tor schießt, dann scheidest du verdient aus dem Pokal aus. Dann ist die Geschichte relativ schnell auserzählt.“ Mehr hatte er nicht, mehr war aber auch nicht zu sagen.

Beide Teams waren vorsichtig in die Partie gegangen, was sicher auch an den schwierigen Platzverhältnissen lag. Spätestens nach 15 Minuten war es mit der Zurückhaltung aber auch schon vorbei. Der auffällige Kento Teranuma (25) setzte sich über die linke Illertisser Seite gegen Michael Glück (19) durch, schob den Ball in den Rücken der Löwen-Abwehr und Maurice Strobel (26) musste nur noch einschieben. Der Schock saß, 1860 hatte mit auffällig vielen Ballverlusten zu kämpfen. Da halfen auch die vereinzelten Rufe der mitgereisten Löwen-Fans auf der Gegengerade nicht, die noch vor der 30. Minute zum „Kämpfen, Löwen, kämpfen“ ansetzten.

Eher im Gegenteil, denn: Von Kampf war in der ersten Halbzeit auf Seiten des Favoriten keine Spur. Illertissen dagegen hatte nach dem 1:0 ein Rezept an der Hand: schnelle Konter mit gezielten Bällen in die Tiefe, Bälle festmachen, ablegen und draufziehen. Dass es nach guten 32 Minuten nicht schon 0:2 oder 0:3 aus Münchner Sicht stand, dazu gehörte durchaus eine satte Portion Glück. Und die Arbeit Marco Hillers, der sich ein ums andere Mal auszeichnen konnte – oder besser: musste.

TSV 1860: Köllner verteidigt Mannschaft

In der zweiten Halbzeit dann änderte sich zumindest die Körpersprache der Sechzger. Und prompt gelang es nun, das Spiel weiter vor das Tor der Hausherren zu verlagern, immer öfter flogen die Bälle vor das Tor des Heim-Keepers Malwin Zok (19). Doch der blieb standhaft – und wurde spätestens in der 89. Minute zum Matchwinner, als Stefan Lex (32) mit aller Macht und einer Menge Frust den Ball aufs Tor zimmerte – und doch wieder an Zok scheiterte. Es blieb bei einem 0:1 der schlechteren Sorte.

Und während nach Abpfiff halb Illertissen zum Zillertaler Hochzeitsmarsch jauchzte und feierte, hingen bei 1860 die Köpfe. Eigentlich war man mit ordentlicher Laune in die Wiesn-Pause gegangen, hatte beide Testspiele in der vergangenen Woche gewonnen. Vor dem Gastspiel bei Dortmund II am Samstag (14 Uhr) besteht nun jedoch mehr Redebedarf als gedacht. Denn beim 0:1 in Illertissen versagten beim TSV beiderlei: Beine und Köpfe.

Köllner hatte seinen eigenen Ansatz, er befand: „Jeder hat hier heute alles gegeben, am Ende hat es einfach nicht gereicht.“ Ein Satz, der zum Nachdenken anregt nach einem 0:1 gegen einen Gegner, der in der Liga auf einem Abstiegsplatz gegen die drohende Fünftklassigkeit kämpft.

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