Bierofka verlängert Aufenthalt bei den Löwen

Lex winkt ein Platz in der Startelf

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Bewegender Moment: Der bekennende 1860-Fan Stefan Lex tätschelt nach seinem Treffer zum 5:1 gegen Lotte das Löwen-Logo auf seinem Trikot.  

Mit seinem ersten Treffer im Löwen-Trikot macht Stefan Lex den ersten Schritt aus einem kleinen Formtief. Ein Platz in der Startelf winkt. Bereits am Mittwoch muss der TSV gegen den VfL Osnabrück ran.

München – Ein Stuhl im Klassenzimmer der DFB-Akademie bleibt frei diese Woche. Daniel Bierofka entschied spontan, nicht nur einen blauen Montag, sondern auch gleich noch einen blauen Dienstag und Mittwoch einzulegen. Hat der Löwen-Coach trotz des hohen Sieges gegen Lotte (5:1) so viel Verbesserungspotenzial gesehen, dass er seine Mannschaft jetzt nicht alleine lassen will? Wohl kaum. Bierofka wirkte überaus aufgeräumt nach der gelungenen Heimpremiere in der 3. Liga – und er leistet sich die ersten „Fehltage“, weil er es kann und auch darf. „Der Lehrgangsleiter hat das Spiel im Liveticker verfolgt und sich gefreut, dass wir gewonnen haben“, berichtete Bierofka von löwenfreundlicher Stimmung in Hennef.

Für die allseits gelobten 1860-Profis dürften es also halbwegs entspannte Stunden werden, bis sie heute den Flieger nach Osnabrück besteigen und dort morgen Abend um 19 Uhr zum Spiel beim Tabellenzweiten antreten. Allzu hart wird Bierofka in der Kürze der Zeit kaum trainieren lassen, was auch Stefan Lex zupass kommt, der dem sonst praktizierten Jobsharing-Modell zwischen Günther Gorenzel (Montag bis Mittwoch) und Bierofka (Rest der Woche) auch positive Seiten abgewinnen kann. So würde sich der Groll über die intensiven Einheiten „auf zwei Trainer verteilen“, sagte er kürzlich halb im Scherz.

Dabei hat Lex weder bei Gorenzel noch bei Bierofka eine harte Hand zu befürchten. Sowohl der Sportchef als auch der Trainer sind nämlich der Meinung, dass man den Flügelflitzer nur auf die sanfte Tour wieder in jenen Stürmer zurückverwandeln kann, der einst den FC Ingolstadt in die 1. Liga schoss. „Jeder Spieler lebt ja vom Selbstvertrauen, das ist das A & O“, sagte Gorenzel zum Formtief der Nummer 7 in der Vorbereitung. Bierofka, der sich ab März intensiv um Lex bemüht hatte, sagte am Sonntag: „Es ist für ihn nicht einfach. Er hatte zuletzt in Ingolstadt sehr wenig gespielt. Dann kam er hierher und hat sich selber viel Druck gemacht.“ Von einem „Rucksack“ sprach Bierofka, den der bekennende 1860-Fan aber ein Stück weit abgelegt hat, als er bei seinem Kurzeinsatz gegen Lotte beherzt den Schlusspunkt setzte mit seiner feinen Einzelleistung zum 5:1.

Lex, 28, selbst sprach hinterher von einer kleinen Last, die ihm in dieser 89. Minute von den Schultern gefallen sei. „Das kann befreiend sein“, sagte er über seinen präzisen Distanzschuss links unten ins Tor der Sportfreunde. Neben Stolz auf den ersten Treffer im Trikot seines Herzensvereins seien „Freude und Erleichterung“ die vorherrschenden Gefühle gewesen, als er im Überschwang das Löwen-Logo auf der Brust tätschelte. Der erste Schritt aus seinem kleinen „Tief“ sei gemacht, ist er überzeugt: „Der Treffer wird mir nun helfen, dass die Formkurve wieder nach oben geht.“

Bierofka glaubt, dass es nicht mehr lange dauern kann, bis die 1860-Fans den alten Lex, der Spiele entscheiden kann, zu sehen bekommen. „Der Junge kommt“, sagte der Coach, der ihm bei der Pressekonferenz am Dienstag einen Platz in der Startelf für Osnabrück in Aussicht stellte. Auch Lex selbst erweckte am Samstag den Eindruck, irgendwie zu Hause angekommen zu sein. Ist ja auch kein unbekannter Ort, an dem er seine Torpremiere für 1860 feierte. In der Kurve stehen seine Spezln aus Eitting, auf der Tribüne saß die Familie – und auch alles andere war bestens vertraut. Schon das Aufwärmen habe er genossen, denn: „Ich kenne ja die ganzen Lieder.“ Einziger Unterschied: Als Spieler sei es noch mal „viel geiler“, in die Giesinger Party-Atmosphäre einzutauchen als früher auf der Fantribüne.

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