Abschied von den Löwen

TSV 1860 sucht nach Bierofka-Nachfolger: Ismaik trifft Entscheidung zum weiteren Vorgehen

Der Albtraum der Fans von 1860 München ist wahr geworden: Trainer Daniel Bierofka ist von seinem Amt zurückgetreten. Doch Hasan Ismaik hofft auf ein Comeback.

  • Daniel Bierofka und der TSV 1860 München gehen getrennte Wege.
  • Der Löwen-Trainer gilt als Fan-Liebling, jetzt steht der Klub erstmal ohne Chefcoach da.
  • Der umstrittene Investor Hasan Ismaik hat bereits reagiert und schiebt den Entscheidungsträgern den Schwarzen Peter zu.

Update vom 9. November 2019, 17.17 Uhr:

Die Löwen meldeten am Samstag Vollzug an: Der TSV

1860 hat einen neuen Trainer!

Update vom 7. November, 21.53 Uhr: Nach dem Aus von Löwen-Trainer Daniel Bierofka suchet der TSV 1860 München nach einem neuen Coach. Dabei will sich Investor Hasan Ismaik nach eigener Aussage nicht einmischen. Das sagte Ismaik im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Damit zieht der Investor nach eigener Aussage die Konsequenzen aus der Zusammenarbeit mit dem Verein in den vergangenen Jahren. Der TSV habe „50+1 mehrmals gezogen“, deshalb will sich Ismaik nun „raushalten“. Weiter sagte Ismaik vorwurfsvoll: Der TSV habe Bierofka vergrault und damit das größte Kapital bei 1860 verloren. Die Konsequenzen müsse der Verein nun selbst tragen.

TSV 1860: Ismaik macht Hoffnung auf Bierofka-Comeback - und zieht Vergleich mit Star-Trainer

Update vom 6. November, 19.14 Uhr:  Daniel Bierofka und der TSV 1860 München gehen nun also getrennte Wege. Investor Hasan Ismaik schmeckt das überhaupt nicht - er machte seinem Unmut in besagtem Interview (siehe unten) nun Luft. 

Erste Ausschnitte des Gesprächs strahlte der Bayerische Rundfunk am Mittwochabend bereits aus. Darin sagt Ismaik: „Ich habe mich mit allen Mitteln darum bemüht, die Meinung von Daniel Bierofka zu ändern. Das wollte er nicht - und ich verstehe das, weil er persönlich und seine Familie vom Verein wirklich schlecht behandelt wurden.“

TSV 1860 und Daniel Bierofka trennen sich - Hasan Ismaik zieht Vergleich mit Jürgen Klopp

Weiter erklärte er: „Die Zügel liegen nicht in der Hand des Präsidiums oder anderer Gremien, sondern bei Pro1860 und den Ultras. Beide haben ihre eigene Ideologie und versuchen, anders denkende Fans zu beeinflussen. Ich habe Mitleid mit Präsident Reisinger, weil er keine Entscheidungsgewalt mehr hat.“

Ismaik hält Bierofka dennoch für einen erstklassigen Übungsleiter - und wagt Vergleiche mit dem derzeit wohl besten Coach aus Deutschland: „Daniel kann meiner Meinung nach eines Tages ein großer deutscher Trainer werden. Ich sehe ähnlich viele Eigenschaften und Charakterzüge eines guten Trainers - ganz so wie bei Jürgen Klopp“, betont Ismaik. Klopp ist derzeit mit dem FC Liverpool das Nonplusultra der englischen Premier League und hat im Sommer die Champions League gewonnen.

Nach emotionaler Klubmitteilung: Ismaik meldet sich und macht Hoffnung auf „Biero“-Comeback

Update vom 6. November, 18.00 Uhr: Am Dienstagabend traf sich Hasan Ismaik wie angekündigt mit Daniel Bierofka im Münchner Nobelhotel Mandarin Oriental zu einem (vergeblichen) Umstimmungsgespräch. Anschließend ließ der Jordanier über die Sozialen Netzwerke nebenstehendes Statement verbreiten, in denen er allen Entscheidungsträgern, „egal ob KGaA oder e.V.“ eine „gefährliche Ideologie“ unterstellt.

Ismaiks Hoffnung: Der Fall der deutschen 50+1- Regel, deren Unwirksamkeit ihn zum Entscheidungsträger in der 1860-Profi-KGaA machen würde. Sollte es so kommen, wäre ein rauschendes Bierofka-Comeback ausgemachte Sache. Zumindest für Ismaik.

Update 23.25 Uhr: Die Vereinsführung hat sich Zeit gelassen bis in den späten Abend. Um 23.11 Uhr traf dann die E-Mail ein: „Der TSV 1860 München und Daniel Bierofka beenden mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit“, steht ganz oben fettgedruckt in der Betreffzeile. 

Bierofka habe die Geschäftsführung aus „persönlichen Gründen um die Auflösung seines Vertrages gebeten“, heißt es weiter. Michael Scharold, der kaufmännische Geschäftsführer, würdigt Bierofkas Verdienste. Er sei der „Anker für das taumelnde Schiff“ nach dem Abstieg in die Regionalliga gewesen. Der Dank für seinen Einsatz könne „gar nicht groß genug sein“. 

Der Geschäftsführer Sport, Günther Gorenzel, lässt sich mit emotionalen Worten zitieren: „Mir fällt es sehr schwer die Entscheidung von Daniel Bierofka hinzunehmen, aber der Respekt für den Menschen und für das von ihm Erreichte verlangen es, dem Wunsch des Trainers nachzukommen. Ich werde nie in meinem Leben den Aufstieg im Mai 2018 vergessen.“ 

Gesellschafter Hasan Ismaik nennt Bierofka in der Pressemitteilung einen „Held“. Er stehe „wie kein Zweiter für 1860“. Leider habe man ihn nicht mehr umstimmen können. Robert Reisinger bedauert die „sehr traurige Nachricht“ für 1860. „Daniel ist das Gesicht des Vereins“. 

Die Vereinsführung wolle nun in den nächsten Tagen „akribisch den Markt sondieren“, um einen geeigneten Nachfolger für Bierofka zu finden. „Eine Lösung mit mir an der Seitenlinie wird es nicht geben, das gebührt der Respekt vor Daniel“, teilte Gorenzel mit. 

Daniel Bierofka bestreitet Blitzwechsel zu anderem Klub: „Nein!!!“

Update 22.17 Uhr: Bisher haben es die Löwen nicht fertig gebracht, Bierofkas Rücktritt offiziell zu bestätigen – angeblich, weil sich die Ismaik-Seite weigert, den Auflösungsvertrag zu unterschreiben. Oliver Beer, der mutmaßliche Interimstrainer, verwies mittags auf eine Erklärung von Sportgeschäftsführer Günther Gorenzel - die jedoch ließ auf sich warten. In Halle werden nach Lage der Dinge Beer und Gorenzel das Profiteam betreuen. Beer besitzt die A-Lizenz, Gorenzel ist ausgebildeter Fußballlehrer. Fest steht: Bierofka verzichtet durch seinen Rückzug auf einiges an Geld, schließlich wäre sein Chefvertrag bis 2022 gültig gewesen. Dass nach Halle ein externer Trainer verpflichtet wird, ist möglich. 

Jeglicher Grundlage entbehrt dagegen die Spekulation, Bierofka könnte den freigewordenen Posten beim 1. FC Nürnberg übernehmen. Seine Antwort auf eine entsprechende Frage: „Nein!!!“

ulk

Update vom 5. November 2019, 19.34 Uhr: Die genauen Hintergründe des Rücktritts von Daniel Bierofka sind noch unklar, nun soll es bereits das erste Angebot für den Trainer geben. Wie Sport1 wissen will, soll der Coach Wunschkandidat für die Nachfolge des gefeuerten Damir Canadi sein. Demnach soll es bereits Gespräche gegeben haben. 

Update vom 5. November 2019, 17.02 Uhr: München - Als sich Teile der Mannschaft zum Mittagessen trafen, deutete wenig darauf hin, dass dieser Dienstag als neuer Tiefpunkt in die Geschichte des TSV 1860 eingehen wird. Die Schafkopfrunde um Stefan Lex schaute konzentriert in die Karten, hier und da wurde auch gelacht. Selbst der erkältete Sascha Mölders saß in zivil mittendrin. Das Thema des Tages schien vor der verglasten Pforte des Löwenstüberls geblieben zu sein. Dieses hatte sich seit dem Wochenende angekündigt: DerRückzug von Daniel Bierofka (40) von seinem Herzensverein.

Daniel Bierofka verlässt das Trainingsgelände der Löwen mit geröteten Augen.

Noch nichts Offizielles: TSV 1860 mit der Situation überfordert

Bis zu diesem Zeitpunkt war zwar nichts offiziell, weil die Situation alle beim TSV 1860 zu überfordern schien. Ein Geschäftsführer nach dem anderen suchte wortlos das Weite (was nicht für einige Fans galt, die Günther Gorenzel beschimpften). Bestätigt wurde die Entscheidung dann auf herzzerreißende Weise. Nicole Bierofka, die Gattin des Trainers, tauchte um kurz nach 13 Uhr vor der Geschäftsstelle auf und sagte auf die Frage, ob die Würfel gefallen seien: „Ich denke ja…“ Mehr brachte sie nicht heraus, denn im nächsten Moment schossen ihr die Tränen in die Augen. Auch ihr Mann, Daniel Bierofka, hatte sich die Entscheidung alles andere als leicht gemacht. „Es tut weh“, hatte er bereits am Montag der tz gesagt, seine Entscheidung bestätigt, die er erst der Mannschaft mitteilen wollte, und angekündigt, sich von keinem mehr umstimmen zu lassen. „Es ist zu Ende“, erklärte Bierofka und ließ durchblicken, wie verbittert er ist nach all den Intrigen, die ihn aus dem Amt gespült haben.

Bezeichnend für das spezielle Umfeld, aus dem sich Bierofka nun selbst entfernt hat, war schon das zurückliegende Wochenende gewesen. Deutlicher als der Trainer kann man ja kaum mit der Alarmglocke läuten. „Lange schaue ich mir das nicht mehr an“, hatte der Trainer nach dem 4:2-Heimsieg gegen Köln gesagt – und trotzdem brachte es nach seiner Darstellung keiner aus dem Verein fertig, sich beim tief gekränkten Coach zu melden. Keiner außerAntony Power, dem Statthalter von Hasan Ismaik. Der Investor ist sogar noch eingeflogen, um auf den Trainer seines Vertrauens einzuwirken. Am Ende blieb aber auch Ismaik nichts anderes übrig, als den Irrsinn mit scharfen Worten zu geißeln. Seit Monaten sei Bierofka „gemobbt“ worden, schrieb Ismaik auf seiner Facebook-Seite: „Für mich ist das eine Schande, die ich nicht in Worte fassen kann.“

Co-Trainer Oliver Beer als neuer Verantwortlicher?

Wie es nun weitergeht? Der naheliegende Reflex von Sportchef Gorenzel war, Assistenzcoach Oliver Beer (ohne Fußballlehrerlizenz) die Verantwortung für Bierofkas Team zu übertragen; er selber würde dann wohl als Teamchef fungieren. Bei den Spielern soll Beer besser gelitten sein als bei Bierofka. Auch mit Gorenzel hatte der Coach reichlich Differenzen, seit dieser zum Geschäftsführer befördert wurde. Bierofka warf dem Steirer vor, seine Autorität untergraben zu haben.

Bierofkas ursprünglicher Plan war ja, sich in Halle ein letztes Mal auf die Trainerbank zu setzen und sich erst in der Länderspielpause zurückzuziehen. Dass das ein bisschen naiv gedacht war, zeigte sich schon am Mittag. Der Diskussion, die sich in der Geschäftsstelle ereignete, folgte kurz darauf der sofortige Cut. Mit Sakko und Löwen-Rucksack stapfte Bierofka um 14.08 Uhr zu seinem Auto. Kommentarlos – und auch er mit geröteten Augen.

Das Training am Nachmittag fiel dann aus – auch das bezeichnenderweise ohne offizielle Erklärung.

Uli Kellner

Großer Knall beim TSV 1860: Trainer Daniel Bierofka tritt zurück

News vom 5. November 2019, 11.46 Uhr: 

München - Der TSV 1860 München und Trainer Daniel Bierofka gehen getrennte Wege. Der Coach legte am Dienstag sein Amt nieder. 

Daniel Bierofka und der TSV 1860 München - ist das Kapitel nun beendet? Der Ur-Löwe noch das leitete das Vormittagstraining am Dienstag - dann teilte er der Mannschaft mit, dass er nicht länger Trainer der Blauen ist.

Trainer Daniel Bierofka: Rücktritt beim TSV 1860 München?

Zuletzt gab es immer wieder Spekulationen um ein Bierofka-Aus bei den Löwen. Für die Fans ein wahrer Albtraum, schließlich gilt Bierofka als Identifikationsfigur schlechthin. Am Samstag holte der TSV 1860 in der 3. Liga noch einen wichtigen Sieg gegen Viktoria Köln.

Bierofka vermisst bei den Löwen allem Anschein nach den Rückhalt der Vereinsführung. Er hatte im Sommer beklagt, dass sich die Verantwortlichen nicht intensiv genug um neue Spieler bemühten. Zugleich musste er sich Diskussionen um sein angeblich zu hohes Gehalt erwehren.

Von Seiten des Vereins gibt es noch keine offizielle Bestätigung, weiterhin handelt es sich nur um Gerüchte. In den sozialen Netzwerken häufen sich aber bereits die Reaktionen der Fans. Dass „Biero“ die Löwen nach dem Absturz in die Regionalliga übernahm, haben ihm die Fans nicht vergessen. 

Daniel Bierofka: Aus bei den Löwen? Hasan Ismaik reagiert

Währenddessen hat sich Investor Hasan Ismaik über seinen Facebook-Kanal gemeldet. In seinem aktuellen Post schreibt er: „Ich bin entsetzt, mit welchen Methoden Daniel Bierofka beim TSV 1860 beschädigt wird. Seit Monaten wird unser Trainer gemobbt. Für mich ist das eine Schande, die ich nicht in Worte fassen kann.“

Weiter spricht er von einer „hinterhältigen Taktik“ und Personen, die „1860 ganz bewusst schaden wollen“. Sollten sich die Gerüchte bestätigen und Daniel Bierofka nicht mehr Trainer beim TSV 1860 München sein - wie geht es dann weiter?

akl

Rubriklistenbild: © MIS / Cathrin Müller /M.i.S.

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