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1860 schafft Klarheit: Köllner darf bleiben – Ismaik-Seite setzt sich für Trainer ein

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Von: Uli Kellner

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Analysebedarf: Michael Köllner bleibt Löwen-Trainer und muss zusammen mit Sportchef Günther Gorenzel (r.) Gründe für die sportliche Negativentwicklung suchen – und die Probleme lösen.
Analysebedarf: Michael Köllner bleibt Löwen-Trainer und muss zusammen mit Sportchef Günther Gorenzel (r.) Gründe für die sportliche Negativentwicklung suchen – und die Probleme lösen. Foto: sampics / Stefan Matzke © sampics / Stefan Matzke

Michael Köllner bleibt! tz-Informationen bestätigen, dass der TSV 1860 am zuletzt glücklose Coach festhält. Die Ismaik-Seite hat sich für ihn ausgesprochen.

München – Am Tag danach: Wunden lecken. Jeder für sich. Die Profis des TSV 1860 durften den letzten Sonnenschein vor dem erwarteten Wintereinbruch nutzen, um das enttäuschende 1:1 im Jahresabschlussspiel gegen Essen sacken zu lassen – und die Köpfe freizukriegen. Ehe es am Montag in den Urlaub geht, steht noch ein Viererturnier in Klagenfurt an – mit Hertha, der örtlichen Austria und York United aus Kanada.

Und mit dem Trainer, der am Montagabend „Vollgas“ ankündigte, ehe er zum letzten Mal in diesem Jahr das Grünwalder Stadion verließ.

TSV 1860: Noch 21 Spiele für den Aufstieg – „werden uns akribisch vorbereiten“

Seit der Nacht zum Dienstag fix: Michael Köllner wird die Krisen-Löwen nicht nur beim Wörthersee-Cup am Wochenende betreuen, sondern auch an der Seitenlinie stehen, wenn am 14. Januar in Mannheim das angekündigte Vollgas-Jahr beginnt. „Wir haben noch 21 Spiele“, sagte er nach dem 1:1 gegen Essen: „Auf die werden wir uns akribisch vorbereiten.“

Das wird auch nötig sein. Köllners Aufstiegsexpress parkt nach vier sieglosen Spielen auf Tabellenplatz sechs. Anfang September lag sein Team noch drei Punkte vor Elversberg – inzwischen ist der Sensationsaufsteiger nur noch mit dem Fernrohr zu bestaunen (elf Punkte Vorsprung). Auf den zweiten direkten Aufstiegsplatz hat sich Ex-Löwe Richard Neudecker mit dem 1. FC Saarbrücken geschoben, einer der vielen Peiniger der letzten Wochen, kürzlich noch sechs Punkte hinterher hechelnd. Kurzum: Die Stimmung bei den Löwen war schon mal besser.

1860 schafft schnell Fakten: Köllner darf bleiben – bei Entlassung hätte Streit gedroht

Immerhin: Es herrscht früh Klarheit in der Trainerfrage. Die Köllner-Debatte, die in den Foren schon länger geführt wird, wurde intern gestoppt, ehe sie richtig Fahrt aufnehmen konnte. Unsere Zeitung weiß: Die Ismaik-Seite hat sich klar für eine Weiterbeschäftigung des zuletzt glücklosen Trainers ausgesprochen – und die andere Seite, der e.V., glaubt, dass Köllner die Krise in den Griff kriegen kann. Vielleicht nicht alle aus tiefster Überzeugung, aber was wäre die Alternative? Die erwartete Zustimmung des am Dienstagabend tagenden Aufsichtsrats anzufechten, würde bedeuten, dass Robert Reisinger & Co. 50+1 ziehen müssten. Die Folge wäre viel böses Blut, womöglich auch mit finanziellen Konsequenzen (Stichwort: Fortführungsprognose der KGaA) – das alles mit ungewissem Ausgang.

Trainer wie der vereinslose Tomas Oral, der am Montag auf der Tribüne saß (an der Seite von Michael Henke), waren intern jedenfalls nie eine Versuchung wert. Bis zuletzt hatten alle darauf gehofft, dass Köllner mit einem überzeugenden Sieg gegen Essen den berühmten Bock umstoßen würde. Bekanntlich hat das nur zum Teil geklappt. Das Team kämpfte, rannte und nutzte eine von insgesamt zwei Torchancen. Albion Vrenezis später Elfmetertreffer (77.) hätte sogar beinahe zum Sieg gereicht – wenn der freche Aufsteiger aus Essen nicht noch später, nämlich mit der letzten Aktion des Spiels, zurückgeschlagen hätte (90.+1). Vrenezis trotzig-frustrierte Ansage: „Wir sind nicht so weit weg. Wir müssen einfach in der Rückrunde Gas geben – damit wir wieder die Mannschaft werden, die wir am Anfang der Saison waren.“

Belkahia: Kreuzband-Befürchtung bestätigt sich nicht – Löwen ab 11. Dezember wieder im Training

Warum die Löwen zuletzt eine andere Mannschaft waren, wird ab sofort Gegenstand von Analysen sein, die ja ein erklärtes Spezialgebiet von Sportchef Günther Gorenzel sind (der selber in der Kritik steht). Zu erörtern wären ferner die Fragen: Wieso ist es in vier Monaten nicht gelungen, Köllners Wunsch-Zehner Martin Kobylanski in einen Zustand zu versetzen, in dem er dem Team weiterhilft? In welches Schneckenhaus hat sich Joseph Boyamba verkrochen, dass er – wie Kobylanski – nicht mal mehr im 20er-Kader auftauchte? Erfreulich dagegen: Semi Belkahia, am Montag früh ausgewechselt, ist offenbar mit einer harmlosen Knieverletzung davongekommen.

Das war’s aber auch schon mit guten Nachrichten von der Grünwalder Straße 114. Ab dem 11. Dezember, wenn die Löwen das Mannschaftstraining wieder aufnehmen, gibt es keine Ausreden mehr. Das Motto bis zum Neustart der Liga formulierte Torhüter Marco Hiller: „Kopf frei und klar zu kriegen – um im neuen Jahr zurückzukommen.“ (Uli Kellner)

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